2,6 Billionen abseits der Bilanz: Studie: Unternehmen finanzieren KI-Boom mit massiven Schulden

2,6 Billionen abseits der BilanzStudie: Unternehmen finanzieren KI-Boom mit massiven Schulden
11.09.2026, 16:22 Uhr
00:00
02:57

Der KI-Boom verschlingt Milliarden - und Tech-Konzerne finanzieren ihn zunehmend mit Schulden. Zugleich steigen bislang kaum sichtbare Verpflichtungen auf rund 2,6 Billionen Dollar, wie eine neue Studie zeigt. Experten warnen vor wachsenden Risiken für die Kreditwürdigkeit.
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz wird einer Studie zufolge zunehmend mit versteckten Schulden finanziert. Die langfristige Verschuldung der acht führenden US-Technologiekonzerne stieg binnen eines Jahres um 86 Prozent, wie aus einer veröffentlichten Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Gleichzeitig stiegen ihre außerbilanziellen Verpflichtungen, vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und KI-Infrastruktur, binnen eines Jahres von 573 Milliarden auf rund 2,6 Billionen Dollar.
Werden diese bislang nur teilweise sichtbaren Verpflichtungen berücksichtigt, erhöht sich die tatsächliche Schuldenlast der Unternehmen demnach im Durchschnitt um fast 150 Prozent. Die Kreditqualität der Konzerne verschlechtere sich dadurch rechnerisch um ein bis zwei Ratingstufen.
"Die Tech-Branche hat den Eisberg bislang umfahren, doch die Navigation wird schwieriger", sagte Alexander Hirt, Experte bei Allianz Research. "Die eigentliche Entwicklung findet allerdings unter der Wasseroberfläche statt: Verpflichtungen, die heute noch nicht in den Bilanzen erscheinen, werden in den kommenden Jahren schrittweise zu tatsächlichen Verbindlichkeiten."
Die Kreditmärkte haben der Studie zufolge bereits reagiert. Die Risikoprämien, die sogenannten Spreads, für Anleihen großer Technologieunternehmen hätten sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Allianz Trade geht jedoch davon aus, dass die Risiken damit erst teilweise eingepreist sind. "Trotz der steigenden Belastungen bleibt das unmittelbare Ausfallrisiko der Tech-Unternehmen gering", erklärte Hirt. "Das größere Risiko liegt in einer fortgesetzten Spread-Ausweitung und damit einer schrittweisen Neubewertung der Bonität durch die Kapitalmärkte."
Die Ergebnisse sind der Studie zufolge auch für die deutsche Wirtschaft relevant. Viele Unternehmen seien auf die Infrastruktur der großen US-Anbieter angewiesen und planten selbst milliardenschwere KI-Investitionen. Investoren müssten bei der Risikoanalyse neben klassischen Schulden auch langfristige Infrastruktur- und Lieferverträge stärker berücksichtigen, riet Hirt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.