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Friday, October 9, 2026

Insolvenzen auf 13-Jahres-Hoch : Alle 19 Minuten geht eine deutsche Firma pleite

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Insolvenzen auf 13-Jahres-Hoch Alle 19 Minuten geht eine deutsche Firma pleite

09.10.2026, 10:19 Uhr

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Ein Räumungsverkauf in der Innenstadt: keine Seltenheit. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit deutlich mehr Wirtschaftswachstum. Bei den Unternehmen ist davon bisher nichts zu sehen. Vor allem kleinere Firmen rutschen immer häufiger in die Zahlungsunfähigkeit. Gleichzeitig sinken die Forderungen der Gläubiger.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist auch im Juli spürbar gestiegen und hat den höchsten Wert für diesen Monat seit 13 Jahren erreicht. Die Amtsgerichte registrierten 2373 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem ersten Halbjahr fort. Einen höheren Monatswert gab es zuletzt im Juli 2013 mit 2459 Fällen. 

"Alle 19 Minuten geht in Deutschland ein Unternehmen in die Insolvenz", sagte Mittelstandsexperte Marc Evers von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Der Rekord zeige, dass die zwischenzeitliche wirtschaftliche Erholung die Breite der Wirtschaft bei Weitem nicht erfasse. "Der kleine Aufschwung droht auch nur von kurzer Dauer zu sein, denn er basiert überwiegend auf den hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben", sagte Evers. Die Politik müsse schnell nötige Reformen umsetzen.

Die Statistiker weisen darauf hin, dass die Anträge erst nach der ersten Gerichtsentscheidung erfasst werden und der tatsächliche Antragszeitpunkt oft rund drei Monate zurückliegt.

Insgesamt wurden 15.185 Unternehmensinsolvenzen registriert und damit 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings fallen bei den aktuellen Insolvenzen die Forderungen der Gläubiger mit 21,9 Milliarden Euro geringer aus als vor einem Jahr, als 31,8 Milliarden Euro im Feuer standen. Den Statistikern zufolge ist dies darauf zurückzuführen, dass 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten.

Besonders betroffen von der Entwicklung waren bestimmte Wirtschaftszweige. Die höchste Insolvenzhäufigkeit gab es von Januar bis Juli im Bereich Verkehr und Lagerei mit 85,5 Fällen je 10.000 Firmen. Danach folgten das Gastgewerbe mit 70,0 und das Baugewerbe mit 62,9 Insolvenzen. Die durchschnittliche Insolvenzhäufigkeit über alle Branchen hinweg lag bei 42,8.

Eine gegenläufige Entwicklung zeigte sich bei den Verbraucherinsolvenzen. Ihre Zahl sank im Juli um 5,9 Prozent auf 7111. Von Januar bis Juli stieg sie jedoch binnen Jahresfrist leicht um 1,0 Prozent auf 46.043.

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