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Saturday, October 24, 2026

RB atmet auf, HSV-Serie reißt: Werder schnuppert dank Tormaschine Füllkrug Europa-Luft

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Niclas Füllkrug trifft weiter, wie er will. Mit einem Doppelpack in Mainz schießt er Werder Bremen ins obere Tabellendrittel. RB Leipzig fängt sich nach zwei Klatschen, Schalke hat weiter Sorgen. Und der HSV verliert spät.

Mainz 05 - Werder Bremen 2:3 (1:2)

Niclas Füllkrug trifft einfach weiter, wie er will: Der Torgarant von Werder Bremen hat die Norddeutschen an die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga herangeführt - und ein weiteres deutliches Zeichen an Bundestrainer Jürgen Klopp geschickt. Beim wilden 3:2 (2:1) der Bremer beim FSV Mainz 05 glänzte der Angreifer mit einem Doppelpack und unterstrich seinen Anspruch auf eine Rückkehr ins deutsche Nationalteam.

Mit zwei verwandelten Foulelfmetern (7./25.) trug Füllkrug maßgeblich zum dritten Saisonsieg der Grün-Weißen bei. Seine Zahlen sind beeindruckend: Er traf im sechsten Ligaspiel nacheinander und steht inzwischen bei acht Toren. Dazu war Ludovit Reis (61.) für die Gäste erfolgreich. Mainz verpasste trotz der Tore von Anthony Caci (33.) und Jae-Sung Lee (63.) den ersten Heimsieg der Saison, zuletzt hatte der FSV im März in der Liga zu Hause gewonnen.

Klopp hatte unter der Woche mit einem Schmunzeln noch Bedenken aufgrund von Füllkrugs Alter durchblicken lassen. Der Bremer schieße zwar "ein Tor nach dem anderen - aber er ist 33. Das ist nicht meine Schuld."

Füllkrug, entgegnete Werder-Coach Daniel Thioune, gehöre "aktuell zu den besten deutschen Stürmern". Dies stellte der 24-malige Nationalspieler in Mainz umgehend unter Beweis: Nachdem Stefan Posch den Bremer Arthur von den Beinen geholt hatte, blieb Füllkrug vom Punkt einmal mehr eiskalt. Anders als in den vorherigen drei Partien musste Werder diesmal keinem Rückstand hinterherlaufen. Als erste Mannschaft der Bundesliga-Geschichte hatten die Bremer zuletzt dreimal nach einem 0:2 noch gepunktet.

Nach der Werder-Führung entwickelte sich ein temporeiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Bremen profitierte aber von einem weiteren plumpen Foul der Gastgeber: Der Mainzer Danny da Costa brachte Marco Grüll zu Fall, Füllkrug, der schon in der Vorwoche gegen den SC Paderborn (2:2) doppelt getroffen hatte, verwandelte auch den zweiten Elfmeter sicher. Nachdem sich für den Torjäger bei einer Ecke frei im Strafraum sogar die Chance auf den dritten Treffer ergeben hatte, verkürzte Caci per Kopf. Mainz erhöhte danach den Druck: Phillipp Mwene verpasste den Ausgleich knapp (40.).

Die Bremer sahen sich nach dem Seitenwechsel zahlreichen Angriffen der Rheinhessen ausgesetzt. Thiounes Team verteidigte konzentriert und ließ wenig zu, schaffte es offensiv aber seltener, Füllkrug in Szene zu setzen. Reis hatte dafür beim 3:1 Glück, dass Mwene den Ball unhaltbar abfälschte. Lees schnelle Antwort per Kopf sorgte für Spannung in der Schlussphase. Füllkrug wurde in der 81. Minute ausgewechselt und schimpfte dabei in Richtung der eigenen Bank. Die Gründe dafür waren zunächst unklar.

