Rückkehr bei der WM 2027? – Russland-Zulassung: Eishockey-Weltverband vertagt Entscheidung

Nach den massiven Boykottankündigungen des Weltmeisters Finnland und anderer europäischer Länder hat der Eishockey-Weltverband IIHF seine Entscheidung über die Zulassung Russlands zur WM in Deutschland und bei weiteren Turnieren vertagt.
Die IIHF schreibt in einer Mitteilung nach der jüngsten Tagung, dass sie ihre Position noch nicht geändert hat und weiter enttäuscht ob des Urteil des TAS ist. «Die IIHF ist sich der jüngsten Stellungnahmen wichtiger Beteiligter zu diesem Entscheid bewusst und analysiert sorgfältig die verschiedene Szenarien im Zusammenhang mit dem Urteil des TAS.»
Die globalen Auswirkungen des Entscheids und die daraus entstehenden Herausforderungen seien erheblich unterschätzt worden. Weitere Informationen sollen in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.
Am Dienstag bildete sich breiter Widerstand. Zunächst kündigte Titelverteidiger Finnland an, nicht gegen Russland anzutreten. Dem schlossen sich im Laufe des Tages Schweden, Norwegen, Dänemark, Lettland und Tschechien an. Offensichtlich hatte der Weltverband nicht mit dieser massiven Reaktion gerechnet.
Der Autobauer Skoda will sein Sponsoring der Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland überdenken, falls Russland zum Turnier zugelassen wird. Der tschechische Autohersteller ist Hauptsponsor der Eishockey-Weltmeisterschaften der Männer. Mit der jüngsten Entscheidung des Sportgerichtshof TAS könne man sich nicht identifizieren, hiess es seitens der Volkswagen-Tochter.
Auch die Politik schaltet sich ein
Kanadas Premierminister Mark Carney bekräftigte zudem, dass Russland nicht an der Junioren-WM in Edmonton und Red Deer (26. Dezember bis 5. Januar) teilnehmen werde. Zuvor hatte die kanadische Regierung bereits erklärt, dass sie keine Visa ausstellen werde.
Die deutsche Regierung hält sich bei diesem Thema in Bezug auf die WM in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim (13. bis 30. Mai 2027) bislang zurück. Sie sehe die TAS-Entscheidung «sehr kritisch» und werde sich mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) «zeitnah austauschen». Der Sprecher verwies dabei auf die «restriktive Visumpolitik gegenüber Russland. In Einklang mit den EU-Leitlinien werden russischen Antragstellenden Visa für kurzfristige Aufenthalte nur unter sehr engen Voraussetzungen erteilt.»
Der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz, der am Wochenende eine Rückgabe der WM als Option genannt hatte, ist in Berlin, um Gespräche mit der Politik zu führen.
Radio SRF 1, Mittagsbulletin, 30.10.2026, 12:00 Uhr ; agenturen/dom
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