«Will nicht meinen Grind sehen» – Odi wehrt sich gegen Ehrentafel

Darum gehts
- Marco Odermatt (29) wehrt sich gegen eine Porträt-Ehrentafel am Dorfeingang seiner Heimatgemeinde Buochs NW.
- «Ich will nicht jedes Mal meinen Grind sehen, wenn ich nach Hause fahre», sagt er im «SonntagsBlick».
- Der Kompromiss: ein Aktionsbild in einer Torflagge aus Chromstahl, «damit kann ich leben».
- Beim Weltcup-Auftakt in Sölden wurde Odermatt im Riesenslalom Dritter.
Marco Odermatt ist seit Jahren der grosse Dominator im Ski-Zirkus: Er sammelt Kristallkugeln wie andere Schallplatten und findet in seinem Zuhause kaum mehr Platz für die vielen Auszeichnungen.
Der 29-jährige Nidwaldner ist längst ein Nationalheld. Auch in seiner Heimatgemeinde Buochs ist man mächtig stolz auf den Ski-König. So stolz, dass man ihm am Dorfeingang eine besondere Ehre erweisen wollte: eine grosse Tafel mit seinem Porträt.
Doch die Gemeinde hatte die Rechnung ohne ihren berühmtesten Einwohner gemacht. Denn ausgerechnet der Mann, der geehrt werden sollte, legte sein Veto ein.
«Ich habe mich gegen ein Porträtbild von mir eingesetzt, weil ich nicht jedes Mal meinen Grind sehen will, wenn ich nach Hause fahre», verrät Odermatt im Interview mit dem «SonntagsBlick».
Und Odi denkt dabei nicht nur an sich selbst. Er vermutet, dass auch einige Buochser wenig Freude daran hätten, bei jeder Autofahrt durch die Gemeinde sein Gesicht vor Augen zu haben.
Am Ende gibts einen Kompromiss
Ganz auf eine Ehrung verzichten musste die Gemeinde allerdings nicht. Nach Gesprächen einigte man sich auf eine Lösung, mit der auch der Ski-Star leben kann.
Statt eines grossen Porträtfotos steht am Dorfeingang nun ein Aktionsbild von Odermatt, eingerahmt in eine Torflagge aus Chromstahl. Eine deutlich sportlichere Variante, die dem Nidwaldner besser gefällt.
«Damit kann ich leben», sagt Odermatt gegenüber dem «SonntagsBlick».
Auf den Ski läufts bereits wieder
Sportlich ist Odermatt derweil erfolgreich in die neue Saison gestartet. Beim Weltcup-Auftakt in Sölden am Sonntag fuhr der Schweizer im Riesenslalom auf den dritten Platz. Nur der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen und Landsmann Loïc Meillard waren schneller.
Bis zum nächsten Renneinsatz muss sich Odi noch etwas gedulden. Am 28. November steht in Copper Mountain (USA) ein Super-G auf dem Programm. Einen Tag später folgt der Riesenslalom.
Bis dahin kann Odermatt zumindest beruhigt nach Hause fahren – ohne bei jeder Einfahrt nach Buochs von einem riesigen Porträt seiner selbst begrüsst zu werden.
Wie findest du es, dass Marco Odermatt in seiner Heimatgemeinde kein Porträt an der Dorfeinfahrt wollte?
Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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