RB Leipzig - SV Elversberg 4:0 (0:0)

RB Leipzig hat Wiedergutmachung für die jüngsten Nackenschläge betrieben. Nach den herben Pleiten bei Bayern München und Real Madrid fuhren die ambitionierten Sachsen am Samstag gegen Aufsteiger SV Elversberg trotz schwacher erster Halbzeit einen 4:0 (0:0)-Pflichtsieg ein. Auch der in den vergangenen Wochen öfter kritisierte RB-Trainer Martín Demichelis darf aufatmen. Tidiam Gomis (48.), Romulo (66./90.+4) und der gerade nach monatelanger Verletzungspause zurückgekehrte Christoph Baumgartner (84.) trafen für die Leipziger, die mit zwölf Punkten Anschluss an die Tabellenspitze hielten. 

Nach dem 1:6 in der Liga bei den Bayern und dem 1:4 in der Champions League bei Real am vergangenen Mittwoch braucht RB zwingend einen konstanten Erfolgslauf. Beim Drittligisten Rot-Weiß Essen zählt am Dienstag (18.00 Uhr/Sky) in der 2. Runde des DFB-Pokals erneut einzig und allein ein überzeugendes Weiterkommen. Anschließend müssen auch am Samstag bei Schalke 04 Punkte folgen.

Vor der Partie gegen Elversberg hatte Leipzigs Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer seinem Coach, über den zuletzt immer wieder öffentlich diskutiert worden war, den Rücken gestärkt. Demichelis habe "sehr viel Kredit", sagte er bei Sky. Leipzig habe zu Hause "wirklich gute Leistungen gezeigt, auswärts nicht". Man sei überzeugt, "dass wir das gemeinsam mit der Mannschaft in den Griff bekommen und auch gemeinsam unsere Ziele erreichen".

Dafür steuerte Demichelis gegen Elversberg nach den jüngsten Mammutaufgaben die Belastung und veränderte die Startelf im Vergleich zum Real-Spiel auf acht Positionen. Unter anderem stand Ersatzmann Örjan Nyland für den formstarken Stammkeeper Maarten Vandevoordt im Tor, Kapitän David Raum saß zunächst nur auf der Bank und Torjäger Christopher Nkunku fehlte aufgrund von Adduktorenbeschwerden gänzlich.

Doch die neu zusammengewürfelte Mannschaft tat sich im ersten Durchgang schwer. Leipzigs aussichtsreichste Chance im ersten Durchgang war ein Schlenzer von Antonio Nusa (25.), den der Norweger jedoch einige Meter zu hoch ansetzte. Elversberg war in der Folge die klar bessere Mannschaft. David Mokwa (37.) zwang Nyland mit einem spektakulären Volley aus 25 Metern zu einer Parade. Zwei Minuten später war der Stürmer bei einem Konter frei durch, seinen Abschluss aus spitzem Winkel klärte Willi Orban.

Nach der Pause zeigte Leipzig sofort ein anderes Gesicht. Nusa zog nach einem Einwurf gleich mehrere Gegner auf sich. Mit Übersicht bediente er den freistehenden Gomis, der eiskalt vollstreckte. Neun Minuten später war der Franzose erneut frei durch. Nach einem langen Abwurf von Nyland scheiterte der 20-Jährige an SVE-Torwart Nicolas Kristof. Zwar gaben sich die Elversberger nicht auf, RB agierte jedoch effizient. Der eingewechselte Romulo traf nach einem genialen Pass von Nusa durch die Beine von Kristof, ehe der ebenfalls frisch ins Spiel gekommene Baumgartner und Romulo selbst nachlegten.

1. FC Köln - FC Schalke 04 0:0

Schalke 04 tritt in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Stelle. Beim 1. FC Köln wirkte das Team von Trainer Miron Muslic zwar dem akuten Abwärtstrend entgegen, doch nach dem 0:0 wartet Schalke seit nun vier Ligaspielen auf den zweiten Saisonsieg. Nach dem ordentlichen Saisonstart rutscht der Aufsteiger mit sechs Punkten zunehmend in die Abstiegszone. Immerhin ein wenig mehr Luft hat Köln mit nun acht Zählern. Das Team von Trainer René Wagner bleibt auch im vierten Heimspiel ungeschlagen und konnte alle Punkte im eigenen Stadion einfahren. Gegen harmlose Schalker wäre mit einer inspirierteren Offensivleistung allerdings auch ein Sieg möglich gewesen.

