Wurde 83 Jahre alt: Charles Mansons rechte Hand Bruce Davis ist gestorben

Wurde 83 Jahre altCharles Mansons rechte Hand Bruce Davis ist gestorben
15.09.2026, 10:58 Uhr
Eine Mordserie erschüttert 1969 Kalifornien: Eine Sekte foltert und tötet andere Menschen, um ethnische Kämpfe in den USA anzuzetteln. Der Vertraute des Strippenziehers Charles Manson ist jetzt selbst gestorben.
Die rechte Hand des Mehrfachmörders und Sektenanführers Charles Manson, Bruce Davis, ist im Gefängnis gestorben. Das teilt das kalifornische Justizvollzugsministerium der "Los Angeles Times" mit. Davis starb demnach bereits am Freitagabend. Gegen 23 Uhr stellte eine Krankenschwester des Gefängniskrankenhauses den Tod des 83-Jährigen fest. Die Todesursache wurde bisher nicht mitgeteilt.
Davis wurde 1972 wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Auf Mansons Spahn Movie Ranch in Chatsworth soll er nach Auffassung des Gerichts den Musiker Gary Hinman und den Stuntman Donald "Shorty" Shea umgebracht haben oder zumindest daran beteiligt gewesen sein.
Davis bedrohte Hinman den Gerichtsunterlagen zufolge mit einer Waffe, während Manson ihm vom Ohr bis zum Kinn einen Schnitt versetzte, an dessen Folgen der Musiker letztlich starb. Die beiden Verurteilten gingen fälschlicherweise davon aus, Hinman wolle beim Umzug von Mansons Sekte mitwirken. Manson plante, mit seiner "Familie" von der Spahn-Movie-Ranch an einen anderen Ort zu ziehen. Doch Hinman weigerte sich, woraufhin er offenbar weichen sollte. Shea sollte sterben, weil Manson und Davis ihn für einen Spitzel der Polizei hielten. Zwei Sektenmitglieder stachen in einem Wald mehrfach auf das Opfer ein. Davis gestand, Shea verletzt zu haben.
Staatsanwälte und Behörden bezeichneten Davis als "ein unverzichtbares Mitglied von Mansons engstem Kreis". Er selbst sagte bei einer Bewährungsanhörung im Jahr 2014, er wolle "Charlies Lieblingsmensch sein". Dennoch entschieden die Gremien achtmal, Davis könnte auf Bewährung freikommen.
Bewährung mehrfach abgeschmettert
Die kalifornischen Gouverneure Arnold Schwarzenegger, Jerry Brown und Gavin Newsom blockierten seine Freilassung allerdings mehrfach. Newsom sagte zuletzt 2021, Davis habe weiterhin seine Rolle bei den Verbrechen heruntergespielt und einen Mangel an Empathie für seine Opfer gezeigt. 2024 wurde sein Antrag auf Bewährung von der Jury abgelehnt, weil Davis plante, im Podcast "Die leichtere Seite der Serienmörder" aufzutreten. Das Entscheidungsgremium sagte, dies würde "der Manson-Familie zusätzliche Bekanntheit und Verherrlichung verschaffen".
Während seiner mehr als 50-jährigen Haftzeit sei Davis nie disziplinarisch belangt worden, berichtet die Zeitung. Er erlangte im Gefängnis einen Master-Abschluss und absolvierte mehrere Selbsthilfeprogramme.
Die Sekte um Charles Manson wurde für neun Morde und mehrere Fälle von Folter verantwortlich gemacht. Die Polizei untersuchte weitere Fälle, konnte sie der Manson-Familie jedoch nicht nachweisen. Ziel der Sekte war es, mit den Morden im August 1969 einen Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen in den USA auszulösen.
Manson selbst starb bereits 2017. Auch er wurde 83 Jahre alt. Newsom und seine Vorgänger verhinderten Mansons Freilassung genauso wie in Davis' Fall.
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