ESPNColts fire GM Ballard after home loss to Titans, cite 'necessary' changeThe Jerusalem PostTrump went from blasting Netanyahu to backing him - will it matter to Israeli voters? - analysisRTP DesportoRonaldo assumiu por telefone a Proença falta de "condições anímicas" para ficarDaily MaverickDIGITAL POLITICS OP-ED: Borders, ballots, court clashes — how the anti-immigrant movement is setting SA’s elections agendaFootball ItaliaMilan continue Krösche talks as €5-7m release clause emergesZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioCollider3 Best Movies to Watch on Netflix This Week (Oct 19-23)ESPN Deportes¿Cómo la fecha límite de MLB llevó a Guardians a playoffs?CBS NewsElon Musk pledges to give a SpaceX share to every U.S. childABC NewsIran live updates: Russia says it won't stop cooperating with IranABC News (Australia)What we know about China's new joint training facility in LaosThe Sydney Morning HeraldStudents blockade Louvre as France rolls out local curfews
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 19, 2026

Trotz Antisemitismus-Vorwürfen: Berliner SPD stimmt Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen zu

Translate

Trotz Antisemitismus-VorwürfenBerliner SPD stimmt Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen zu

19.10.2026, 19:35 Uhr

625993519 (2)
Steffen Krach (SPD, M.) zusammen mit der potenziellen künftigen linken Bürgermeisterin Elif Eralp (l.) und dem Co-Vorsitzenden der Grünen-Fraktion, Werner Graf (r.). (Foto: picture alliance/dpa)

Der Landesvorstand der Hauptstadt-SPD billigt Verhandlungen für eine links-grüne Koalition in Berlin. Die Grünen entscheiden noch am Abend, die Linke erst Ende Oktober. SPD-Bundespolitiker hatten die eigene Partei zuvor vor der Linkspartei gewarnt.

Die Berliner SPD will mit der Wahlsiegerin Linke und mit den Grünen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Das entschied der Landesvorstand bei einer digitalen Sitzung mit breiter Mehrheit, wie die Deutsche Presse-Agentur aus SPD-Kreisen erfuhr. Die Grünen wollen noch am Abend bei einem kleinen Parteitag über den Beginn von Koalitionsgesprächen entscheiden.

Die Linke befindet darüber erst auf einem Parteitag am 31. Oktober. Grund sind die zweiwöchigen Herbstferien in Berlin. Im Falle einer Zustimmung können die Koalitionsgespräche Anfang November beginnen.

Bei der Berlin-Wahl am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und - mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis - die SPD (12,1 Prozent). Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat ihre Mehrheit verloren. Nun wird versucht, eine rot-grün-rote Regierung zu bilden. Gelingt das, könnte Linke-Fraktionschefin Elif Eralp erste Regierende Bürgermeisterin ihrer Partei in Berlin werden.

Streit um Vergesellschaftung und Antisemitismus

Auf das am Samstag vorgelegte Sondierungspapier hatten sich Linke, Grüne und SPD in zeitweise mühsamen Verhandlungen verständigt. Die Diskussion um ein konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus, angefacht durch mehrere Vorfälle in den Reihen der Linken - beispielsweise in Berlin-Neukölln - erschwerte die Gespräche.

Eine gemeinsame Erklärung zum Thema Antisemitismus, auf die sich die drei Parteien noch vor Beginn der Sondierungen verständigten, soll im Fall einer Regierungsbildung in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden. Rot-Grün-Rot bekennt sich darin zum Schutz jüdischen Lebens, zum Existenzrecht Israels und zu einer Zwei-Staaten-Lösung, die sowohl Israels Sicherheit als auch die Selbstbestimmung der Palästinenser ermöglichen soll. Angedacht sind bei Verstößen gegen die vereinbarten Grundsätze Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss.

Bundesweit umstrittenstes Vorhaben der drei Parteien dürfte die Vergesellschaftung von etwa 160.000 Wohnungen von fünf Konzernen sein. Eine solche Überführung in Gemeineigentum gegen Entschädigung wäre in Deutschland bislang einmalig. Ziel sei es, durch mehr Einfluss auf den Wohnungsmarkt den zuletzt stetigen Anstieg der Mieten zu bremsen, argumentierte die Linke.

Die Umsetzung könnte aber dauern. Mitte 2028 wollen die drei Parteien ein Gesetz vorlegen, das erst ein Jahr nach Beschlussfassung in Kraft treten soll. In der Zwischenzeit wird es wohl vom Verfassungsgericht überprüft, Klagen aus der Wohnungswirtschaft sind zu erwarten.

Die Entschädigungssumme für die Wohnungskonzerne soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt, mit Krediten finanziert und über Mieten refinanziert werden. Betroffen sein sollen private Konzerne ab einem Bestand von 10.000 Wohnungen in Berlin. Einen Grundbestand von 10.000 Wohnungen dürften sie behalten.

Am stärksten betroffen wäre der Immobilienkonzern Vonovia mit nach eigenen Angaben 130.000 Wohnungen in Berlin. "Wir sind überzeugt, dass eine Vergesellschaftung in der vorgelegten und geplanten Art und Weise verfassungswidrig ist und einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten würde", teilte das Unternehmen auf dpa-Anfrage mit. Um den Wohnungsmangel zu überwinden, brauche es erhebliche private Investitionen. Dafür seien Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und ein stabiles Investitionsumfeld notwendig.

Schwarz-rote Bundesregierung gegen Enteignungen

Auch Wirtschaftsverbände sowie Bundespolitiker von Union und SPD machen Front gegen die Pläne. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, sie sehe ganz klar eine "Gefahr für den Standort", die weit über Berlin hinausgehe. Unionsfraktionschef Thorsten Frei bezeichnete Vergesellschaftungen als das Dümmste, was man machen könne. Es werde Geld, das Berlin nicht habe, für Wohnungen ausgegeben, die es schon gebe, sagte er in der ARD-Sendung "Caren Miosga".

Grundlage für das Vorhaben wäre Artikel 15 des Grundgesetzes. Dort heißt es: "Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden."

Die Bundesregierung hatte bereits im Juli beschlossen, dass sie Vergesellschaftung verhindern will. Bislang gibt es allerdings noch keinen Gesetzentwurf, sondern nur einen Beschluss des Koalitionsausschusses. Die Verbotspläne befinden sich noch in der Abstimmung der Bundesregierung, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilte.

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.