Nationaler Sicherheitsrat tagt: Abgeschossene Drohne über Litauen trug Sprengstoff

Nationaler Sicherheitsrat tagtAbgeschossene Drohne über Litauen trug Sprengstoff
16.09.2026, 07:04 Uhr

Verletzte und Schäden gibt es nicht, als Nato-Kampfjets in Litauen eine Drohne abschießen. Doch jetzt wird bekannt: Es hätte womöglich auch ganz anders ausgehen können.
Eine über Litauen von Nato-Kampfjets abgeschossene Drohne war mit Sprengstoff bestückt. Dies teilte Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Die Sprengladung sei von Spezialkräften entschärft worden, schrieb Kaunas auf Facebook. Die Drohne werde weiterhin untersucht und analysiert.
In Litauen wurde in der Nacht zu Dienstag ein unbemanntes Flugobjekt von italienischen Eurofightern über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai vom Himmel geholt. Verletzte oder Schäden gab es nicht. Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen des baltischen EU- und Nato-Landes zuvor über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert.
Genauere Angaben zur Herkunft und zum Typ der abgeschossenen Drohne gibt es noch nicht. Nach ersten Erkenntnissen flog die Drohne wahrscheinlich vom Gebiet von Belarus nach Litauen ein. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in den baltischen Staaten gegeben.
Nach Militärangaben war es das erste Mal, dass eine Drohne über Litauen abgeschossen wurde. Die Operation sei vom Luftoperationszentrum Uedem am Niederrhein koordiniert worden, teilte das Nato-Kommando für Luftstreitkräfte mit. Dieses überwacht und sichert den Nato-Luftraum nördlich der Alpen, von Island bis zur Ostflanke rund um die Uhr. Dazu gehört auch die Mission zur Sicherung des Luftraums in den baltischen Staaten.
Litauen sieht "klares Signal" der Nato
Litauens Außenminister Kestutis Budrys sprach von einem "Paradebeispiel für die Einheit und Entschlossenheit des Bündnisses" und einem "klaren Signal", dass die Nato wachsam und einsatzbereit sei. Verteidigungsminister Robertas Kaunas betonte: "Die Anwohner wurden rechtzeitig informiert, der Einsatz verlief reibungslos."
Nach Angaben des Leiters des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, wurde die Drohne über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai abgeschossen, das rund 50 Kilometer südöstlich der zweitgrößten Stadt Kaunas liegt. Der Abschuss erfolgte Verteidigungsminister Kaunas zufolge in der Nähe des Pumpspeicherkraftwerks Kruonis.
Budrys kündigte an, dass Litauen eine diplomatische Note an Minsk überreichen und sich mit seinen Verbündeten beraten werde. Präsident Gitanas Nauseda berief für diesen Mittwoch eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein.
Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fühlt sich das Land in besonderem Maße bedroht. Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen könnte.
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