Aufnahmen offenbaren Notruf-Chaos

- 31 Minuten vergingen zwischen dem ersten Notruf und der offiziellen Bestätigung, dass medizinische Hilfe im Gefängnis Riverbend benötigt wurde.
- Hintergrund ist der gescheiterte Hinrichtungsversuch der 50-jährigen Christa Pike in Tennessee, die zwei Dosen Pentobarbital überlebte.
- Pikes Anwälte rechneten zunächst nicht mit ihrem Überleben; sie erwachte jedoch und konnte wieder sprechen und mit Unterstützung gehen.
Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee hat sich die medizinische Notfallversorgung wegen Missverständnissen zwischen Einsatzkräften und Gefängnisverantwortlichen verzögert. Das geht aus Notrufmitschnitten hervor, die die Nachrichtenagentur AP ausgewertet hat. Die Aufzeichnungen zeigen, dass wertvolle Minuten verstrichen, während Behörden und Rettungskräfte zu klären versuchten, ob ein Hilferuf aus der Hinrichtungskammer tatsächlich berechtigt war.
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Der erste Notruf ging demnach am 30. September um 20.40 Uhr ein. Erst um 21.11 Uhr bestätigten die Gefängnisverantwortlichen, dass der Hilferuf berechtigt war. Um 21.03 Uhr hatte eine nicht identifizierte Person laut Mitschnitt noch erklärt, der Notruf sei ein Fehlalarm und im Gefängnis Riverbend werde keine medizinische Hilfe benötigt. Vier Minuten später meldete eine Einsatzkraft, dass eine Person vor dem Gefängnistor auf sofortige Hilfe dränge.
Die 50-jährige Pike war nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch ins Krankenhaus gebracht worden. Sie hatte zwei Dosen des Narkosemittels Pentobarbital überlebt, mit dem sie hingerichtet werden sollte. Pike war wegen der Tötung ihrer Mitschülerin Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden.
Pike wurde zeitweise künstlich beatmet. Ihre Anwälte rechneten zunächst nicht mit ihrem Überleben. Später erwachte sie jedoch, konnte wieder sprechen und mit Unterstützung gehen.
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Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
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