Noch ideenloser war Schalke und offenbarte einmal mehr seine eklatanten Offensivprobleme. Erst vier Tore gelangen den Königsblauen - Tiefstwert in der Bundesliga. Zu den sportlichen Problemen kamen am Samstag auch personelle Sorgen. Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi mussten nach einem Zusammenstoß mit Kopfverletzungen ausgewechselt werden. Beide Profis konnten den Platz immerhin eigenständig verlassen und waren ansprechbar. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den FSV Mainz 05 wollte Muslic die Kölner Heimwucht "eindämmen" - und zwar "gemeinsam, geschlossen, im Kollektiv". Köln dagegen zählte voll auf seine Stärke im eigenen Stadion. "Wir wollen zu Hause eine Macht werden und unsere Bilanz beibehalten", sagte Trainer Wagner. 

Die 50.000 Fans sahen zunächst einen ausgeglichenen Auftakt, dann übernahm Köln mehr und mehr die Ballkontrolle. Gefährlich wurde es vor allem, wenn Hoffnungsträger Said El Mala beteiligt war. In der 17. Minute wühlte sich der Nationalspieler durch den Strafraum und schloss ab. Nach der Parade von Schalke-Keeper Loris Karius kam der Ball zu Isak Johannesson, der aus kurzer Distanz zur vermeintlichen Führung einschob. Doch der Isländer hatte sich zuvor im Abseits aufgehalten (17.). Köln war nun dominanter, kam aber nur selten zu nennenswerten Chancen. Ein Nachschuss von El Mala landete neben dem Tor (18.), ein Abschluss aus zentraler Position flog über die Latte (45.+7).

Schalke konzentrierte sich auf die Defensive - und musste noch vor der Pause umbauen. Gosens und El-Faouzi schlichen mit Turban und blutüberströmten Trikots vom Platz. Neu ins Spiel kamen Janik Bachmann und Vitalie Becker. Nach der Pause verlor Köln den Faden. Schalke kam selten, aber gefährlicher nach vorne. Einen Kopfball von Junior Adamu parierte Kölns Torhüter Marvin Schwäbe, der Abschluss von Junior Dina Ebimbe wurde geblockt (70.), Satoshi Tanaka traf den Pfosten (79.).

SC Paderborn - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Der Hamburger SV hat nach drei Siegen in Folge einen Dämpfer kassiert. Das Team von Trainer Merlin Polzin unterlag bei Aufsteiger SC Paderborn mit 0:1 (0:0), die eingewechselte HSV-Leihgabe Rayan Philippe (88.) traf spät.

So verpasste es der HSV erstmals seit 17 Jahren in der Fußball-Bundesliga vier Spiele in Serie zu gewinnen, bleibt aber im Tabellenmittelfeld. Die Paderborner verließen vorerst die Abstiegszone.

Die Hamburger treffen nun zweimal auf Eintracht Frankfurt. Am Dienstag kommt die SGE zum Duell im DFB-Pokal in den Hamburger Volkspark, am Sonntag reist der HSV zum Bundesligaspiel nach Hessen. Paderborn erwartet am Mittwoch im Pokal den VfB Stuttgart, ehe am Samstag das Kellerduell in der Bundesliga bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach wartet. Polzin, der vor der Partie von seiner Mannschaft gefordert hatte, "total aggressiv und scharf" in die Begegnung zu gehen, sah eine schläfrige Anfangsphase. So kam Paderborns Laurin Ulrich zur ersten Gelegenheit des Spiels, nachdem HSV-Kapitän Yussuf Poulsen eine Freistoßhereingabe unzureichend klärte. Ulrichs Schuss rauschte jedoch knapp rechts vorbei (3.). 

