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Wednesday, November 4, 2026

Zwischenwahlen in den USA – Republikaner für Trump-Treue bestraft – Demokraten mit Sensation

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Die Demokratische Partei hatte allen Grund, zuversichtlich in die Wahlnacht zu gehen. Das Resultat dürfte aber selbst die grössten Optimisten überrascht haben.

Die Demokraten gewinnen einen Senatssitz in Kansas, wo seit 94 Jahren kein Demokrat mehr in die kleine Kammer entsandt wurde. Und sie schaffen eine ähnlich grosse Sensation in den konservativen Südstaaten South Carolina und Texas.

Votum gegen Trump – und Musks Millionen

South Carolina und Texas haben gemeinsam, dass in beiden Bundesstaaten von Donald Trump handverlesene Kandidierende vom Wahlvolk zurückgewiesen wurden. US-Präsident Trump war bis zu diesen Zwischenwahlen der Königsmacher in der Republikanischen Partei. Wer sich öffentlich gegen ihn stellte, konnte seine politischen Ambitionen praktisch begraben.

Seit dieser Nacht ist klar: Wer zu stark mit der Marke Trump verbunden ist, wird abgestraft. Da nützte es auch nicht, dass Trumps Einflüsterer und Tech-Milliardär Elon Musk fast eine halbe Milliarde (!) US-Dollar in diesen Wahlkampf steckte.

Und selbst das fragwürdige Neuziehen von Wahlkreisen in republikanisch regierten Staaten dürfte letztlich nach hinten losgehen. Die Wahlkreise wurden in der Annahme gezeichnet, dass die Latinos wie vor zwei Jahren erneut republikanisch wählen würden. Doch nicht zuletzt wegen der Methoden der US-Einwanderungsbehörde ICE kehrten Wählende mit Wurzeln in Lateinamerika Trump und seiner Partei den Rücken.

Lebenshaltungskosten als Top-Thema

Auch in anderen Bereichen waren die Verfehlungen der amtierenden Regierung für viele Wählende zu offensichtlich. So trat Trump mit dem Versprechen an, keine neuen Kriege zu starten und das Leben für den Durchschnittsamerikaner wieder erschwinglicher zu machen.

Stattdessen ging der Präsident ohne erkennbare Strategie in den Iran-Krieg, dessen Ende nicht absehbar ist und der dazu führte, dass die Wählenden bei der Fahrt zur Tankstelle tagtäglich an die gebrochenen Versprechen dieser Regierung erinnert werden. Trumps Versuch, die hohen Lebenshaltungskosten auch nach zwei Jahren im Amt seinem Vorgänger Joe Biden anzulasten, verfing nicht. Ebenso wenig Gehör hatten die Wählenden für die als antimuslimisch kritisierten Angriffe auf den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed im Bundesstaat Michigan.

Demokraten vor heikler Aufgabe

Die Demokraten, die ab Januar beide Parlamentskammern dominieren, dürften versucht sein, ein neues Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten zu bemühen. Gründe gäbe es genug. Doch viele Bürgerinnen und Bürger fordern nun Taten. Denn so krachend die Niederlage für die Republikaner auch ist: Die Zwischenwahlen waren primär ein Votum gegen Trump und weniger eines für die Demokraten.

Donald Trump kündigte kurz vor dem Wahltag an, er werde zum «Mr. Veto» mutieren, sollte er die Mehrheit beider Häuser verlieren. Mit seinem Veto könnte er demokratische Gesetzesvorhaben tatsächlich stark torpedieren.

Wollen die Demokraten in zwei Jahren wieder ins Weisse Haus einziehen, müssen sie mehr bieten als Untersuchungen gegen Trump und dessen Umfeld. Vielmehr sollten sie sich darauf konzentrieren, kompromissfähige Gesetzesvorlagen zu schmieden. Denn selbst der grösste blaue Tsunami schützt die Demokraten nicht davor, bei den Wahlen 2028 wieder als Verlierer dazustehen, sollten sie die hohen Erwartungen der Wählenden nicht erfüllen.

Roger Aebli

USA-Korrespondent

Roger Aebli ist seit Sommer 2025 USA-Korrespondent. Zuvor moderierte und produzierte er die «Tagesschau»-Ausgaben am Mittag und am Vorabend. Von 2015 bis 2022 arbeitete er für Radio SRF 4 News und moderierte unter anderem die Sendungen «HeuteMorgen» und «Politikum».

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