Polizei ermittelt nach Drama: Schockierte "Sportwelt weint um Jesus de Miguel"

Spaniens Fußball trauert um Teneriffa-Stürmer Jesús de Miguel. Der beliebte Profi wird vom gegnerischen Torwart überhart gefoult und erleidet einen Herzstillstand.
Der Tod des Fußballprofis Jesús de Miguel vom CD Teneriffa nach einem schweren Foulspiel hat Spanien erschüttert und auch außerhalb der Sportwelt eine Welle der Anteilnahme ausgelöst. Der 30-jährige Stürmer hatte nach einer Attacke des gegnerischen Torwarts in der Nachspielzeit des Zweitliga-Heimspiels gegen den FC Andorra schwere Verletzungen und einen Herzstillstand erlitten. Am Morgen danach starb er im Krankenhaus. De Miguel hinterlässt seine Partnerin María und die gemeinsame Tochter Carla, die im Juni 2025 geboren wurde.
Die spanische Polizei ermittelt mittlerweile. Die Mordkommission der Nationalpolizei von Santa Cruz de Tenerife untersucht die Umstände des Todes, hieß es in einer Mitteilung. In den Ermittlungen gehe es nun darum, was genau in der Spielszene geschah, nach der der Fußballer in die Klinik eingeliefert wurde. De Miguel war in der 7. Minute der Nachspielzeit mit Torhüter Jesus Owono kollidiert. Owono sah die Rote Karte, das Spiel wurde unter Tränen von Mitspielern abgebrochen. Medienberichten zufolge erlitt de Miguel im Krankenwagen auf dem Weg zur Klinik einen Herzstillstand und wurde von Rettungssanitätern wiederbelebt.
Die zutiefst schockierten Mitspieler nahmen gemeinsam am Krankenhaus Abschied, vor dem Stadion von CD Teneriffa stellten Fans Kerzen auf und legten Blumensträuße nieder. "Es tut mir in der Seele weh", schrieb Gerard Piqué, Weltmeister von 2010, auf X. Der Andorra-Mitbesitzer hatte das Unglück vor Ort miterlebt. Auch aktive und ehemalige Fußballprofis, Vereine, Verbände und Politiker bekundeten der Familie und dem Klub des Spielers ihr Beileid. "So viel Trauer. Mir fehlen die Worte", schrieb Superstar Kylian Mbappé bei Instagram. "Ich bin mit dem Herzen bei euch", kommentierte die Tennis-Ikone Rafael Nadal.
Pokalspiele verschoben
Rekordmeister Real Madrid und weitere Klubs unterbrachen sofort nach der Nachricht das Training für eine Schweigeminute. Der nationale Verband RFEF sprach von einem "Verlust, der nicht zu ersetzen ist". Sämtliche für den heutigen Dienstag geplante Pokalpartien im Männer- und Frauenfußball wurden verschoben.
Die Spielergewerkschaft AFE erinnerte daran, dass de Miguel Mitglied ihres Vorstands war. Sein Tod hinterlasse eine "enorme Lücke" bei all jenen, die seine Leidenschaft für den Fußball und sein Engagement für die Rechte der Spieler geteilt hätten. "Wir werden Dich nie vergessen", hieß es.

"Die Sportwelt weint um de Miguel", titelte die Zeitung "El Mundo". Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, sagte, der Tod des Fußballers schmerze ihn "zutiefst".
Beileidsbekundungen auch aus dem Ausland
Der FC Andorra äußerte sein Bedauern und Mitgefühl. "Mit gebrochenem Herzen und zutiefst erschüttert möchten wir der Familie von Jesús de Miguel, all seinen Weggefährten und Freunden sowie dem CD Teneriffa unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Ruhe in Frieden", teilte der Verein mit.
Die Anteilnahme machte an den Landesgrenzen nicht halt. Der europäische Verband UEFA sowie zahlreiche ausländische Klubs bekundeten ihr Beileid. Eine Schweigeminute wird bei allen UEFA-Spielen in dieser Woche zu seinen Ehren eingelegt werden. Aus der Premier League meldete sich unter anderem Tottenham Hotspur zu Wort, aus Frankreich Olympique Marseille.
Stütze des Teams und Liebling der Fans
Auf dem Weg ins Krankenhaus mussten Rettungskräfte den Fußballer dann wiederbeleben, wie es in einer ersten Klub-Mitteilung hieß. Zu diesem Zeitpunkt atmete der Fußballer selbstständig, war aber bewusstlos. Um acht Uhr morgens erlag der Profi seinen Verletzungen. "Es gibt keine tröstenden Worte; nichts kann diese unermessliche Trauer lindern", schrieb der CD Teneriffa.
"Wir stehen an der Seite seiner trauernden Familie, seiner Angehörigen, ganz Teneriffas, das heute diesen grausamen Verlust betrauert", teilte der Klub zum Tod mit. "Die Familie von Jesús de Miguel ist für jede einzelne erhaltene Unterstützung dankbar und bittet gleichzeitig von ganzem Herzen um größtmögliche Achtung ihrer Privatsphäre in dieser schweren Zeit."
Der in Madrid geborene Stürmer hatte sich seinen Weg in den Profifußball über mehrere unterklassige spanische Vereine erarbeitet. Nach Stationen unter anderem bei Unionistas de Salamanca und CD Castellón wechselte er im Sommer 2025 nach Teneriffa. Dort wurde er schnell zu einer wichtigen Stütze und zum Liebling der Fans: Mit elf Toren trug er maßgeblich zum Aufstieg in die zweite Liga bei. Gleich zu Beginn seiner Zeit hatte er mit sechs Treffern in den ersten fünf Pflichtspielen einen Vereinsrekord aufgestellt.
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