Narwal Freo 20 im Test: Leiser Saugroboter saugt stark und wischt gut
Der Narwal Freo 20 saugt kräftig und wischt mit Wischwalze statt Mopps. Ob das neue Modell den Preis von 899 Euro wert ist, zeigt unser Test.
Der Narwal Freo 20 ist das jüngste Modell in Narwals Saugroboter-Sortiment. Anders als der Narwal Flow 2 nutzt er nicht die schlanke neue Station, sondern die ältere, bauchig-runde Bauform des Herstellers – mit neu sortiertem Innenleben.
Er bietet 31.000 Pa Saugleistung und eine ausfahrbare Wischwalze. Das liegt über dem, was Mittelklassemodelle mit 10.000 bis 20.000 Pa bieten, bleibt aber hinter Spitzenreitern wie dem Roborock Saros 20 mit 36.000 Pa zurück. Hindernisse bis 40 mm schafft der Roboter, was auf Top-Niveau ist, und seinen Wischaufsatz hebt er auf Teppich bis 12 mm an. Die Station saugt ab, wäscht mit Warmwasser, trocknet mit Heißluft und desinfiziert zusätzlich den 2,4-l-Staubbeutel per Heißluft. Mit 95 mm Bauhöhe kommt der Freo 20 ohne Laserturm aus.
Preislich startet er mit 899 Euro bei Amazon (10-Prozent-Coupon anwählen), regulär sind es 999 Euro. Damit ordnet er sich in die Oberklasse ein, ohne Premium-Preise aufzurufen.
Wie sich diese Ausstattung im Alltag schlägt, haben wir auf Hartboden, Teppich und im engen Küchenbereich geprüft. Das Testgerät hat uns Narwal zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Narwal Freo 20?
Die Station misst 402 × 461 × 431 mm und fällt damit recht breit aus. Ihr rundlicher, bauchiger Aufbau unterscheidet sich deutlich von konventionellen Stationen mit großer Deckelklappe und komplett verschwindendem Roboter. Das Gehäuse besteht aus hellgrauem Kunststoff, die geriffelte Front mit eingraviertem Muster wirkt hochwertig. Damit man die Station leichter tragen kann, gibt es seitlich zwei Griffmulden.
Narwal Freo 20 – Bilderstrecke
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Unter dem Deckel auf der Oberseite finden sich die beiden Wassertanks: links der weißlich-transparente Schmutzwasserbehälter, rechts der lilafarbene Frischwassertank. Diese Zuordnung verwirrt anfangs, weil man den farbigen Tank intuitiv für das Schmutzwasser hält. Der Staubbeutel fasst 2,4 l und lässt sich per Heißluft desinfizieren. Der neu platzierte Staubbehälter unter dem Brauchwassertank ist gut erreichbar.
Der Roboter selbst bleibt mit 363,5 mm Durchmesser und nur 95 mm Höhe flach genug für niedrige Sideboards. Unter dem Gehäuse sitzt eine Bodenbürste, deren Borsten so angeordnet sind, dass sich Haare nicht aufwickeln, sondern zum Saugkanal wandern. Dazu kommt eine einzelne Seitenbürste, die sich einklappen lässt, damit sie leichter abgesaugt werden können. Für das Wischen ist eine rotierende Walze zuständig, die sich seitlich ausfahren lässt; der Hersteller bezeichnet das System als „Flow-Wash mit Track-Mop“. Die Verarbeitung von Roboter und Station gibt keinen Anlass zur Kritik.
Einrichtung: Wie schnell ist der Narwal Freo 20 betriebsbereit?
Nach dem Aufstellen der Station folgt die Narwal-Freo-App aus Play Store oder App Store, dann Account anlegen oder einloggen. Ein langer Druck auf die Ein-/Aus-Taste startet den Roboter, danach fügt man ihn der App hinzu. Android-Nutzer müssen der App erlauben, Geräte in der Nähe zu finden, sich zu verbinden und deren relative Position zu bestimmen. Die WLAN-Verbindung läuft ausschließlich über 2,4 GHz. Anschließend folgen Datenschutzerklärung und die Frage nach dem „Plan zur Benutzerfreundlichkeit“. Dahinter steckt ein freiwilliges Programm, mit dem Narwal anonymisierte Nutzungsdaten sammelt, um die Software weiterzuentwickeln. Die Teilnahme lässt sich ablehnen, ohne dass Funktionen wegfallen.
