Anthropic: Pentagon vollendet Abschied, Meta und Microsoft schränken Nutzung ein
Das Pentagon hat den Abschied von Anthropic vollzogen und „die Nutzung von Anthropic-Produkten eingestellt“. Das berichtet die BBC unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium. Der britische Nachrichtensender zitiert aber auch „mehrere“ anonyme Personen, laut denen Anthropics KI noch bis vor wenigen Tagen im Einsatz gewesen sei. Beim US-Militär habe es als kritisches Werkzeug gegolten, um große Mengen an Informationen zu durchforsten. Im Frühjahr war Anthropic aber zum Sicherheitsrisiko erklärt worden, weshalb die KI-Technik schrittweise entfernt wurde. Die Bekanntmachung des Pentagon wurde jetzt von Berichten begleitet, laut denen die Anthropic-Großkunden Meta und Microsoft die interne Nutzung der beliebten KI-Modelle einschränken lassen.
Schlechte Nachrichten vor geplantem Börsengang
Ursächlich für den Abschied des Pentagon von Anthropic ist eine Auseinandersetzung, die nicht nur die KI-Branche Anfang des Jahres in Aufregung versetzt hat. Anlass war das Beharren von Anthropic auf ethischen Leitplanken bei der Nutzung seiner KI-Modelle durch das US-Militär. Massenüberwachung von US-Bürgern und der Einsatz in autonomen Waffensystemen sollten vertraglich ausgeschlossen werden. Das Pentagon lehnte dies ab und drohte Anthropic stattdessen. Die KI-Firma war von ihrer Position aber nicht abgewichen, woraufhin das Pentagon sie zum Sicherheitsrisiko erklärte und damit begonnen hat, die KI-Technik von Anthropic zu entfernen. Inzwischen laufen Gerichtsverfahren dazu. Dass die Entfernung von Anthropics Technik so lang gedauert hat, unterstreicht, wie zentral sie für das Pentagon war.
Laut The Information fällt der Abschluss der Maßnahme des Pentagon jetzt mit einer stark gesunkenen Nutzung der eigenen KI durch zwei Großkunden zusammen. Sowohl Meta als auch Microsoft haben demnach messbare Erfolge beim Versuch erzielt, die eigenen Angestellten zur Nutzung hauseigener KI zu bringen. Bei Microsoft sollen die internen Ausgaben für Claude demnach in diesem Jahr jetzt ein Drittel unter der Prognose von mindestens einer Milliarde US-Dollar liegen, bei Meta würden nur noch 30.000 statt 60.000 Angestellte Anthropics Coding-Assistenten Claude Code benutzen. Was genau das für Anthropics Geschäft bedeutet, ist unklar, aber wenige Wochen vor dem geplanten Rekordbörsengang würde das Unternehmen sicher gerne bessere Nachrichten verbreiten.
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