Bitter für die Gäste: Fabio Vieira verletzte sich früh ohne Gegnerkontakt, Otto Stange kam für ihn in die Partie. In der Folge versuchte der HSV, sich ins Spiel zu kämpfen. Zwar eroberten die Hamburger immer wieder den Ball, doch der ging meist schnell wieder an Paderborn, das mit seinem Ballbesitz allerdings wenig anzufangen wusste. So entwickelte sich eine zähe erste Hälfte, in der es der HSV immer wieder mit langen Bällen hinter die Paderborner Abwehrkette probierte. Die Hintermannschaft des Aufsteigers hatte jedoch keine Probleme damit. Im Offensivspiel des SCP blieb das Sturmduo Stefano Marino und Steffen Tigges, von dem Trainer Ralf Kettemann gehofft hatte "den Flow mitnehmen" zu können, vor der Pause unauffällig. 

Nach Wiederbeginn kam Paderborns Santiago Castaneda zur bis dahin besten Chance der Partie, scheiterte jedoch am hervorragend reagierenden Torhüter Daniel Heuer Fernandes (47.). Kettemanns Team blieb auf dem Gaspedal, scheiterte jedoch zu häufig am letzten Pass. Hamburg hingegen präsentierte sich weiterhin ideenlos. Terem Moffi verzog zunächst deutlich (59.), Bilal Nadir vergab anschließend aus aussichtsreicher Freistoßposition (63.). Castaneda (73.) fand derweil erneut seinen Meister in Heuer Fernandes, der Schuss von Laurin Curda (74.) landete am Außenpfosten. Dann ließ Joker Philippe Paderborn jubeln.

FC Augsburg - Union Berlin 1:1 (0:0)

Der FC Augsburg hat seinen Negativlauf nicht stoppen können: Die furios in die Saison gestartete Mannschaft von Trainer Manuel Baum kam gegen Union Berlin nicht über ein mageres 1:1 (0:0) hinaus und blieb auch im fünften Spiel in Folge ohne Sieg. Die Köpenicker setzten ihren leichten Aufwärtstrend fort.

Han-Noah Massengo brachte den FCA in Führung (71.). Janik Haberer glich aus (74.). Augsburg, das zu Saisonbeginn sogar Tabellenführer gewesen war, spielte ab der 19. Minute zunächst in Überzahl. Der Ex-Augsburger Felix Uduokhai hatte wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen. Allerdings wurde in der 63. Minute auch FCA-Verteidiger Juma Bah wegen groben Foulspiels des Feldes verwiesen. Union, das sich zuletzt schon mit einem Sieg gegen Elversberg und einem Remis gegen Dortmund etwas Luft verschafft hatte, bleibt im Tabellenkeller. Der Druck ist vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Sonntag (1.11.) aber nicht mehr ganz so groß. Der FCA ist nächsten Samstag gegen den SC Freiburg gefordert.

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Co-Trainer Danks will mit Kompany nicht über Fußball reden

Union-Trainer Mauro Lustrinelli hatte vor dem Anpfiff von einer "gewissen Euphorie" gesprochen. Doch davon war zunächst wenig zu sehen. Der FCA übernahm sofort das Kommando. Allerdings mussten die Gastgeber einen frühen Schock wegstecken: Calvin Brackelmann wurde nach einem heftigen Zusammenprall mit Uduokhai (9.) stark benommen vom Feld geführt. Für Brackelmann kam Jeffrey Gouweleeuw. Für den FCA-Kapitän war es der 275. Bundesliga-Einsatz für die Augsburger. Er löste damit Daniel Baier als Rekordspieler des Klubs ab.

Nach dem Schreckmoment blieb Augsburg am Drücker. Union schwächte sich sogar noch selbst. Nach einem Patzer riss Uduokhai Michael Gregoritsch, der alleine auf das Berliner Tor zusteuerte, um. Der FCA erhöhte nun den Druck, tat sich aber bei seinem Powerplay gegen nun extrem tief stehende Unioner schwer. Nach dem Wechsel bot sich den Fans das gleiche Bild. Der FCA rannte an, Union hielt mit Leidenschaft dagegen. Allerdings wurde die gut geordnete Berliner Defensive nur selten ernsthaft gefordert. Zu allem Überfluss sah Bah dann auch noch Rot. Augsburg blieb dran und wurde auch belohnt. Lange währte die Freude allerdings nicht.

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