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Wednesday, October 21, 2026

Jetzt wird die Pasta knapp

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  • Mehrere grosse Pastahersteller Italiens stoppen die Produktion, weil Lastwagenfahrer Süditalien blockieren.
  • Die Fahrer protestieren gegen hohe Dieselpreise und steigende Lebenshaltungskosten, Hartweizengriess fehlt.
  • Die Regierung beschliesst ein Sicherheitsdekret mit härteren Strafen und schickt 500 Soldaten nach Mailand.

Pasta la vista, baby! Einige der grössten Pastahersteller Italiens mussten am Dienstag ihre Produktion einstellen. Grund dafür ist ein Mangel an Hartweizengriess: Lastwagenfahrer blockierten in weiten Teilen Süditaliens Strassen und Autobahnzufahrten, um gegen steigende Lebenshaltungskosten und hohe Dieselpreise zu protestieren.

Betroffen sind unter anderem Rummo aus Benevento in Kampanien, La Molisana aus Campobasso und Garofalo aus Gragnano. Wegen des Streiks der Transportunternehmer sahen sich die Unternehmen gezwungen, ihre Produktion ganz oder teilweise herunterzufahren. Cosimo Rummo, Chef des gleichnamigen Unternehmens, bestätigte gegenüber «La Repubblica», die Rohstoffvorräte seien erschöpft; frische Lieferungen träfen derzeit nicht ein.

Kein Sprit an Tankstellen

Die Folgen des Ausstands sind auch ausserhalb der Produktionshallen spürbar. Da die Lastwagenfahrer teilweise keinen Treibstoff mehr ausliefern, bleiben an manchen Tankstellen in Süditalien die Zapfsäulen leer. In Supermärkten zeigen sich erste Lücken in den Regalen – besonders bei frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse.

Auch die Ausschreitungen in Mailand am vergangenen Wochenende hatten ihren Ursprung in einer zunächst friedlichen Demonstration. Die Teilnehmenden protestierten gegen steigende Lebenshaltungskosten, hohe Spritpreise und den Zustand des Bildungssystems. Im weiteren Verlauf eskalierte die Kundgebung jedoch; es kam zu Gewalt und Plünderungen.

Giorgia Meloni verschärft Sicherheitsmassnahmen im ganzen Land

Am Dienstagabend gab die italienische Regierung grünes Licht für ein neues Sicherheitsdekret mit acht Artikeln:

  • Wer bei Protesten Stöcke oder Knüppel einsetzt oder Gegenstände wirft und damit die körperliche Unversehrtheit anderer gefährdet, muss künftig mit zwei bis fünf Jahren Freiheitsstrafe sowie einer Busse von bis zu 20’000 Euro rechnen.
  • Höhere Strafen drohen, wenn Gewalttaten mit verdecktem Gesicht begangen oder Infrastrukturen beziehungsweise Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge beschädigt werden.
  • Wer – auch mithilfe von IT- oder telematischen Mitteln – Gruppen organisiert oder fördert, um gewalttätige Kundgebungen abzuhalten, dem drohen vier bis zwölf Jahre Freiheitsstrafe.
  • Die Möglichkeit einer vorläufigen Festnahme wird auf Personen ausgeweitet, die an Orten mit grossem Menschenandrang die Sicherheit gefährden. Die Regelung gilt auch für Minderjährige ab 16 Jahren.
  • Eltern minderjähriger Gewalttäterinnen und Gewalttäter können mit Bussen zwischen 500 und 1000 Euro belegt werden. Im Wiederholungsfall kann sich der Betrag verdoppeln.
  • Die Polizei kann gegen Minderjährige ein Versammlungsverbot verhängen, wenn diese sich in Gruppen von mindestens fünf Personen an öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Orten einschüchternd verhalten. Die Massnahme richtet sich insbesondere gegen Personen, die in den vergangenen fünf Jahren einschlägig auffällig geworden sind.
  • Leichte und sehr leichte Körperverletzungen zum Nachteil von Beamten der Kriminalpolizei oder der öffentlichen Sicherheit sollen künftig von Amtes wegen verfolgt werden, sofern sie während der Dienstausübung begangen werden.
  • Bis zum 31. Dezember werden 500 Soldaten nach Mailand entsandt, um die Polizei zu unterstützen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte nach der Kabinettssitzung: «Es gibt das Recht zu demonstrieren, aber nicht das Recht, unsere Städte zu plündern.»

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Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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