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Wednesday, September 16, 2026

Schlüsselrolle im Zollstreit – «Achte Bundesrätin»: Seco-Chefin Helene Budliger tritt zurück

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  • Helene Budliger Artieda, Staatssekretärin und Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), hat sich entschieden, auf Ende März 2027 zurückzutreten.
  • Sie wolle nach fünf Jahren an der Spitze des Seco für die letzten Jahre ihrer beruflichen Laufbahn nochmals eine neue Herausforderung annehmen, teilte das Seco mit.
  • Für ihre Nachfolge wird Bundesrat Guy Parmelin in den nächsten Wochen eine Findungskommission einsetzen. Zudem wird die Stelle ausgeschrieben.

Der «Blick» und die «NZZ» berichteten zuerst über den Rücktritt. Guy Parmelin habe den Bundesrat an seiner Sitzung über den Rücktritt informiert, heisst es in einem Communiqué des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

Mehrere Freihandelsabkommen

Die 61-jährige Budliger Artieda ist seit August 2022 Seco-Direktorin. In ihrer Amtszeit hat sie zahlreiche Freihandelsabkommen abgeschlossen, darunter mit Indien, Thailand, Malaysia, dem Kosovo und den Mercosur-Staaten.

Im Sommer 2026 konnten die Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen mit Vietnam sowie über modernisierte Abkommen mit dem Vereinigten Königreich und der Volksrepublik China erfolgreich abgeschlossen werden.

Ausserdem hat sie mit den Sozialpartnern das bilaterale Vertragspaket Schweiz–EU einvernehmlich verhandelt.

Wichtige Rolle im Zollstreit mit Trump

Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie im Zusammenhang mit dem Zollstreit mit den USA bekannt, als sie vor und hinter den Kulissen mit Vertretern der Regierung Trump verhandelte. Sie war an der Ausarbeitung einer Absichtserklärung und einem Zolldeckel von 15 Prozent an einer Lösungsfindung beteiligt.

SRF-Fachredaktor: «Eine Ausnahmeerscheinung»

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Das sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Damian Rast zur Arbeit von Helene Budliger Artieda als Seco-Chefin:

«Helene Budliger Artieda ist eine Ausnahmeerscheinung, die auffällt in Bundesbern. Sie hat einen unglaublichen Drive, einen grossen Gestaltungswillen. Auch schreckt sie nicht vor unkonventionellen Ansätzen zurück. So hat sie für eine Diplomatin stets eine sehr klare Sprache, die Leute hören ihr gerne zu. Ihre unkonventionelle Art brachte Budliger Artieda allerdings auch Kritik ein. Und zuweilen hört man, die Zusammenarbeit mit ihr sei nicht einfach – sie könne kein Nein akzeptieren, von Mitarbeitern verlange sie sehr viel. Und diese unkonventionelle Art hat wohl auch zur Episode mit den Schweizer Milliardären und dem Goldbarren im Weissen Haus beigetragen.

Budligers Nachfolger wird sich vor allem mit den USA beschäftigen und hier versuchen müssen, ein verbindliches Abkommen auszuhandeln. Ausstehend ist auch die Zustimmung des Parlaments zum modernisierten Freihandelsabkommen mit China. Und natürlich ist das Verhältnis zur EU weiterhin ein grosses Thema. Ganz generell wird es darum gehen, die kleine Schweiz, diese offene Volkswirtschaft, in den nächsten Jahren erfolgreich durch das sehr turbulente geo- und handelspolitische Umfeld zu manövrieren.»

Auf Gründe für die Kündigung Budliger geht das Wirtschaftdepartement in seiner Mitteilung nicht ein. Möglich sein könnte ein Zusammenhang mit der laufenden Untersuchung der Geschäftsprüfungs­kommission des Nationalrats.

Diese nimmt die Rolle Budliger Artiedas beim Besuch der Schweizer Wirtschaftsgrössen bei US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus in Washington unter die Lupe. Der GPK-Bericht soll voraussichtlich Ende Jahr abgeschlossen sein.

Bedauern über den Rücktritt im Bundeshaus

Im Parlament wird der Rücktritt der Seco-Chefin unisono bedauert. Von links bis rechts gibt es nur Bedauern und Lob: «Sie hat viel geleistet für unser Land, das verdient Respekt», sagt etwa SVP-Nationalrat Franz Grüter.

«Man hat sie auch als achte Bundesrätin bezeichnet – sie hat viel Einsatz gezeigt. Ich bedaure ihren Rücktritt sehr», so die Fraktionschefin der Grünliberalen Partei, Corina Gredig.

Und auch SP-Nationalrat Fabian Molina ist voll des Respekts: «Ich war nicht immer einig mit ihr und habe mit ihr auch Sträusse ausgefochten. Doch ich bedaure, dass sie geht, denn sie war eine sehr verlässliche Diplomatin.»

Laufbahn im EDA als Botschafterin

Helene Budliger Artieda begann ihre Laufbahn 1985 im Aussendepartement mit Auslandseinsätzen in Nigeria, Kuba und den USA. Von 2008 bis 2015 leitete sie die Direktion für Ressourcen, bevor sie als Schweizer Botschafterin in Südafrika sowie später in Thailand tätig war.

SRF 4 News, 16.9.2026, 15:30 Uhr ;  sda/wbf/zero;schc;wilh;snep

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