Susan Dell sorgt für Wirbel – wie viel kostet ein neues Gesicht?

- Susan Dell, Ehefrau von Milliardär Michael Dell, sorgt nach ihrem Auftritt im Weissen Haus mit ihrem veränderten Aussehen für Diskussionen.
- Chirurgin Jennifer Armstrong vermutet nach einem Vorher-Nachher-Vergleich mehrere plastisch-chirurgische Eingriffe – mit einem ihrer Einschätzung nach missglückten Resultat.
- Spitzen-Facelifts kosten in New York oder Los Angeles bis zu 300’000 Dollar, günstigere Eingriffe in der Türkei oder Mexiko sind ab rund 3000 Dollar erhältlich.
Die Ehefrau des milliardenschweren Unternehmers Michael Dell sorgt nach ihrem Auftritt im Weissen Haus für heftige Diskussionen. Besonders ihr Aussehen hat Spekulationen darüber ausgelöst, ob sich die 62-Jährige plastisch-chirurgischen Eingriffen unterzogen hat. Viele Nutzerinnen und Nutzer in den sozialen Medien sind der Ansicht, Dell sehe heute deutlich anders aus – und nicht wie eine natürlich gealterte Version ihrer selbst.
Die auf Prominente spezialisierte Schönheitschirurgin Jennifer Armstrong verglich Vorher-Nachher-Aufnahmen von Dell. Dabei stellte sie fest, dass sich die Form bestimmter Gesichtspartien nicht verändert habe – obwohl dies im Zuge des natürlichen Alterungsprozesses zu erwarten gewesen wäre. Armstrong vermutet deshalb mehrere Eingriffe. Das Resultat sei ihrer Einschätzung nach trotz der beträchtlichen finanziellen Mittel nicht gelungen.
Eine jüngere Version von sich selbst
Prominente in den USA zahlen hohe Summen, um frischer und jünger auszusehen – nicht jedoch, um zu einer anderen Person zu werden. Der renommierte plastische Chirurg Sean Alemi, der eine Praxis an der Park Avenue in Manhattan betreibt, sagte «Business Insider», seine Kundschaft bringe in der Regel keine Fotos attraktiver anderer Menschen als Vorlage mit. Stattdessen zeigten ihm viele alte Aufnahmen von sich selbst.
Der Prozess beginne oft schleichend, erinnerte sich eine wohlhabende New Yorkerin im Gespräch mit «The Cut»: Zunächst hätten sie die kleinen Fältchen um die Augen gestört, später sei ihr Hals in den Fokus gerückt.
Eine OP so teuer wie eine Ferienwohnung im Wallis
Die Preisspanne bei Facelifts ist enorm. Einer Recherche des «Wall Street Journal» zufolge sind günstigere Eingriffe in der Türkei, Mexiko oder Brasilien bereits für rund 3000 Dollar erhältlich. Spitzenchirurgen in New York oder Los Angeles verlangen dagegen bisweilen mehr als 300’000 Dollar. Für diese Summe ist im Wallis eine kleine bis mittelgrosse Ferienwohnung in guter Lage durchaus erhältlich.
«Es ist wirklich der Wahnsinn», sagte Melinda A. Farina, Gründerin der Beratungsfirma Beauty Brokers Inc., die sowohl Patientinnen und Patienten als auch Ärztinnen und Ärzte zu ästhetischen Eingriffen berät. «Ich kenne Chirurgen, die für ein Deep-Plane-Facelift 12’000 Dollar verlangen, und andere, die dafür 350’000 Dollar berechnen.»
Was ist ein Deep-Plane-Facelift?
Ein Deep-Plane-Facelift ist eine anspruchsvolle Form der Gesichtsstraffung. Dabei wird nicht nur die Haut gestrafft: Der Chirurg löst und repositioniert gezielt tiefere Gewebeschichten, insbesondere das sogenannte SMAS (Superficial Musculoaponeurotic System). Diese Schicht aus Bindegewebe, Muskeln und Fett prägt unter anderem Wangen, Kieferlinie und Hals.
Ziel ist es, abgesunkenes Gewebe möglichst natürlich in eine frühere Position zurückzuverlagern, statt die Haut stark zu spannen. Dadurch sollen etwa eingefallene Wangen, ausgeprägte Nasolabialfalten oder eine erschlaffte Kieferpartie korrigiert werden.
Der Eingriff gilt als technisch anspruchsvoll und wird häufig mit längerer Haltbarkeit sowie einem natürlicheren Ergebnis beworben. Wie bei jeder Operation bestehen jedoch Risiken, etwa Blutungen, Infektionen, Verletzungen von Gesichtsnerven oder auffällige Narben.
Kris Jenner, das Oberhaupt des Kardashian-Clans, gilt als bekennende Anhängerin luxuriöser Facelifts. Sie liess sich im vergangenen Jahr vom renommierten New Yorker Chirurgen Steven Levine operieren. Dieser soll für Facelifts rasch sechsstellige Beträge verrechnen. Die hohen Honorare hätten laut Farina auch eine abschreckende Wirkung: «Auf diese Weise sortieren wir jene Patientengruppe aus, die wir eigentlich nicht in unserer Praxis haben wollen», sagte sie dem «Wall Street Journal».
Entspricht der Preis tatsächlich dem Gegenwert?
«Der Preis spiegelt nicht immer das Niveau und die Expertise wider, die in den Eingriff fliessen – aber häufig ist das durchaus der Fall», sagte Ashkan Ghavami, plastischer Chirurg aus Beverly Hills.
Was hältst du von teuren Schönheitsoperationen, wenn es um ein möglichst junges Aussehen geht?
Die hohen Kosten seien jedoch gerechtfertigt, meint er, und vergleicht das eigene Aussehen mit luxuriösen Konsumgütern: «Die Leute zahlen 50’000 bis 75’000 Dollar für eine Handtasche, die sie verlieren könnten. Hier geht es vielleicht um 100’000 oder 150’000 Dollar für die richtige Facelift-Technik. Schliesslich handelt es sich um das eigene Gesicht.»
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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