Speicherort von Microsoft-365-Daten für kurze Zeit wählbar
Microsoft hat vergangene Woche eine Einstellung im Admin-Center von Microsoft 365 ergänzt, mit der IT-Verantwortliche den Speicherort der Daten auswählen können. Datenschutzrechtlich hat das offenbar keine Relevanz, dennoch bietet Microsoft an, die Daten innerhalb der Landesgrenzen zu speichern.
Das beschreibt Microsoft in seinem bislang nicht öffentlich zugänglichen Message-Center-Beitrag MC1470878. Um im Raum der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) respektive der EU einen hochperformanten Dienst aufrechtzuerhalten, hat Microsoft die Option „Store Microsoft 365 customer data in-country“, zu Deutsch: „Microsoft-365-Kundendaten im Land speichern“, am 14. September 2026 eingeführt. Damit erhalten Admins die Wahl, die Daten in den Landesgrenzen oder innerhalb von regionalen EU-Datengrenzen vorzuhalten.
Die Kundendaten bleiben in den EU-Datengrenzen unabhängig davon, ob die Einstellung aktiviert oder deaktiviert sei, führt Microsoft weiter aus. Privatsphäre, Sicherheit, Compliance und Verschlüsselung bleiben unverändert. Die Einstellung ist für die Tenants standardmäßig deaktiviert, was bedeutet, dass die Kundendaten aus den Landesgrenzen in regionale Speicher in den EU-Datengrenzen verschoben werden können. Bis zum 14. Dezember 2026 haben Admins Zeit, die Einstellung anzupassen, im Anschluss greift sie dann.
Mehrere europäische Länder betroffen
Microsoft zufolge betrifft das berechtigte kommerzielle Tenants in Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden oder der Schweiz. Die Einstellung gilt für die Dienste Copilot/Copilot Chat, Exchange Online, OneDrive, Teams und SharePoint. Bis zum 14. Dezember ändert sich noch nichts, bis dahin sollen Admins sich ins Microsoft-365-Admin-Center einloggen und dort unter „Settings“ – „Org Settings“ – „Organization Profile“ – „Data Location“ – „Commitments“ die Einstellung an die Bedürfnisse der eigenen Organisation anpassen. Sofern keine Änderung vorgenommen wird, bleibt die Einstellung deaktiviert und Microsoft kann ab Mitte Dezember die Daten innerhalb der EU-Datengrenzen verschieben.
Die Datenverschiebung soll der besseren Lastverteilung dienen. Da die Daten innerhalb europäischer Grenzen verbleiben, sehen Experten darin aus deutscher Perspektive keinen Drittlandtransfer. Die DSGVO bleibe damit eingehalten, sie beziehe sich auf EU-Datengrenzen – Artikel 44 der DSGVO verortet Drittländer außerhalb der EU.
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