Betrug im Onlinehandel – Fake Shops: So entlarven Sie sie und reagieren richtig

Das ist das Problem: Im Netz tauchen ständig neue Onlineshops auf, die echten Anbietern stark ähneln. Doch es sind Fakes mit geklauten Logos, Texten und Bildern. Dahinter steckt eine alte Betrugsmasche, die Kopien werden dank KI aber immer besser und perfider. Wer aus Versehen bei einem Fake Shop etwas bestellt, riskiert, neben viel Geld auch die Kreditkartendaten zu verlieren. Kürzlich hat ein deutscher IT-Unternehmer ein ganzes Netzwerk mit rund 120'000 solchen Betrugs-Shops enthüllt. Deutsche Medien haben darüber berichtet.
Sind auch Schweizer Shops betroffen? Ja. Zum Beispiel waren/sind von der Möbelhändlerin Micasa, der Migros oder auch von der Produzentin von Kaffeevollautomaten Jura und dem Sportartikelhändler Gorillasports Fake Shops online. Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Ständig tauchen neue Kopien auf und verschwinden wieder.
Bis zu einem gewissen Grad sind wir dem aber ausgeliefert.
Der Kampf gegen die Betrugsseiten ist für betroffene Firmen nicht einfach: «Wir unternehmen, was wir können. Bis zu einem gewissen Grad sind wir dem aber ausgeliefert», sagt etwa ein Sprecher von Jura im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Seine Firma sei aber froh um Hinweise, falls jemand auf einen Fake stosse. Dann melde man dies unter anderem bei Google oder auch beim Zahlungsdienstleister, den die Betrüger für die Betrugsseite missbrauchen. Ziel: Sie sollen verhindern, dass Leute dort einzahlen.
Wie unterscheiden sich die Fakes von den Originalshops? Es fängt schon bei der Internetadresse an, diese ist leicht geändert. Getmicasa statt Micasa zum Beispiel, oder Gorillasportsproducts statt Gorillasports. Häufig kommt die Endung «.shop» dazu. Oft sind die Preise nicht in Franken, sondern in Dollar angegeben, und die Produkte sind verdächtig günstig. Das sind nur ein paar Merkmale, bei denen Sie stutzig werden sollten.
Was tun, wenn man eine solche Seite entdeckt? Melden. Dem Originalshop, aber auch der Cybercrime-Polizei – einer spezialisierten Abteilung der Kantonspolizei Zürich – oder dem Bundesamt für Cybersicherheit. Diese versuchen dann unter anderem im Rahmen der (gesetzlichen) Möglichkeiten, eine Sperrung dubioser oder betrügerischer Seiten zu erreichen.
Ohne Bekanntgabe einer CH-Adresse innerhalb von 30 Tagen schaltet Switch die Domain in der Regel offline.
Bei Verdacht auf betrügerische Shops mit den Domains «.ch» und «.swiss» melde man diese an die Schweizer Registrierungsstelle Switch, schreibt die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage: «Ohne Bekanntgabe einer CH-Adresse innerhalb von 30 Tagen schaltet Switch die Domain in der Regel offline.» Bei Fake Shops mit ausländischen Domains bestehe hingegen keine rechtliche Handhabe. Man könne lediglich den ausländischen Hoster um eine Sperrung anfragen.
Fragwürdig bis betrügerisch ist das sogenannte «Swiss Washing» im Onlinehandel. Sprich, eine Internetadresse mit «.ch» am Schluss und eine rührselige Schweizer Gründergeschichte. In Tat und Wahrheit ist alles aber nur ein Deckmantel, um Billigware aus dem Ausland zu verhökern. Zurücksenden lässt sich die Ware gar nicht oder nur zu immensen Portokosten, da zum Beispiel ein «Zentrallager in Asien» angegeben ist.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) hat kürzlich vor dieser Masche gewarnt. Demnach lohnt es sich immer, bislang unbekannte «.ch»-Shops genau anzuschauen. Die Alarmglocken sollten gemäss Bacs unter anderem dann schrillen, wenn ein Impressum fehlt oder wenn das Impressum zum Beispiel auf eine Person in Portugal verweist. Oder wenn unter den Bedingungen zur Rückerstattung erwähnt wird, dass sich das Hauptlager in Asien befinde. Ein Check des Shop-Namens auf Bewertungsplattformen wie Trustpilot kann ebenfalls Hinweise darauf liefern, ob ein Shop seriös ist oder nicht.
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