"O'zapft is": Grüner OB eröffnet Münchner Oktoberfest
Das 191. Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zapfte bei seiner Anstich-Premiere mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an und startete mit dem "O'zapft is" das weltberühmte Volksfest in der bayerischen Landeshauptstadt. Die erste Maß Bier reichte er - der Tradition folgend - dem Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).
Während Böllerschüsse den Start des Festes verkündeten, stießen beide auf eine friedliche Wiesn an. Zehntausende Besucher, die seit dem Morgen noch ohne Bier ausgeharrt hatten, bekamen nun auch ihre ersehnte Maß - zu Preisen von 14,80 bis 15,90 Euro.

Unter den Gästen im Schottenhamelzelt waren zahlreiche Prominente wie FC-Bayern-Star Joshua Kimmich, Moderator Florian Silbereisen, DJ Ötzi, das Schlager-Duo Marianne und Michael, Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang, Franz Herzog von Bayern und der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani.
Gedenken an die Opfer des Wiesn-Attentats
Krause führte zu seinem ersten Wiesn-Besuch als Oberbürgermeister eine Neuerung ein. Beim Einzug der Wiesnwirte und Brauereien auf das Festgelände stoppte seine Kutsche am Haupteingang zu einem kurzen Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats 1980. Am Abend des 26. September 1980 hatte dort eine Bombe zwölf Wiesn-Besucher in den Tod gerissen und rund 200 verletzt. Auch der rechtsextreme Täter Gundolf Köhler starb.

Ministerpräsident Söder nutzte die Minuten vor dem Anstich, um für München als deutsche Bewerber-Stadt für die Olympischen Spiele zu werben. Er wünsche sich, dass man die Wiesn im kommenden Jahr feiere mit München als "definitiver Olympiastadt". Krauses Anstich-Premiere fand er "sehr professionell" und ergänzte: "Das hat er sehr, sehr gut gemacht."
Schon morgens waren die Gäste Richtung Festgelände gezogen - die meisten in Dirndl und Lederhose. Es herrschte bestes Volksfestwetter mit blauem Himmel und Sonnenschein, dabei war es nicht so heiß wie im Vorjahr. Auch ohne Temperaturrekorde meldete der Sanitätsdienst der Wiesn schon vor dem Anstich zahlreiche Einsätze: Bis zum Mittag habe man rund 50 Patienten versorgt, hieß es bei der Aicher Ambulanz.
Warten in der Dunkelheit
Die ersten Besucher hatten in den frühen Morgenstunden noch im Dunkeln an den Zäunen rund um die Wiesn ausgeharrt. Als die Eingänge um kurz nach 9.00 Uhr öffneten, stürmten sie im Laufschritt zu den Bierzelten, um einen guten Platz zu ergattern. Allerdings stoppten die Sicherheitskräfte immer wieder den Ansturm, so dass die Menschen nur nach und nach aufs Gelände gelangten.

Das Sicherheitskonzept wurde verbessert, nachdem es im Vorjahr am zweiten Samstag auf der überfüllten Wiesn zu gefährlichen Situationen gekommen war. In einer neuen Koordinierungsstelle auf dem Gelände sollen die Besucherströme auf dem Festgelände beobachtet und bei Bedarf gesteuert werden.
KI-gestützte Kameras
Mehr als 50 KI-gestützte Kameras sollen dabei helfen, rechtzeitig gefährliche Ansammlungen von Menschen zu erkennen. Außerdem wird an besucherstarken Tagen ein sogenannter Crowdspotter die Besucherströme im Blick behalten - und bei Bedarf Durchsagen an die Gäste machen.

Etwa 600 Polizeibeamte und Hunderte Ordner der Stadt München wie auch der Festwirte sind rund um das Fest im Einsatz. Die Polizei sieht sich auch mit Blick auf die jüngsten Drohnenvorfälle gut vorbereitet, mit Unterstützung des neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrums, wie es hieß. An den Eingängen gibt es Einlasskontrollen. Messer und andere gefährliche Gegenstände sind verboten; speziell für Messer gilt sogar eine Verbotszone rund um das Fest.
Das Oktoberfest gilt als größtes Volksfest der Welt - mit etlichen Nachahmerfesten nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Erdteilen. Es dauert bis zum 4. Oktober. Wie in den vergangenen Jahren werden deutlich mehr als sechs Millionen Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt erwartet.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.