Der gesamte Prozess ist mit Bildern und Animationen bebildert und dadurch sehr intuitiv. Die Oberfläche der App erinnert optisch an eine Mischung aus Windows Vista und TikTok, Leitfarbe ist ein Blau- bis Lilaton. Die Sprache lässt sich auf Deutsch umstellen, die Bordstimme spricht betont professionell und angenehm.
Narwal Freo 20 – App & Einrichtung
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Nach dem Hinzufügen zur App dauert die Kartierung in unserem Fall rund 25 Minuten für insgesamt knapp 200 m² und fällt sehr detailgenau aus, Teppiche erkennt und zeichnet der Freo 20 zuverlässig ein. Nebenbei fragt die App nach Haustieren im Haushalt. Smart-Home-seitig gibt es Google Home und Apple Homekit sowie Alexa und Siri, eine Home-Assistant-Integration fehlt.
Ein echtes Ärgernis: Nach der Kartierung deklariert der Roboter Teppiche standardmäßig als „zu überfahren“ und schließt sie damit von der Reinigung aus. Diese Voreinstellung findet sich nur in einem Untermenü – wir stießen erst nach mehreren gescheiterten Reinigungsversuchen zufällig darauf. Ein Hinweis oder eine Nachfrage in der App fehlt komplett. Insgesamt wirkt die App teils übersichtlich, teils sperrig. Das zeigt sich beim voreingestellten Freo-Modus: In dieser Automatik entscheidet der Roboter selbst über Saugstufe, Wassermenge und Zahl der Reinigungsdurchgänge und passt sie an den erkannten Verschmutzungsgrad an. Wer lieber selbst einstellt, muss den Modus erst abschalten – und diese Option versteckt sich mehrere Ebenen tief im Menü.
Navigation: Wie gut erkennt der Narwal Freo 20 Hindernisse?
Der Freo 20 kombiniert den rückseitig positionierten Lasersensor zur Kartierung mit einer Dual-Kamera an der Vorderseite und wertet beide Datenquellen gemeinsam aus, um Gegenstände auf dem Boden zu erkennen – Narwal bezeichnet das als Twin-AI. Im Test arbeitet das akkurat: Herumliegende Hindernisse erkennt, kartiert und umfährt der Roboter zuverlässig. Bei Küchenstühlen wird es schwieriger. Er stupste Stuhlbeine häufig an, wendete ungeschickt und passte oft erst nach mehreren Versuchen hindurch. An freischwingenden Stühlen mit Bodengestell verhakte er sich gern, befreite sich aber immer selbst. Rabiat war er dabei nie, elegant aber ebenso wenig – gegen Wände fuhr er hin und wieder und stoppte meist erst nach dem Stups aufs Frontschild.
Das Fahrverhalten ist agil und flott. Im Alltag verbaute sich der Roboter damit gelegentlich selbst den Weg. Trotz einklappbarer Seitenbürste – eigentlich clever, um Schmutz besser zur Saugeinheit zu führen – fuhr er mit der Bürste unter einen Teppich und faltete ihn auf. Hindernisse bis 40 mm überwindet er dagegen souverän, den Wischaufsatz hebt er bis 12 mm an. Absturz-, Infrarot- und Lasersensor sowie eine Kamera mit Live-Videostream und Haustiererkennung ergänzen die Sensorik.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Narwal Freo 20?
Auf Hartboden liefert der Freo 20 ab. Unseren Testschmutz aus Haferflocken und Mehl entfernte er nahezu restlos – die 31.000 Pa Saugleistung sind hier keine reine Marketingzahl. Die Anti-Tangle-Bodenbürste wickelte Haare zuverlässig ab, die einzelne einklappbare Seitenbürste kehrt Kanten sauber aus.
