Treffen in Oslo – Selenski sucht in Oslo den Weg zurück zum Dialog

Nach den harten Tönen gegenüber der ukrainischen Führung aus dem Weissen Haus bildete das Treffen in Oslo eine Chance für eine Rückkehr zum Dialog, unterstrich der ukrainische Staatschef an einer Medienkonferenz am Abend.
Selenski war vom norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre in die norwegische Hauptstadt eingeladen worden, um, so Støre, «dem unberechenbaren Krieg eine diplomatische Schiene gegenüberzustellen».
Schon auf dem Weg nach Oslo hatte Selenski mit dem amerikanischen Aussenminister Rubio über eine Wiederaufnahme der amerikanischen Frühwarnungen zu russischen Angriffen gesprochen.
Starlink-Zugang soll wiederhergestellt werden
«Wir unterhielten uns auch über den Zugang zum Starlink-Netzwerk, der innerhalb von 48 Stunden wiederhergestellt werden soll», sagte Selenski. Der ukrainische Präsident einigte sich zudem mit dem US-Sondergesandten Witkoff auf konkrete Vorschläge für einen Waffenstillstand und Friedenslösungen, welche Witkoff heute bei einem Treffen in Sankt Petersburg der russischen Führung vorlegen will.
Als Brückenbauer zwischen den verhärteten Fronten zeigte sich beim Treffen in Oslo der finnische Staatspräsident Alexander Stubb.
Heute war ein guter Tag für den Frieden.
Er pflegt einen guten Draht zu allen Beteiligten und sprach nach den jüngsten Verstimmungen zwischen Washington und Kiew von grossen Fortschritten: «Heute war ein guter Tag für den Frieden und ich denke, dass die amerikanische Regierung und Präsident Trump einer friedlichen Lösung grosse Priorität zumessen.»
Finnland und Norwegen stehen beide buchstäblich mittendrin im Ringen um eine Beendigung des russischen Angriffskrieges, denn beide Länder grenzen im hohen Norden über Tausende von Kilometern an Russland – zu Land und zur See.
Zudem unterhalten beide Länder exzellente Beziehungen zu den USA. Norwegen als Gründungsmitglied der Nato und Finnland vor allem in Form eines guten und direkten Drahts zum amerikanischen Präsidenten. Aber auch Kanäle nach Moskau sind vorhanden.
Deshalb sind die beiden Länder für die Ukraine und Europa geeignete Gastgeber und Vermittler, die als direkte Nachbarn auch ein ureigenes, ein existenzielles Interesse an einer Lösung dieses Konfliktes haben.
Ob damit eine Wiedereinbindung der Amerikaner in die europäischen Anstrengungen zur Unterstützung der Ukraine gelingt, ist eine offene Frage. Klar wurde in Oslo, dass für Norwegen und Finnland neben der Unabhängigkeit der Ukraine und der Aufrechterhaltung des Völkerrechts im aktuellen Konflikt auch die eigene Zukunft auf dem Spiel steht.
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