News kompakt: Neue Hoffnung im Kampf gegen Tuberkulose
Neue Impfstoffe gegen Tuberkulose, die derzeit entwickelt werden, könnten nach Einschätzung der internationalen Impfallianz Gavi Millionen von Menschenleben retten. Die voraussichtlich ab 2029 verfügbaren Vakzine hätten das Potenzial, das "nächste Blockbuster-Werkzeug zur Immunisierung" zu werden, sagte die Gavi-Vorsitzende Sania Nishtar. Voraussetzung sei jedoch, dass besonders von Tuberkulose betroffene Länder ausreichend, bezahlbar und verlässlich mit den Impfstoffen versorgt werden könnten.

Tuberkulose zählt zu den Infektionskrankheiten mit der weltweit höchsten Todesrate. Sie wird durch Bakterien verursacht, die in der Regel die Lunge befallen. Eine Erkrankung tritt bei Erwachsenen häufig erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Infektion auf.
Ukraine reagiert skeptisch auf Vorstoß zu Teil-Waffenruhe
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat eine überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump relativiert, wonach Russland und die Ukraine keine Energieanlagen im jeweils anderen Land mehr angreifen wollen. In einer Videobotschaft sprach Selenskyj von einem "starken Vorschlag" Trumps. Man werde einen solchen Schritt aber nur unterstützen, wenn die US-Regierung garantiere, dass Moskau den Krieg tatsächlich beenden wolle. Ein Abkommen müsse verlässlich sein und echte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben, betonte Selenskyj. Russland reagierte bisher nicht öffentlich auf die Äußerung des amerikanischen Präsidenten.

Trump hatte am Sonntag von einer "Dieselknappheit" gesprochen und die Ukraine aufgerufen, ihre Angriffe einzustellen. Nun bekräftigte er seine Einschätzung, der Anstieg des weltweiten Dieselpreises werde "größtenteils durch den Russland-Ukraine-Krieg verursacht" und nicht durch den anhaltenden Krieg gegen den Iran.
Pistorius trifft Pentagonchef Hegseth in Washington
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius reist zu einem mehrtägigen Besuch in die Vereinigten Staaten. Zum Auftakt wird er an diesem Dienstag im Pentagon seinen US-Kollegen Pete Hegseth treffen. Ein zentrales Gesprächsthema dürfte die Lieferung weiterer amerikanischer Waffen an die Ukraine sein. Im Kampf gegen Russland ist die ukrainische Armee insbesondere auf das Luftabwehrsystem Patriot angewiesen.

Für die Bundeswehr will Pistorius Ende der Woche in Texas persönlich den ersten von insgesamt 35 neuen Kampfjets vom Typ F-35 in Empfang nehmen. Die hochmodernen Jets sollen in den kommenden Jahren die alternde Tornado-Flotte ersetzen. Zudem hat sich Deutschland im Juli mit den USA auf den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern verständigt. Wann die ersten Systeme ausgeliefert werden, ist noch nicht bekannt.
USA streichen Emissionsvorschriften für Kraftwerke
Die US-Umweltbehörde EPA hebt Vorschriften zur Begrenzung klimaschädlicher Treibhausgas-Emissionen von Kohle- und Gaskraftwerken auf. Der Großteil der Bestimmungen, die unter der Regierung von Joe Biden eingeführt wurden, werde zurückgenommen, teilte EPA-Chef Lee Zeldin mit. Dadurch sollten der Industrie mehr als 300 Milliarden Dollar an Kosten erspart und die Energieproduktion gesteigert werden, heißt es.

Die Kohleverbrennung zur Stromerzeugung in den USA werde voraussichtlich um mehr als das Zehnfache steigen, kündigte die EPA an. "Die Amerikaner werden sinkende Strompreise erleben", sagte Zeldin wörtlich. Umweltschützer wollen die Entscheidung vor Gericht anfechten.
UN-Sicherheitsrat plant Sitzung zu Risiken von KI
Mit den Gefahren der Künstlichen Intelligenz sollen sich bald auch die Vereinten Nationen befassen. Das Thema KI werde bei der UN-Generaldebatte kommende Woche "ganz oben auf der Tagesordnung stehen", verlautete aus Diplomatenkreisen in New York. Dabei gehe es um die "existenzielle Bedrohung" für die globale Sicherheit und um Risiken für Kinder. Auch im Weltsicherheitsrat seien Beratungen dazu geplant.

Die Chefs führender KI-Unternehmen in den USA hatten am Wochenende dazu aufgerufen, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen. US-Präsident Donald Trump sprach sich gegen eine Regulierung aus. Gegen KI sei derzeit eine - wie er meinte - "kranke Verschwörung" im Gange. Sich selbst erklärte Trump zur besten Kontrollinstanz. Die einzig nötige Leitplanke für KI sei ein Präsident mit hoher Intelligenz - und den hätten die USA, so Trump.
Deutschland und Polen verschenken zehntausende Zugtickets
Zum 35. Jubiläum ihres Nachbarschaftsvertrags vergeben Deutschland und Polen insgesamt 60.000 kostenlose Zugtickets an junge Erwachsene. Der "Freundschaftspass" umfasst laut Bundesverkehrsministerium sieben flexible Reisetage im jeweiligen Nachbarland sowie eine kostenlose Hin- und Rückfahrt im Heimatland. Er gilt für Reisen im Zeitraum von November 2026 bis Oktober 2027. Bewerben können sich Interessierte im Alter von 18 bis 27 Jahren.

Die Aktion, die an diesem Dienstag startet, mache die enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Polen für die junge Generation "konkret erlebbar", sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Außerdem verbinde der Freundschaftspass "die Idee eines vereinten Europas mit nachhaltiger Mobilität", fügte Bilger hinzu.
wa/jj (afp, dpa, rtr)
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