Ein Tag, zwei Perspektiven – Er in New York, sie in der Schweiz: Paar erinnert sich an 9/11

Ein Tag, zwei Perspektiven Er in New York, sie in der Schweiz: Paar erinnert sich an 9/11
«Du willst wissen, wie es ihm geht. Keine Chance.» Während Margrith in der Schweiz um ihren Mann bangt, erlebt Albin die Anschläge in den USA hautnah.
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11.09.2026, 05:42
Das Gespräch mit Albin Späni und seiner Frau Margrith führt durch 51 gemeinsame Jahre – bis zum 11. September 2001. Albin arbeitet damals als Schreiner in New York. «Ich war bei Herrn Trump im Tower am Arbeiten», erzählt er.
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Bild 1 von 3. Die Ereignisse vom 11. September haben Margriths Blick auf das Leben geprägt: Sie nehme jeden Tag noch bewusster und dankbarer an. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. Die Selbstständigkeit als Schreiner führte Albin für seine Arbeit immer wieder ins Ausland. Unter anderem nach New York. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. «Man muss miteinander reden»: Margrith und Albin blicken auf 51 gemeinsame Ehejahre zurück. Bildquelle: SRF.
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An der 59. Strasse erfährt er, dass ein Flugzeug in einen der Twin Towers geflogen ist. Er schaut Richtung World Trade Center: «Ich habe eigentlich nur ein Loch im Turm gesehen.» Nach dem zweiten Einschlag müssen er und seine Kollegen das Gebäude verlassen.
Zu Fuss Richtung Downtown
Albin will mit seinem Team zurück in die Wohnung, wo seine Pässe und Flugtickets liegen. Während ihnen Menschen entgegenkommen, laufen sie Richtung Downtown. «Wir sind gegen den Strom gelaufen.» An der 15. Strasse hält die Polizei sie auf. Albin geht dennoch weiter, holt die Dokumente und wartet danach mit seinem Team im Central Park.
Angst habe er nicht gehabt. Nach den beiden Einschlägen sei er davon ausgegangen, dass nichts Weiteres passieren werde. Ihn habe beschäftigt, wie sie an Essen kommen und wann sie wieder in ihre Wohnung können.
Film «11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center»
Film Laufzeit 103 Minuten.
In der Nacht danach habe er ununterbrochen Sirenen und Krankenwagen gehört. Die Menschen seien zu Fuss über die Brücken aus Manhattan geströmt. Bereits am Mittag seien die Regale in den Geschäften weitgehend leer gewesen. Am nächsten Tag: leere Strassen und so viel Asche, dass es ausgesehen habe, «als hätte es geschneit».
Du willst wissen, wie es ihm geht. Keine Chance.
Margrith verfolgt die Ereignisse währenddessen aus der Schweiz. Nach dem ersten Einschlag telefoniert sie mit Albin, nach dem zweiten erreichen sich die beiden nochmals. Dann bricht der Kontakt ab.
Sie erinnert sich an ihre Fassungslosigkeit. Es habe sich «utopisch» angefühlt – und Albin sei mittendrin gewesen. Zu ihm reisen kann sie nicht, die Flughäfen sind geschlossen.
Unbezahlbare Unterstützung
«Familie und Freunde sind gekommen und haben mich gehalten», erzählt Margrith. «Ich habe wahnsinnige Angst gehabt.» Besonders schwierig sei die Ungewissheit gewesen. Im Gespräch sagt sie über den abgebrochenen Kontakt: «Du willst wissen, wie es ihm geht. Keine Chance.»
Am Montag nach den Anschlägen fliegt Albin in die Schweiz. Drei Tage später reist er wieder nach New York: Die Baustelle müsse weitergehen. Weil Material aus der Schweiz am Zoll festhängt, kann er erst rund eineinhalb Wochen später weiterarbeiten.
Eine besondere Erinnerung trägt Albin auf seinem Arm: die Twin Towers und den Big Apple. Das Tattoo liess er sich am 15. August 2001 stechen. Weniger als einen Monat vor den Anschlägen.
Zwischen Rauch und Erinnerung
Im November 2001 besucht Margrith Albin in New York. Auf dem Areal des World Trade Centers habe es immer noch geraucht. Als sie im April 2002 erneut hinreist, habe der Brandgeruch noch immer in der Luft gelegen. Auch Fotos der Opfer sind ihr in Erinnerung geblieben.
Die beiden hätten viel über das Erlebte gesprochen und es so verarbeitet. Es habe ihnen nochmals gezeigt, wie endlich das Leben sei, sagt Margrith. Seither würden sie jeden Tag noch mehr schätzen.
Donat auf Achse Von 9/11, Gott und ungewollter Schwangerschaft
Dokus & Reportagen Staffel 3 Episode 4. Laufzeit 30 Minuten.
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