Monate oder Jahre: So lange könntet ihr von eurem Ersparten leben

- Laut einer ZHAW-Studie sind knapp 45 Prozent der Schweizer Bevölkerung spätestens nach drei Monaten ohne Einkommen in Not.
- Obwohl fast 83 Prozent der 963 Befragten zumindest gelegentlich sparen, haben 14,8 Prozent keinerlei Reserven.
- Dagegen kämen 23,6 Prozent länger als ein Jahr ohne Einkommen aus.
- Mehrere Leserinnen und Leser der 20-Minuten-Community haben verraten, wie lange sie ohne Einkommen über die Runden kommen würden.
Wie lange könnten Schweizerinnen und Schweizer ohne Einkommen überleben? Eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt: Obwohl fast 83 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich Geld auf die Seite legen, wären knapp 45 Prozent spätestens nach drei Monaten auf ihre nächsten Einnahmen angewiesen.
Für die Studie wurden 963 Personen zu ihrem Sparverhalten und ihrer finanziellen Absicherung befragt. 14,8 Prozent gaben an, überhaupt keine finanziellen Reserven zu haben. Weitere 30,1 Prozent könnten ihren bisherigen Lebensstandard ohne Einkommen höchstens drei Monate aufrechterhalten. Auf der anderen Seite stehen 23,6 Prozent, die nach eigenen Angaben sogar länger als ein Jahr ohne Einkommen auskommen würden.
Zwischen finanzieller Freiheit und Existenzsorgen
Wie unterschiedlich die finanzielle Situation in der Schweiz aussieht, zeigen auch die Rückmeldungen aus der 20-Minuten-Community. Leserin Kim (29) etwa gehört zu jenen, für die Sparen derzeit kaum möglich ist. Sie ernährt als Alleinverdienerin eine dreiköpfige Familie. «Wir machen jeden Monat eine Nullrunde oder brauchen das Ersparte aus der Zeit vor unserem Sohn auf», erzählt sie.
Wie sicher fühlst du dich finanziell, wenn plötzlich dein Einkommen wegfällt?
Ohne ihren Lohn wäre das Familienkonto nach dreieinhalb Monaten leer. «Sparen ist ein Luxus, den wir uns nicht leisten können.» Die Familie hofft, die nächsten drei Jahre finanziell überbrücken zu können, bis ihr Sohn in den Kindergarten kommt und ihr Mann wieder Teilzeit arbeiten kann. «Vielleicht kann man sich dann etwas wie Ferien oder sonstigen Kleinluxus gönnen. Aber Sparen ist etwas Undenkbares.»
«Entscheidungen treffen, ohne auf Lohn zu warten»
Ganz anders sieht es bei Alex (46) aus. Er habe bereits in jungen Jahren begonnen, sein Geld konsequent anzulegen: «Dadurch konnte ich mir eine finanzielle Basis schaffen, mit der ich theoretisch auf unbestimmte Zeit ohne Erwerbseinkommen auskommen könnte», erzählt er.
Für ihn bedeute das vor allem Freiheit: Entscheidungen zu treffen, ohne auf den nächsten Lohn angewiesen zu sein. Sein Rat: «Fangt so früh wie möglich an zu investieren. Nicht erst, wenn am Monatsende viel übrig bleibt. Auch kleine Beträge können über 20, 30 oder 40 Jahre einen enormen Unterschied machen.»
«Disziplinierter Umgang mit Geld ist wichtig»
Auch Familienvater Roman (41) hat sich über die Jahre ein finanzielles Polster aufgebaut. Während er früher zwischen 60’000 und 80’000 Franken jährlich verdiente, liegt sein Einkommen heute über 200’000 Franken.
Rund 35 Prozent seines Bruttoeinkommens spart er nach eigenen Angaben. Sein Vermögen beziffert er mittlerweile auf mehr als 1,3 Millionen Franken. Er betont: «Ich habe bei null angefangen, ein disziplinierter Umgang mit Geld ist wichtig, egal wie viel man verdient.»
Wie gross diese Unterschiede tatsächlich sind, zeigen weitere persönliche Einblicke der 20-Minuten-Community in der oben stehenden Bildstrecke.
Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten. Sie ist Stellvertretende Ressortleiterin Gesellschaft & Community.
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.
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