Höchstwert seit 2015: Rüstungsausgaben bringen Auftragsbücher der Industrie zum Platzen

Höchstwert seit 2015Rüstungsausgaben bringen Auftragsbücher der Industrie zum Platzen
17.09.2026, 11:02 Uhr
00:00
02:20

Steht es um die deutsche Industrie doch nicht so schlecht wie vielfach angenommen? Die Auftragsbücher sind zumindest voll - und zwar so voll wie nie zuvor. Besonderer Treiber sind staatliche Rüstungsinvestitionen. Eine andere Branche muss mit weniger Anfragen auskommen.
In der deutschen Industrie gibt es mit prall gefüllten Auftragsbüchern Hoffnung auf ein Ende der langen Durststrecke. Der Auftragsbestand stieg im Juli preisbereinigt um 1,5 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. "Der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe erreichte damit abermals ein neues Allzeithoch."
Gemessen am Vorjahresmonat stieg der Auftragsbestand um 10,9 Prozent. Bereits in den vergangenen Monaten ist der Auftragsbestand in den Unternehmen tendenziell gewachsen.
Die Reichweite für den Auftragsbestand stieg laut Bundesamt auf neun Monate. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung der Daten 2015. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz produzieren müssten, um ihre Aufträge abzuarbeiten.
Gestützt wurde die positive Entwicklung besonders durch den Anstieg im "sonstigen Fahrzeugbau". Dabei geht es um Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge. Hier sind zuletzt viele neue Aufträge eingegangen und die Fertigungsdauer ist vergleichsweise lang, wie die Statistiker erklärten. Beim Anstieg im sonstigen Fahrzeugbau dürften auch die staatlichen Rüstungsausgaben eine Rolle gespielt haben. Auch ein leichter Anstieg im Maschinenbau wirkte sich positiv aus, während der Auftragsbestand in der Autoindustrie sank.
Wegen anziehender Exporte und der staatlichen Milliardenausgaben haben führende Institute ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft angehoben. Das Ifo-Institut etwa erwartet für 2026 ein Wachstum um 1,4 Prozent. 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt, in den beiden Jahren davor war die Wirtschaft geschrumpft.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.