Aufarbeitung der Kolonialzeit: Museum Wiesbaden übergibt Schädel an Indonesien

Zehn menschliche Schädel aus dem 19. Jahrhundert kehren nach Indonesien zurück. Es ist die erste Rückgabe dieser Art an das Herkunftsland aus Deutschland.
Foto: Andreas Arnold/picture alliance/dpa
epd | Zehn menschliche Schädel aus den Beständen des Museums Wiesbaden sollen wieder in ihr Herkunftsland Indonesien überführt werden. Wie das hessische Wissenschafts- und Kulturministerium am Mittwoch mitteilte, sollen sie am 10. November Vertretern der indonesischen Regierung übergeben werden. Die Schädel waren noch im 19. Jahrhundert nach Hessen gelangt und stammten aus einer ethnografischen Sammlung des Militärarztes Ernst Albert Fritze.
Nach Ministeriumsangaben handelt es sich um den deutschlandweit ersten Fall, in dem nach Europa verbrachte menschliche Überreste wieder nach Indonesien zurückkehren. Hessische Museen durchforschen seit mehreren Jahren systematisch ihre Sammlungen auf unrechtmäßige Erwerbungen aus der Kolonialzeit. Bereits 2023 hatte das Museum Wiesbaden einen sogenannten Toi Moko – einen tätowierten Maori-Ahnenschädel – an Neuseeland zurückgegeben.
Auch den Maori-Schädel hatte Fritze einst an das Museum in Wiesbaden geschickt. Der gebürtige Herborner stand seit 1817 in niederländischen Diensten und hatte aus der damaligen Kolonie Niederländisch-Indien immer wieder auch Tierpräparate in seine Heimat gesandt. Die Naturhistorische Sammlung des Museums verdankt ihm zahlreiche Exponate, darunter auch ein Schaupräparat des mittlerweile ausgestorbenen Java-Tigers.
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