Lärmstreit auf dem Land – Landwirtschaftslärm treibt Nachbarschaft auf die Barrikaden

Lärmstreit auf dem Land Landwirtschaftslärm treibt Nachbarschaft auf die Barrikaden
Trotz eines Gerichtsurteils leiden Anwohnerinnen und Anwohner in Hohenrain LU weiter unter dem Lärm aus der Landwirtschaft.
Hohenrain ist ein beschauliches Dorf im Luzerner Seetal. Die Anwohnerinnen und Anwohner des Ortsteils Günikon leiden jedoch unter dem Lärm einer angrenzenden Lohnunternehmung. Verschiedene Arbeiten und der Rangierverkehr der Leu AG seien sehr laut, sagt Herbert Röösli, der in der Nähe am Idyllweg wohnt.
Das macht riesigen Lärm. Das ist kaum auszuhalten.
Am schlimmsten sei es, wenn Mais und andere landwirtschaftliche Produkte angeliefert und zu Ballen gepresst werden. Und das zum Teil bis spät in die Nacht hinein. «Das macht riesigen Lärm. Das ist kaum auszuhalten», sagt Röösli.
Bereits vor sechs Jahren reichten Anwohnerinnen und Anwohner Klage ein. Messungen zeigten, dass die Lärmbelastung tatsächlich zu hoch ist. Die Gemeinde Hohenrain verpflichtete die Leu AG 2023, eine Lärmsanierung zu machen. Zusätzlich verbot die Gemeinde laute Arbeiten zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten.
Die Firma legte darauf Beschwerde ein, doch das Kantonsgericht Luzern bestätigte die Auflagen der Gemeinde Hohenrain in diesem Jahr.
Trotz des Gerichtsentscheids hat sich die Lage aber nicht verbessert, sagt Anwohner Herbert Röösli. Die Lohnunternehmung arbeite nach wie vor regelmässig über Mittag und bis in den Abend hinein.
«Wir werfen der Gemeinde vor, dass sie nicht aktiv handelt. Ihr wurde aufgetragen, für die Sanierung zu sorgen», sagt Röösli.
Die Anliegen der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner nehmen wir ernst.
Die Gemeinde Hohenrain nimmt zu den Vorwürfen der Anwohnerschaft nur schriftlich Stellung: «Die Anliegen der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner nehmen wir ernst. Wir können nachvollziehen, dass eine über längere Zeit andauernde Situation belastend ist und Unzufriedenheit auslösen kann.»
Die Gemeinde verweist zudem darauf, dass auch Stellen beim Kanton Luzern involviert seien. Das verzögere die Angelegenheit.
In der Nachbarschaft ist die Geduld am Ende. Anwohner Herbert Röösli macht sich noch aus einem weiteren Grund Sorgen.
Die Leu AG plane derzeit ein neues Betriebsgebäude für die lärmintensiven Arbeiten. Das gehe nicht. Erst müsse die Lärmsanierung abgeschlossen sein, bevor neu gebaut werde, findet Herbert Röösli. Er wittert eine Umgehungstaktik.
Was genau die Leu AG plant, ist unklar. Auf Anfrage wollte sie sich weder zu den Bauplänen noch zum Konflikt mit der Nachbarschaft äussern.
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