"Völlige Schande" in Tschechien: Klopapiermangel kostet Bahnchef den Kopf

"Völlige Schande" in TschechienKlopapiermangel kostet Bahnchef den Kopf
01.09.2026, 14:20 Uhr

Nicht nur in Deutschland, auch im benachbarten Tschechien muss die Bahn heftig einstecken. Bürger beklagen sich beim Parlamentspräsidenten des Landes unter anderem wegen fehlenden Toilettenpapiers in den Zügen der Ceske Drahy. Der Unternehmenschef wird nach der Kritikwelle nun ausgetauscht.
Nach Kritik unter anderem an fehlendem Toilettenpapier auf den Zugtoiletten gibt es einen Führungswechsel bei der tschechischen Staatsbahn. Die studierte Ingenieurin Lenka Hamplova übernimmt das Ruder bei Ceske drahy (CD) - als erste Frau in dem Amt. Sie folgt als Vorstandsvorsitzende auf Michal Krapinec, der aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte.
Zuvor hatte Parlamentspräsident Tomio Okamura den bisherigen Bahnchef hart angegangen. Er habe viele Beschwerdebriefe von Bürgern wegen fehlenden Toilettenpapiers in den Zügen erhalten, sagte der ultrarechte Politiker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Die Situation sei eine "völlige Schande". Ein Bahnsprecher entgegnete, dass der Konzern jährlich rund drei Millionen Rollen bereitstelle.
Es war indes nicht das einzige Problem des scheidenden Bahnchefs. Wie das Nachrichtenportal "Seznam Zpravy" jüngst berichtete, verlor der Jurist Krapinec seine Berechtigung, Akten mit der Geheimhaltungsstufe "Vertraulich" einzusehen. Voraussetzung für die Erlaubnis ist ein umfangreicher Hintergrund-Check durch das Nationale Sicherheitsamt (NBU). Details zu den Gründen sind nicht bekannt.
Die neue Chefin Hamplova kündigte an, die Bahn zu einem "gesunden, modernen und selbstbewussten Unternehmen" machen zu wollen. Tschechien verfügt über eines der dichtesten Eisenbahnnetze in Europa. Es hat eine Streckenlänge von insgesamt rund 9344 Kilometern. Neben der Staatsbahn mischen inzwischen auch immer mehr private Anbieter mit, darunter Firmen wie Arriva und Regiojet.
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