Umfrage in Lausanne – Studierende verzichten auf Essen und Hygiene

Umfrage in Lausanne Studierende verzichten auf Essen und Hygiene
Essen, Miete, Krankenkasse: Steigende Lebenshaltungskosten setzen Studierenden zu. Viele sparen bei Grundbedürfnissen.
12.09.2026, 07:30
Viele Studierende verzichten aus finanziellen Gründen auf Lebensmittel, Hygieneartikel oder medizinische Behandlungen. Das zeigt eine Umfrage des Dachverbands der Studierendenorganisationen der Universität Lausanne unter mehr als 2500 Studierenden.
Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, bereits auf Lebensmittel oder Hygieneartikel verzichtet zu haben. Mehr als ein Viertel hat aus Kostengründen auf medizinische Versorgung verzichtet. Fast zwei Drittel spart bei Freizeitaktivitäten.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass fehlende finanzielle Mittel den Zugang zu grundlegenden Bedürfnissen direkt einschränken. Die vollständige Auswertung der Umfrage soll im November veröffentlicht werden.
Charlotte und Filipe, die Sozial- und Politikwissenschaften studieren, bestätigen gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS diesen Trend. Beide berichten von steigenden Ausgaben und einem wachsenden finanziellen Druck.
Charlotte und Filipe im Interview:
«Das Budget für Lebensmittel ist ziemlich hoch, und mit der Teuerung wird es immer schwieriger. Dazu kommen die Wohnung, Internetkosten und der öffentliche Verkehr. Man überlegt es sich zweimal, bevor man ausgeht», sagt Charlotte.
Für Filipe ist vor allem die Miete eine Belastung. Um Geld zu sparen, verzichtet er teilweise auf Mahlzeiten. «Ich esse eher abends. Manchmal lasse ich das Mittagessen ausfallen», sagt er.
Unerwartete Rechnungen als Problem
Die Umfrage zeigt zudem, wie knapp viele Studierende kalkulieren müssen. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass eine unerwartete Rechnung von 500 Franken sie finanziell in Schwierigkeiten bringen würde. Bei einer zusätzlichen Belastung von 1000 Franken wären sogar fast zwei Drittel nicht in der Lage, die Rechnung zu begleichen.
Die Sozialberatungsstelle der Universität Lausanne spürt diese Entwicklung bereits. Noch vor Beginn des neuen Semesters gingen dort rund 400 Gesuche um finanzielle Unterstützung ein.
Vor einem Jahr hat die Universität deshalb ihr Angebot ausgebaut und neben bestehenden Stipendien und Finanzhilfen zusätzliche soziale Beratungsleistungen eingeführt.
Geplant sind ausserdem Workshops zur Budgetplanung und zum Umgang mit den eigenen Finanzen.
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