Rätsel um sieben Frauen: Knochenfund an "Horrorhaus" eines mutmaßlichen Serienmörders
Rätsel um sieben FrauenKnochenfund an "Horrorhaus" eines mutmaßlichen Serienmörders
16.10.2026, 14:15 Uhr
Von sieben Frauen fehlt seit Jahren jede Spur. Die Ermittler in Philadelphia gehen von einem Gewaltverbrechen aus, doch der Hauptverdächtige ist bereits tot. Nun tauchen im Hinterhof seines "Horrorhauses" Knochen auf.
Mit einer Durchsuchungsaktion sind US-Behörden möglicherweise bei der Aufklärung von Taten eines mutmaßlichen Serienkillers einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Gemeinsam mit FBI-Einsatzkräften rückte die Polizei am Mittwoch im Stadtteil Olney in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania an und riss mit Bagger und Schaufeln den Garten eines Grundstücks auf. Bei den Grabungen entdeckten die Beamten Knochen und alarmierten sofort den Gerichtsmediziner.
Dieser soll nun klären, ob die Funde von einem Tier oder einer Vermissten stammen. In dem von US-Medien "Horrorhaus" genannten Gebäude lebte bis zu seinem Tod im Mai 2025 Raymond Horsch: ein Pornofilmer, der laut CBS jahrzehntelang gewalttätige Fetischvideos produzierte und womöglich für den Tod von mehreren Frauen verantwortlich ist.
Eher zufällig nahm der Fall im Juni 2026 Fahrt auf. Bei einer Verkehrskontrolle fand die Polizei bei Horschs Sohn Eugene Waffen und Drogen. Seine Begleiterin zeigte zudem den Ausweis einer Blair Tonzelli vor, ohne die Frau zu sein. Tonzelli wird seit drei Jahren vermisst. Daraufhin durchsuchten die Ermittler das Haus, in dem Vater und Sohn gemeinsam lebten und entdeckten mehr als eine Million digitale Foto- und Videodateien sowie Chemikalien mit Behältern und fünf Urnen mit eingeäscherten Überresten. Das berichtet ABC News.
Sieben Frauen vermisst
Auf den sichergestellten Aufnahmen sind mehrere leblose Frauen zu sehen. Ein Video soll Horsch US-Medien zufolge dabei zeigen, wie er eine Frau mit einem Kabelbinder bis zur Bewusstlosigkeit stranguliert. Mindestens sieben der Betroffenen auf den Videos gelten als vermisst, bei fünf von ihnen gebe es klare Hinweise darauf, dass sie tot sind. Öffentlich bekannt sind die Namen von Gabrielle Amarando, Maribel Fresses, Nicole Fusaro und Blair Tonzelli und Amy McHale, die mit Horsch verheiratet war. Die Identität einer weiteren Frau bleibt auf Wunsch der Familie geheim, die der siebten sei bislang nicht abschließend geklärt.
Nach aktuellem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass Horsch die Leichen mithilfe eines Verfahrens namens alkalischer Hydrolyse beseitigte. Dabei werden die Körper zersetzt, es bleiben hauptsächlich mineralische Knochenreste zurück. Diese Methode beschreibt der US-Amerikaner laut CBS auch in einem von ihm veröffentlichten Buch. In seinem Werk "Empathy" soll er sich selbst als eine Art Serienmörder inszeniert haben. Das Buch und einige weitere von Horsch sind zwar als Fiktion gekennzeichnet, könnten diese aber mit vermeintlichen Geständnissen vermischen.
Ein tatsächlich physischer Beweis fehlt den Behörden noch. Keine der Leichen wurde bislang gefunden, Horsch hatte offenbar auch Zugriff zu einem Krematorium, aus dem ein Teil der Aufnahmen stammen könnte. Gegen seinen Sohn, der bereits wegen des Waffen- und Drogenbesitzes in Haft sitzt, wird im Zusammenhang der vermissten Frauen nicht ermittelt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.