Strom tanken – In Basel entsteht eine Bus-Garage mit 144 Ladestationen

Vier Stunden – so lange braucht ein E-Bus der Basler Verkehrsbetriebe BVB, bis er geladen ist. An der Schnell-Ladestation geht es deutlich schneller. «Da kann man ihn in zehn Minuten zu 80 Prozent laden», sagt BVB-Direktor Bruno Stehrenberger.
Stehrenberger steht dabei vor dem Rohbau der neuen Busgarage «Rank», die in Basel gebaut wird. Bis Dezember 2027 sollen alle BVB-Busse klimaneutral unterwegs sein. Und um das zu erreichen, braucht es nicht nur E-Fahrzeuge, sondern eben auch die nötige Infrastruktur. Darum bauen die BVB die neue Busgarage.
Eine der grössten und modernsten in Europa, sagt Stehrenberger. «Wir werden die ganze Busflotte aus dieser modernen Garage heraus betreiben.» Im Innern der neuen Garage entstehen darum 144 Bus-Parkplätze auf vier Stockwerken, jeweils versehen mit Ladestationen.
Moderne Halle für E-Busse
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 3. Auf vier Ebenen entstehen 144 Busparkplätze – jeweils versehen mit einer Ladestation. Bildquelle: SRF/Simone Weber.
-
Bild 2 von 3. Dafür verlegen die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter 68 Kilometer Kabel in der neuen Busgarage. Bildquelle: SRF/Simone Weber.
-
Bild 3 von 3. Diese hat ungefähr die Fläche eines Fussballfeldes. Zudem wird in zwei Tanks Regenwasser für die Waschanlage gesammelt. Bildquelle: SRF/Simone Weber.
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
Diese Umstellung der Busflotte auf E-Antrieb koste insgesamt 360 Millionen Franken, 160 davon gingen in die Infrastruktur, sagt Stehrenberger.
Die Anschaffung der E-Fahrzeuge sei zwar teurer als die herkömmliche Flotte mit Verbrennungsmotoren. Doch die Anschaffung lohne sich trotzdem nicht nur aus Umweltgründen: «Die E-Fahrzeuge sind in Betrieb und Unterhalt günstiger», sagt Stehrenberger. «Auch wenn man sieht, in welche Richtung sich der Dieselpreis entwickelt, ist der Betrieb einer E-Flotte finanziell sinnvoll.»
Viele Transportunternehmen stellen ihre Busflotten bis 2035 um.
Basel nehme mit dem Bau der Garage und der Umstellung der gesamten Busflotte eine Vorreiterrolle an, findet Michael Schallschmidt vom Verband öffentlicher Verkehr (VöV).
Alleine sei Basel mit dem klimabewussten Umgang des öffentlichen Verkehrs aber nicht: «Viele Transportunternehmen stellen ihre Busflotten bis 2035 um.» Schallschmidt nennt als Beispiele die Verkehrsbetriebe in Bern, Zürich, Luzern und Zug sowie Postauto.
Anfang 2026 wurden von den 7300 Bussen des öffentlichen Verkehrs 850 mit Strom betrieben. «Elektrobusse machen mittlerweile etwas mehr als 11 Prozent der heutigen Flotte aus», schreibt das Bundesamt für Verkehr (BAV). Rechne man reine Trolleybusse dazu (Strom via Oberleitung), seien es 18 Prozent.
18 Prozent genügen dem Bund aber nicht. Die Schweiz muss nämlich bis 2050 klimaneutral sein. Die CO2-Emmissionen des öffentlichen Verkehrs müssen demnach drastisch reduziert werden. Das BAV will den Übergang von gas- und dieselbetriebenen Fahrzeugen beschleunigen und übernimmt einen Teil der Anschaffungskosten von E-Bussen. Und das nutzen die ÖV-Unternehmen. Bisher habe man Anträge von rund 40 Millionen Franken bewilligt, so das BAV.
Auch sind kleinere Städte wie etwa Schaffhausen, Kreuzlingen oder Sion bereits weit auf ihrem Weg der Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs.
Der Verband setzte sich zum Branchenziel, dass bis 2040 der gesamte öffentliche Verkehr elektrifiziert ist. Und er ist «zuversichtlich», dass das klappt. Dies nicht zuletzt, weil auch das Unternehmen Postauto, welches vor allem in den ländlichen Regionen unterwegs ist, mitmache.
Der grösste ÖV-Anbieter startete in den Bergen
«Bei Postauto begann die Reise in das E-Zeitalter vor zehn Jahren in Saas Fee», sagt Unternehmenssprecherin Katharina Merkle. 2016 schickte der grösste Anbieter von öffentlichem Verkehr erstmals zwei E-Busse auf Reise. Sie brachten Wintersportlerinnen und -sportler vom Busterminal zu den Bergbahnen, so Postauto.
Zehn Jahre später hat Postauto das E-Bus-Netz deutlich ausgebaut. Bald wird jeder 10. Bus mit Strom betrieben. «Die Elektrifizierung unserer 2000 Busse bis 2035 ist eine der grössten Transformationen unserer 120-jährigen Geschichte», sagt Merkle.
80 Tonnen CO2 sparen pro Bus und Jahr
Wie viel die Umstellung von Gas- oder Dieselbussen auf Strom bewirkt, rechnet der Verband öffentlicher Verkehr vor. Pro Bus und Jahr werden 80 Tonnen CO2 eingespart, so der Branchenverband.
Zum eingesparten CO2 kommt ein weiterer Vorteil, den mehrere Transportunternehmen hervorheben: Elektrobusse sind deutlich leiser als herkömmliche Fahrzeuge. Am Branchentreffen «Bus 26» des Verbandes öffentlicher Verkehr wurden dieses Jahr nur E-Busse und ein Wasserstoff-betriebenes Fahrzeug ausgestellt. Diesel- oder Gasbusse waren keine zu sehen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.