Huthi-Attacke: "Regelrechtes Kriegsverbrechen" in Riad
Mindestens zwölf Tote, darunter etliche Ausländer, und mehr als 300 Verletzte - das ist die erschreckende Bilanz eines Raketenangriffs auf den internationalen Airport von Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Es ist die höchste Opferzahl bei einer Attacke auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Dessen Fronten haben sich auf den Konflikt zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen ausgeweitet.
Der jüngste Angriff auf ein Passagierterminals des Flughafens King Chalid sei ein "regelrechtes Kriegsverbrechen", erklärte ein Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses gegen die Huthi. Man werde "mit Entschlossenheit" auf den "feigen terroristischen Angriff" reagieren.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst schockiert". Attacken auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen das Völkerrecht. Sie müssten sofort eingestellt werden, forderte Guterres.
Trump erwägt US-Einsatz
"Was in Saudi-Arabien passiert ist, ist nicht akzeptabel", betonte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten. Er werde mit Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher und Kronprinz Mohammed bin Salman darüber "sprechen". Auf Nachfrage schloss Trump nicht aus, dass sich die Vereinigten Staaten der Militärkoalition gegen die Huthi anschließen werden.

Die USA, Deutschland und andere westliche Länder rieten ihren Bürgern dringend von einer Nutzung des Flughafens Riad ab. Für Saudi-Arabien gilt ohnehin eine Teilreisewarnungdes Auswärtigen Amtes in Berlin.
Langer Konflikt im Jemen
Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Der Konflikt war nach Beginn des Iran-Krieges, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten, wieder aufgeflammt.
Die Miliz kontrolliert weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa und große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Am vergangenen Wochenende hatte die jemenitische Führung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete angekündigt.
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