"Die Regierung sollte diese Chance nicht verspielen"
Höhere Beiträge, längere Lebensarbeitszeit und mehr private Vorsorge: Von den Beschlüssen zur Rentenreform sind besonders die jungen Menschen betroffen. Was denken sie über ihre Rente?
28.09.2026 | 3:23 minDiese "große Chance" dürfe nicht "verspielt" werden. Das komplette Konzept werde in sich zusammenfallen und die Altersvorsorge als Problem weiter wachsen, sollten nun einzelne Elemente herausgenommen werden.
Der Aufruf von 46 namhaften Professorinnen und Professoren, unterzeichnet auch von aktiven und vormaligen sogenannten Wirtschaftsweisen, trägt die Überschrift "Rentenreform: Nur das ganze Paket entfaltet die notwendige Wirkung!"
Die Rente gerate "zunehmend unter Druck", weil Deutschlands Bevölkerung altere, heißt es dem Papier, über welches zuerst das Handelsblatt berichtet hat und das ZDFheute in Gänze vorliegt. Darin heißt es:
Die Rentenkommission hat daher ein Maßnahmenbündel für eine dauerhaft finanzierbare und verlässliche Alterssicherung vorgeschlagen.
Aus dem Rentenaufruf
Wie könnte eine Härtefallregelung bei Wegfall der vorzeitigen Rente für besonders langjährig Versicherte aussehen? Wir sprechen mit Menschen, die nicht bis 67 oder darüber hinaus arbeiten wollen.
28.09.2026 | 5:08 minKommission hatte 33 Empfehlungen abgegeben
Die Botschaft dieses Maßnahmenpakets sei klar: "Ohne Veränderungen werden die Belastungen und Probleme immer gravierender." Um die Alterssicherung "stabil und zukunftsfest aufzustellen" bräuchte es daher den Beitrag aller: Nicht nur der Beschäftigten, Arbeitgeber und Rentner, sondern auch der Politiker, Beamten, Vorstände und Selbständigen.
So würden Belastungen ausgewogen verteilt und jüngere Generationen nicht einseitig belastet.
Der "entscheidende Punkt" in den Vorschlägen sei: "Die Empfehlungen der Kommission sind ein konsistentes Bündel von Maßnahmen." Sie könnten "ihre positive und stabilisierende Wirkung nur als Gesamtpaket" entfalten. Dafür brauche es die Kombination von Änderungen wie späterem Renteneintritt, höherem Nachhaltigkeitsfaktor, Einbeziehung weiterer Gruppen und gesetzlicher Kapitalrente.
Die geplante Abschaffung der "Rente mit 63" sei respektlos gegenüber Arbeitnehmern, so Anke Rehlinger (SPD). Sie plädiert, neben dem Lebensalter auch auf Beitragsjahre zu schauen.
03.08.2026 | 5:39 min"Rente mit 63" vor dem Aus?
In dem Appell wird explizit darauf hingewiesen, dass die derzeitige abschlagsfreie Frührente ungerecht sei: "Nach Daten der Rentenversicherung profitieren von dieser sehr teuren staatlichen Sonderleistung häufiger Besserverdienende, Gesündere und Männer.
Die Kommission will stattdessen sowohl die Menschen gezielter unterstützen, die kurz vor dem Renteneintritt aus gesundheitlichen Gründen ihren langjährigen Beruf nicht mehr ausüben können, als auch diejenigen, die trotz vieler Beitragsjahre nicht von ihrer Rente leben können."
Frank Bethmann aus dem ZDF-Wirtschaftsteam erklärt, wie private Altersvorsorge gelingt und was bei Rentenversicherungen, ETFs und Aktienfonds zu beachten ist.
18.11.2025 | 8:04 minExperten: Gesamtes Konzept bedroht
Hingegen werde die Alterssicherung "verlässlicher, fiskalisch nachhaltiger und sozialpolitisch zielgenauer", wenn die Empfehlungen der Rentenkommission umgesetzt würden.
"Die Regierung sollte diese Chance nutzen - und nicht verspielen", so die dringende Warnung der Fachleute. "Wer einzelne Bausteine streicht, muss einen wirksamen Ersatz nennen. Andernfalls fällt das gesamte Konzept zusammen, und die immer größer werdenden Probleme werden weiter vertagt - zulasten der Jüngeren, die schon heute unter steigendem Druck stehen."
Wulf Schmiese ist stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios.
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt in der Sendung "WISO" am 28.09.2026 ab 19:25 Uhr.
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