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Tuesday, November 3, 2026

RTL/ntv-Sorgenbarometer: Auftreten der Bundesregierung und steigende Preise machen Deutschen Angst

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RTL/ntv-SorgenbarometerAuftreten der Bundesregierung und steigende Preise machen Deutschen Angst

03.11.2026, 17:29 Uhr

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Nicht nur im Supermarkt: Steigende Preise sind eine der Hauptsorgen der Menschen in Deutschland. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Im neuen Sorgenbarometer von RTL und ntv zeigt sich, welche Themen die Menschen im Land besonders umtreibt. Die Zukunftsängste sind erkennbar groß - doch zugleich gibt es auffällige Unterschiede je nach Alter, Geschlecht und Wohnort.

Die Bundesregierung muss eine Vielzahl an Herausforderungen gleichzeitig managen und ist dabei in den Augen der meisten Deutschen selbst das größte Problem. Im Sorgenbarometer des RTL/ntv-Trendbarometers geben 87 Prozent der Befragten an, sie machen sich große oder sehr große Sorgen, "dass die Bundesregierung mit den Problemen überfordert ist". Problem Nummer eins sind demnach "steigende Preise", die 84 Prozent der Befragten als (sehr) große Sorge benennen. Insgesamt legte das Institut Forsa den Befragten 16 Themenkomplexe vor, zu denen sie sich äußern sollten. Überraschend: Die "Folgen der Zuwanderung", die in den vergangenen Jahren eines der dominanten Themen für Parteien und in öffentlichen Debatten waren, kommen mit einem Anteil von 56 Prozent auf den letzten Platz der vorgeschlagenen Themen.

An dritter Stelle im Sorgenbarometer taucht "ein unzureichendes Schul- und Bildungssystem" auf, über das sich 79 Prozent der Befragten Sorgen machen. Je 77 Prozent sind zudem besorgt über steigende Steuern und Abgaben sowie über eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Mit 76 Prozent folgt die Sorge, "dass die Renten nicht mehr sicher sind". 75 Prozent sorgen sich wegen der "sozialen Ungleichheit im Land" und 74 Prozent treibt die Sorge um, "dass Wohnen immer teurer wird".

Jeweils 70 Prozent sorgen sich vor einem zunehmenden Rechtsextremismus, vor einer Gefährdung des Wohlstands und vor dem "Ausmaß der Kriminalität". Bei den "Folgen des Klimawandels" geben 64 Prozent an, sich (große) Sorgen zu machen. Sorgen, dass der Linksextremismus zunimmt, machen sich 60 Prozent der Befragten. Jeweils 58 Prozent machen sich Sorgen, "dass es nicht mehr genügend gut bezahlte Arbeitsplätze gibt" und "dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen wird".

Frauen besorgter über Lebenshaltungskosten

Nach Geschlechtern aufgefächert, machen sich Frauen bei fast allen abgefragten Themen mehr Sorgen als Männer, insbesondere bei finanziellen Themen. Steigende Preise, sichere Renten, medizinische Versorgung, soziale Ungleichheit, Wohnkosten und Zukunft der Arbeitsplätze: Jeweils sieben bis 10 Prozentpunkte höher ist jeweils der Anteil besorgter Frauen. Ähnlich verhält es sich bei den Folgen des Klimawandels. Zudem sorgen sich 68 Prozent der befragten Frauen, Deutschland könne in einen Krieg hineingezogen werden, aber nur 47 Prozent der Männer.

Ebenfalls auffällig: 77 Prozent der Frauen sorgen sich wegen einer Zunahme des Rechtsextremismus, aber nur 64 Prozent der Männer. Wegen einer Zunahme des Linksextremismus machen sich 63 Prozent der Männer Sorgen, während es bei den Frauen 57 Prozent sind.

Jugend besorgt wegen Klima und Rente

Sichtliche Unterschiede zeigen sich auch je nach Alter der Befragten. Während sich über alle Alterskohorten hinweg ähnlich viele Menschen Sorgen über die Problemlösungsfähigkeiten der Bundesregierung machen, treiben steigende Preise die Gruppe der 18- bis 29-jährigen Befragten mit einem Anteil von 84 Prozent stärker um als die Menschen zwischen 30 und 44 Jahren, von denen sich 79 Prozent Sorgen machen. Steigende Steuern und Abgaben sind Grund zur Sorge für 80 Prozent derjenigen, die 60 Jahre alt und älter sind, aber nur für 68 Prozent der 18- bis 29-Jährigen.

Die Jüngeren machen sich dafür zu 83 Prozent Sorgen, dass die Renten nicht mehr sicher sind. 84 Prozent sind es bei den 45- bis 59-Jährigen, aber nur 70 Prozent bei der Gruppe ab 60 Jahren. Auch die Sorge vor den Folgen des Klimawandels ist mit 77 Prozent besonders ausgeprägt bei der jüngsten Altersgruppe, während dieser Wert bei den älteren Kohorten zwischen 56 und 64 Prozent niedriger ausfällt.

Dass jüngere Menschen politisch linker denken als Ältere, zeigt sich am Thema Extremismus: 83 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sorgen sich, dass der Rechtsextremismus zunimmt. Die Sorge vor dem Linksextremismus teilen nur 38 Prozent. Diese Sorge wiederum ist mit 74 Prozent am stärksten ausgeprägt bei den Befragten ab 60 Jahren. Allerdings machen sich in dieser Alterskohorte, deren älteste noch die Nachwehen des Zweiten Weltkriegs erlebt haben, auch 74 Prozent Sorgen vor dem Rechtsextremismus.

Diese Sorge ist bei den 45- bis 59-Jährigen mit einem Anteil von 60 Prozent deutlich schwächer ausgeprägt. Die Älteren sind mit einem Anteil von 68 Prozent auch deutlich besorgter, Deutschland könne in einen Krieg hineingezogen werden. Derweil haben die beiden Altersgruppen zwischen 18 und 29 sowie zwischen 30 und 44 Jahren diese Sorge mit einem Anteil von 46 und 48 Prozent deutlich seltener.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Sehr unterschiedlich fallen die Sorgen offenbar auch je nach Größe des Wohnorts aus, wie die entsprechende Auswertung von Forsa zeigt: Das Institut unterteilte die Antworten der Befragten in Wohnorte unter 5000 Einwohnern, 5000 bis unter 20.000 Einwohner, 20.000 bis unter 100.000 Einwohner, 100.000 bis unter 500.000 Einwohner und die 15 Großstädte mit mindestens 500.000 Einwohner.

So ist die Sorge vor einer sich verschlechternden medizinischen Versorgung auf dem Land besonders ausgeprägt: 84 Prozent der Einwohner kleiner Orte haben diese Sorge, während sie bei Bewohnern von Kleinstädten mit 5000 bis unter 20.000 Einwohnern mit einem Anteil von 72 Prozent am geringsten ausfällt. Die Sorge, "dass Wohnen immer teurer wird", treibt 84 Prozent der Einwohner der 15 größten Städte um. Mit Werten zwischen 72 und 74 Prozent fällt diese Sorge in den kleineren Städten und Dörfern geringer aus.

Die Sorge vor einer Zunahme des Linksextremismus wiederum ist in kleineren Wohnorten mit Werten zwischen 64 und 67 Prozent deutlich größer als in Städten ab 100.000 Einwohnern, wo sich zwischen 47 und 48 Prozent der Einwohner deshalb Sorgen machen.

Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 22. und dem 23. Oktober erhoben. Datenbasis: 1009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

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