«Aufgewärmte Resten»: Samsung verspottet Apples neues Falt-Handy

- Apple hat mit dem iPhone Duo erstmals ein faltbares Smartphone vorgestellt. Kostenpunkt: ab 1999 Franken.
- Samsung verspottete den Launch auf X mit dem Kommentar: «Lasst uns wissen, wenn ihr mit dem Aufwärmen unserer Resten fertig seid.»
- Digitalexperte Jean-Claude Frick sieht das Duo als Erfolg, warnt aber vor Lieferengpässen.
Kaum hat Apple sein neues faltbares iPhone vorgestellt, schoss Konkurrent Samsung auf X gegen den Konzern: «Lasst uns wissen, wenn ihr mit dem Aufwärmen unserer Resten fertig seid.» Der Post erreichte 11 Millionen Menschen, Samsung verkauft bereits seit 2019 faltbare Handys. Hat Apple also bloss kopiert? Und was kann ein faltbares Handy für 1999 Franken? Digitalexperte Jean-Claude Frick von Comparis ordnet ein.
Zum Experten
Das Netz spottet über das neue iPhone Duo
Auch sonst sorgt das neue iPhone Duo für Gesprächsstoff im Netz. Unter anderem wird über das ungewöhnlich grosse Format des aufgeklappten Handys gespottet. Das neue Gerät wächst von einem 5,4-Zoll-Aussendisplay auf einen 7,6-Zoll grossen Innenbildschirm. Das ist das grösste Display, das Apple bisher in einem iPhone verbaut hat.
Hat Apple Samsung kopiert?
«Samsung hat Pionierarbeit geleistet», sagt Digitalexperte Frick. Apple habe die Entwicklungen hingegen lange beobachtet und abgewartet, wie faltbare Smartphones bei den Kunden ankommen. «Apple war ja auch bei den Smartphones nicht der Erste», sagt der Experte. Laut Frick gibt es nur wenige Hersteller, die entsprechend faltbare Handys produzieren können. Samsung sei zudem ein wichtiger Zulieferer von Apple.
Frick sieht trotzdem einen Vorteil darin, dass Apple erst sieben Jahre später mit einem faltbaren Handy auf den Markt kommt: Der Konzern konnte aus den Erfahrungen der Konkurrenz lernen.
Macht Apple etwas besser?
Einen Vorteil sieht Frick vor allem auch bei der Software. Eine Schwäche bisheriger Foldables sei, dass Apps den zusätzlichen Platz auf dem grossen Bildschirm nicht immer sinnvoll füllen. Bei Apple hingegen könnte das besser funktionieren, da die Entwickler ihre Anwendungen bereits für iPads und iPhones angepasst hätten. «Ich gehe davon aus, dass zahlreiche Apps auf dem Duo von Beginn an gut mit dem grösseren Format funktionieren.»
Mehr zu diesem Thema
Was sind die grössten Nachteile von Falt-Handys?
Für Frick spielen bei den Foldables vor allem drei Faktoren eine Rolle: Preis, Kamera und Robustheit.
Am schwersten wiegt für ihn vor allem die Kamera: «Man kauft das teuerste iPhone, bekommt aber nicht die beste Kamera.» Trotz eines Startpreises von 1999 Franken muss man gegenüber den Pro-Modellen Abstriche machen. Der Grund sei simpel: In einem dünnen, faltbaren Gehäuse fehle der Platz für die beste Kameratechnik. Dieses Problem hat auch Samsung.
Dazu kommt die Frage, wie robust das Faltgerät langfristig ist. Das Duo ist zwar gegen Wasser und Staub geschützt, wie sich das Scharnier jedoch nach mehreren Jahren intensiver Nutzung schlagen wird, lässt sich zum Verkaufsstart noch nicht beurteilen.
Das Wichtigste zum neuen iPhone
Was kann es? Das Duo ist iPhone und kleines Tablet in einem. «Aufgeklappt bietet es das bislang grösste Display, das es je bei einem iPhone gab», sagt Frick. Mehrere Apps lassen sich gleichzeitig nutzen.
Was ist besonders? Das Aussendisplay kann beim Fotografieren als Sucher dienen. Dadurch sind Selfies mit der Hauptkamera möglich. KI-Funktionen sollen zudem unter anderem Gruppenfotos erleichtern.
Preis und Start: Ab 1999 Franken mit 256 GB Speicher. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, Verkaufsstart ist der 23. Oktober.
Was sagt der Experte? Für Jean-Claude Frick ist das Duo «das spannendste iPhone seit Jahren». Einen echten Mehrwert sieht er vor allem für Menschen, die den grossen Bildschirm für Multitasking nutzen. Für Durchschnittsnutzer sei der Aufpreis dagegen schwer zu rechtfertigen.
Für wen lohnen sich 1999 Franken?
«Finanziell ist das iPhone Duo ein Luxus-Statement», sagt Frick. Das Duo richtet sich vor allem an Menschen, die unterwegs viel arbeiten, lesen, Videos schauen oder mehrere Apps gleichzeitig nutzen und dafür bisher zusätzlich ein Tablet benötigen.
Wer hingegen hauptsächlich chattet, fotografiert und Apps nutzt, bekommt mit einem klassischen iPhone das vernünftigere Gesamtpaket. «Für den Durchschnittsnutzer ist der Aufpreis gegenüber einem klassischen Smartphone kaum zu rechtfertigen», sagt Frick. «Das Handy richtet sich ganz klar an Enthusiasten und Early Adopter mit dickem Portemonnaie», meint der Experte.
Wird das Duo ein Flop oder ein Verkaufsschlager?
Frick tippt klar auf Erfolg. Gerade für Apple-Nutzer sei entscheidend, dass sie nun erstmals ein Foldable bekommen, ohne das Betriebssystem und das gewohnte Ökosystem wechseln zu müssen. Aber für Frick sei auch klar: «Für Apple-Nutzer spielt es keine Rolle, was Samsung macht.»
Der Grund? Viele Menschen würden ihrer Smartphone-Marke treu bleiben. Wer bisher mit einem Foldable geliebäugelt hat, aber nicht von einem iPhone zu einem Android wechseln wollte, bekomme nun die Möglichkeit. Hinzu komme der Statusfaktor: «Gerade für Schweizer funktioniert der hohe Preis gut. Teure Handys sind ein Statussymbol», meint Frick. Das Duo könnte von der Schweizer Kaufkraft profitieren. Er prognostiziert, dass das neue Handy ein Verkaufsschlager wird.
Könnte es sogar zu Lieferengpässen kommen?
Frick hält das Szenario von Lieferengpässen für möglich. «Ich gehe davon aus, dass Apple Schwierigkeiten haben wird, genügend Geräte zu liefern.» Ein Foldable sei deutlich komplexer zu produzieren als ein herkömmliches Smartphone.
Würdest du das erste faltbare Handy von Apple kaufen?
Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert
Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus.
Social Media
Martine Anastasiou (man), Jahrgang 2001, arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Wirtschaft.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
