Kimi K3.1 Pro: Chinesisches Open-Weight-Modell fordert US-Weltspitze heraus
Das chinesische KI-Unternehmen Moonshot AI hat Kimi K3.1 Pro vorgestellt. Das als Open-Weight-Modell angekündigte System soll bei Programmierung, 3D-Modellierung und Finanzanalysen mit Spitzenmodellen wie Claude Opus 5.5 von Anthropic und GPT-6 Astra von OpenAI konkurrieren.
K3.1 Pro baut auf dem im Juli veröffentlichten Kimi K3 auf. Die Mixture-of-Experts-Architektur umfasst unverändert 2,8 Billionen Parameter, von denen jeweils 104 Milliarden aktiv sind. Das Kontextfenster fasst weiterhin bis zu eine Million Token, in Kimi Code allerdings nur in höheren Tarifen. Das Modell verarbeitet Text, Bilder und Videos und gibt Text aus.
K3.1 Pro soll Softwareprojekte selbstständig umsetzen, Spiele entwickeln und Blender sowie CAD-Software über eigene Skripte steuern können. Außerdem kann es dreidimensionale Objekte aus Textbeschreibungen, Skizzen und Referenzbildern erstellen. Mit „3D Make“ lassen sich die Modelle im Browser bearbeiten und für den 3D-Druck herunterladen. Auch komplexe Finanzanalysen und die Auswertung umfangreicher Dokumente gehören zu den Fähigkeiten. Um offensive Cyberfähigkeiten zu begrenzen, hat Moonshot nach eigenen Angaben bestimmte Trainingsdaten und Aufgaben entfernt.
Platz vier in unabhängigem KI-Ranking
Unabhängige Tests von Artificial Analysis (AA) zeigen einen deutlichen Leistungssprung gegenüber dem Vorgänger. Im Intelligence Index erreicht K3.1 Pro 55 Punkte und Platz vier, gegenüber 44 Punkten beim Vorgänger. Davor liegen Claude Opus 5.5 mit 58 sowie Claude Sonnet 5.5 und Muse Wonder Full mit jeweils 56 Punkten. Mit veröffentlichten Gewichten wäre K3.1 Pro derzeit das stärkste Open-Weight-Modell der Rangliste. Laut dem technischen Bericht beruht der Fortschritt vor allem auf aufwendigerem Nachtraining mit Reinforcement Learning über Hunderte Aufgabenbereiche hinweg.
Kimi K3.1 Pro verbessert sich im Intelligence Index gegenüber dem Vorgänger um elf Punkte.
(Bild: Artificial Analysis)
Besonders deutlich sind die Fortschritte bei agentischen Fähigkeiten. In Terminal-Bench 4.0 steigt die Erfolgsquote von 13 auf 67 Prozent, der Bestwert der AA-Tests. Im AutomationBench-AA steigt der Anteil regelkonform erfüllter Aufgabenziele von 58 auf 73 Prozent. Im GDPval-AA für berufliche Aufgaben erreicht K3.1 Pro 1846 Elo und Rang drei, hinter Claude Opus 5.5 (1866) und Muse Wonder Full (1857). Das sind 312 Punkte mehr als K3.
Im Wissenstest Humanity’s Last Exam steigt die Erfolgsquote nur von 47 auf 52 Prozent. Im AA-Omniscience-Test sinkt die Halluzinationsrate von 53 auf 44 Prozent.
Ähnliche Aufgabenkosten trotz niedrigerer Tokenpreise
Über die API verlangt Moonshot 2 Dollar pro Million Eingabetoken und 10 Dollar pro Million Ausgabetoken, jeweils ein Drittel weniger als bei K3. Cache-Treffer kosten 20 Cent je Million Token. Die laut Moonshot zwei- bis dreimal schnellere Highspeed-Variante kostet 4 beziehungsweise 20 Dollar. Der Preis für Cachetreffer bleibt gleich, das Schreiben in den Cache kostet dagegen doppelt so viel.
AA misst bei der Standardvariante rund 74 Ausgabetoken pro Sekunde, gegenüber 42 bei K3 und 97 bei Claude Opus 5.5. Die Highspeed-Variante erreicht rund 129 Token pro Sekunde.
Die API-Preise von Kimi K3.1 Pro liegen ein Drittel unter denen des Vorgängers. Die schnellere Highspeed-Variante kostet doppelt so viel pro Ein- und Ausgabetoken.
(Bild: Moonshot AI)
Trotz niedrigerer Tokenpreise bleiben die Aufgabenkosten ähnlich: In AA-Tests erzeugte K3.1 Pro durchschnittlich 55.000 Ausgabetoken je Intelligence-Index-Aufgabe, 14 Prozent mehr als K3. Im aktuellen Modellprofil kostet eine Aufgabe 2,11 Dollar, gegenüber 2,00 Dollar bei K3 und 5,98 Dollar bei Claude Opus 5.5 mit maximalem Reasoning-Aufwand.
K3.1 Pro ist über Kimi.com und die mobilen Apps, den Desktop-Agenten Kimi Work, das Coding-Tool Kimi Code und Moonshots API erhältlich. Die Gewichte sollen bis zum 4. November veröffentlicht werden.
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