Auf Teppich fällt das Bild deutlich schwächer aus. Haferflocken nahm der Roboter zu rund 90 Prozent auf, feines Mehl blieb dagegen in spürbarer Menge zwischen den Fasern zurück. Hier zeigt sich der typische Schwachpunkt: Grober Schmutz verschwindet, Feinstaub braucht mehrere Durchgänge. Erschwerend kommt hinzu, dass Teppiche nach der Kartierung erst per Untermenü zur Reinigung freigegeben werden müssen – wer das übersieht, wundert sich über unberührte Teppichflächen.
Zum Wischen nutzt der Freo 20 eine rotierende Wischtuch-Walze statt der verbreiteten Wischmopps. Sie fährt seitlich aus, um an Kanten und Sockelleisten heranzukommen, und nimmt den gelösten Schmutz auf, statt ihn zu verteilen. Narwal nennt das System Flow-Wash, die Walze selbst Track-Mop. Auf Hartboden überzeugt das Ergebnis, angetrocknete Rückstände löst der Roboter ordentlich. Die Wischintensität lässt sich allerdings nur in drei festen Stufen wählen: leicht feucht, etwas trocken und Standard. Eine feinere Abstufung wie bei Roborock oder Dreame fehlt.
Narwal Freo 20 – Reinigung
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Die Station übernimmt den Rest: automatische Staubentleerung in den 2,4-l-Beutel, Reinigung des Wischaufsatzes mit Warmwasser, Trocknung per Heißluft und Nachfüllen des Frischwassers. Der Staubbeutel lässt sich zusätzlich per Heißluft desinfizieren – das hält Gerüche wirksam in Schach.
Positiv fällt die Lautstärke auf: Je nach Saugstufe messen wir 48 bis 57 dB(A). Damit gehört der Freo 20 zu den angenehmeren Vertretern, der Herstellerwert von 56,9 dB(A) passt zur Praxis.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Narwal Freo 20?
Im Roboter steckt ein Li-Ionen-Akku mit 14,4 V und 5,9 Ah. Für die knapp 60 m² unseres Testraums verbrauchte der Freo 20 in Standardeinstellung 36 Prozent der Ladung, was kein schlechter Wert ist. Hochgerechnet sind damit rund 160 m² am Stück drin – genug für die meisten Wohnungen, aber kein Spitzenwert. Für den Durchgang benötigte er allerdings etwa 120 Minuten. Andere getestete Modelle erledigen dieselbe Fläche in rund 90 Minuten. Der Roboter arbeitet also gründlich, aber langsam.
Reicht der Akku nicht, kehrt der Roboter selbstständig zur Station zurück und setzt nach dem Laden fort. Die Ladedauer von 2,5 Stunden ist marktüblich. Wer große Flächen mit hoher Saugstufe reinigt, muss die Gesamtdauer inklusive Zwischenladung realistisch mit einem halben Tag ansetzen.
Preis: Was kostet der Narwal Freo 20?
Der Narwal Freo 20 kostet regulär 999 Euro. Bei Amazon lässt sich ein 10-Prozent-Coupon aktivieren, damit sinkt der Preis auf 899 Euro.
Fazit
Der Narwal Freo 20 überzeugt dort, wo es zählt: Auf Hartboden saugt und wischt er nahezu restlos unseren Testschmutz weg. Hinzu kommt eine leise Arbeitsweise mit 48 bis 57 dB(A), eine flache Bauform mit nur 95 mm und eine Station auf aktuellem Stand: Wischaufsatz-Reinigung bei 100 Grad und Heißluftreinigung. Die Objekterkennung erkennt herumliegende Gegenstände sehr zuverlässig.
Die Schwächen liegen im Alltag. Auf Teppich bleibt feiner Staub zurück, und die Voreinstellung, Teppiche pauschal nur zu überfahren, versteckt sich unkommentiert in einem Untermenü – das sorgt bei Neukunden garantiert für Frust. Zwischen Stuhlbeinen manövriert der Roboter ungeschickt, stupst an Wände und schob im Test sogar einen Teppich auf. Mit zwei Stunden für 60 m² arbeitet er zudem in unserem Testraum deutlich langsamer als die Konkurrenz.
Für 899 Euro erhält man einen Saugroboter mit starker Hartbodenleistung und guter Station, der aber in Navigation, Teppichreinigung und Tempo hinter den besten Modellen zurückbleibt.
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