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Wednesday, September 16, 2026

"Zeiträume, die wir miterleben": Meer in beliebter Urlaubsregion wird immer schneller wärmer und salziger

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"Zeiträume, die wir miterleben"Meer in beliebter Urlaubsregion wird immer schneller wärmer und salziger

16.09.2026, 15:03 Uhr

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Die Adria zwischen Italien und Balkan ist die am stärksten von der Erwärmung des Mittelmeers betroffene Region. (Foto: picture alliance/dpa/IPA via ZUMA Press)

Das Mittelmeer wird immer schneller wärmer und salziger, zeigt eine neue Auswertung. Besonders drastisch trifft es die Adria, wo sich sogar tiefe Wasserschichten deutlich verändern. Aus Sicht von Forschern ein Hinweis, wie die Entwicklung in den großen Ozeanen verläuft.

Das Mittelmeer wird einer Studie zufolge im Zuge der Klimakrise immer schneller wärmer und salziger. Am stärksten sei die Beschleunigung in der Adria, dem Meeresteil zwischen der italienischen Halbinsel und dem Balkan, berichtet das Forschungsteam im Fachjournal "Geophysical Research Letters". Wärmeres Wasser enthält weniger Sauerstoff, in Teilen des Mittelmeers wurde den Forschenden zufolge bereits ein Rückgang des Sauerstoffgehalts dokumentiert. Zudem gingen Meereslebewesen, die der Erwärmung zu entkommen versuchen, die Rückzugsgebiete aus: Auch das Tiefenwasser erwärme sich, und nach Norden hin sei das Meer begrenzt.

An einem kleinen, schneller reagierenden Meer wie dem Mittelmeer lasse sich gut absehen, was größeren Meeren mit dem Klimawandel bevorstehe - "in Zeiträumen, die wir selbst miterleben können", wie Hauptautorin Elena Terzić vom Ruđer Bošković Institute in Zagreb erklärt. Zu sehen sei ein beispielloser Wandel. "Es ist eine Warnung davor, wie schnell sich der Ozean verändern kann, und dieser Wandel wird so lange anhalten, wie unsere Volkswirtschaften weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen sind."

In den letzten Jahren waren die oberen 100 Meter des Mittelmeers den Forschenden zufolge etwa zwei Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1950 bis 1999. Im August war an einer Messboje vor Mallorca eine Rekordtemperatur von 33,02 Grad registriert worden, der höchste jemals in spanischen Gewässern gemessene Wert. Frühere Studien hätten bereits Anzeichen für eine Beschleunigung der Erwärmung an der Oberfläche festgestellt, erläutert das Team um Terzić. Es sei aber unklar gewesen, ob sich die Veränderung auch in tieferen Schichten beschleunigt.

Veränderungen reichen bis in große Tiefen

Die neue Auswertung stützt sich auf Temperatur- und Salzgehaltsmessungen von 1950 bis 2025 bei Forschungsfahrten und durch spezielle Schwimmkörper. Eine überraschende Erkenntnis ist den Wissenschaftlern zufolge, das bereits in jeder Region des Mittelmeers merkliche Veränderungen zu beobachten sind, die bis in große Tiefen reichen.

Die Beschleunigungsraten erreichen demnach in den oberen 1000 bis 2000 Metern bis zu 0,3 Grad pro Jahrzehnt bei der Temperatur. Ein Beispiel: Betrug die Erwärmungsrate in einem Jahrzehnt 0,1 Grad, liegt sie ein Jahrzehnt später bei 0,4 Grad und wieder ein Jahrzehnt später bei 0,7 Grad. Beim Salzgehalt lag die Rate bei etwa einem Zehntel Gramm pro Kilogramm Wasser.

Am stärksten ist die Beschleunigung den Daten zufolge in der Adria. Seit dem Jahr 2000 hätten sich die Tiefengewässer der südlichen Adria etwa sechsmal schneller erwärmt als die eines typischen Mittelmeerbeckens. Die Adria erstreckt sich über rund 1000 Kilometer von Triest im Norden bis zur Straße von Otranto im Süden und grenzt an sechs Staaten: Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien. An der Adria liegen zahlreiche touristische Zentren.

Verdunstung enormer Wassermengen

Die Ozeane haben über ein Viertel der Kohlendioxidemissionen der Menschheit und mehr als 90 Prozent der durch Treibhausgase gebundenen überschüssigen Wärme aufgenommen, wie die Forschenden erläutern. Dadurch bleibe das Klima auf der Erde milder, als es sonst der Fall wäre. Die Mittelmeer-Daten lieferten frühe Hinweise auf die Entwicklung in größeren Ozeanbecken - und machten deutlich, dass Vorhersagen eines stetigen, linearen Wandels die Geschwindigkeit der Entwicklung unterschätzen.

Aus dem aufgeheizten Mittelmeer verdunsten enorme Mengen an Wasser und geben gigantische Mengen an Wärmeenergie an bodennahe Luftschichten ab. Wenn im Herbst erste kalte Höhenluft aus dem Norden über diese feuchtwarme Luft zieht, steigt sie explosionsartig auf und kann sich in Starkregen und schweren Stürmen entladen.

Der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn hatte im August mitgeteilt, dass die Weltmeere so warm wie noch nie seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 sind. Damit nähmen die Risiken für Ökosysteme und Küstengemeinden zu. Zudem binde ein wärmerer Ozean Kohlendioxid aus der Atmosphäre weniger effizient, wodurch einer der wichtigsten natürlichen Puffer des Planeten gegen den Klimawandel geschwächt werde.

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