Wellenreiten lernen und Auftanken fürs Leben
Sommer, Sonne und ein bisschen Freiheit: Für die Teilnehmenden des Social Surf Clubs hat das Camp eine wichtige Bedeutung.
Quelle: ZDFEin Schreiben, in dem Jugendliche ihre Lebenssituation schildern, genügt für die Bewerbung. Aus der Fülle an Zuschriften stellt der Social Surf Club aus Hamburg dann Gruppen zusammen, in denen die Teilnehmenden zu einander passen könnten. Gründer Kim Birtel kann sich gut in sie hineinversetzen:
Ich hatte eine wirklich schwierige Jugend. Damals war die Rettung für mich die Surf-Gang, die ich in der Schule kennengelernt habe.
Kim Birtel, Gründer des Social Surf Club
Birtel möchte das auch in ihrem Leben weitergeben, "die Idee, dass Surfen auch für diese Kids eine Perspektive sein kann".
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13.08.2026 | 43:30 minAuszeit für Jugendliche dank Spenden
Für 20 Teilnehmende und zehn Betreuende geht es von Hamburg aus mit Kleinbussen ins 400 Kilometer entfernte Ulfborg an der dänischen Nordseeküste. Eine Woche in vergleichbaren Camps mit Kurs, Übernachtung und Frühstück oder Vollpension kann in Dänemark zwischen 500 und 1.700 Euro kosten. Plus Anreise.
Im Social Surf Club dagegen ist das alles gratis - finanziert aus Spenden. Auch die Ausrüstung stammt von Unterstützern wie ehemaligen Teilnehmenden, Surfschulen oder einem Bademodenhersteller.
Im französischen Biarritz können psychisch belastete Menschen eine Surf-Therapie machen. Nicht alle Betroffenen trauen sich zu einem Arzt, weil Therapien noch immer stigmatisiert sind.
04.08.2026 | 2:30 minSurf-Camp ist eine Woche Aufatmen
Der 17-jährige Mike Tsemo teilt sich in Hamburg ein Zimmer mit seinem kleinen Bruder. Er war schon ein paar Mal mit im Camp. "Zuhause ist es manchmal chaotisch mit meiner Mama und mit meinen fünf Geschwistern, und manchmal brauche ich meine Ruhe."
Das Camp ist für mich wie ein Reset. Ich habe wieder Power für die Schule.
Mike Tsemo, 17-jähriger Schüler aus Hamburg
Das Gymnasium sei nicht leicht, erzählt Tsemo, er mache bald sein Abi.
Mike Tsemo, Teilnehmer des Social Surf Clubs, am dänischen Nordsee-Strand.
Quelle: ZDFKein Handy im Camp - um Gemeinschaft zu stärken
Im Camp gibt es Regeln: kein Alkohol, keine Drogen und auch kein Handy. Das stärkt die Gemeinschaft. Denn auch darum geht es: positive Erfahrungen machen, das Selbstvertrauen stärken, Ängste überwinden. "Ich hab mich schon gut verändert durch das Camp", sagt Mike.
Man macht neue soziale Kontakte. Ich war anfangs ein ganz anderer Mensch, war ein bisschen gemeiner. Durch das Camp bin ich viel offener geworden.
Mike Tsemo, Teilnehmer am Social Surf Club
Deutschland kommt beim Unicef-Bericht zu Kindeswohl nur auf Platz 25 von 37. Laut der Studie hängen Gesundheit und Zukunftschancen der Kinder oft vom Geldbeutel ab.
17.05.2026 | 1:39 minTeam mit pädagogischem Hintergrund
Alle Betreuenden arbeiten ehrenamtlich - darunter Surflehrer und Pädagoginnen, Psychologen und Sozialarbeiterinnen. In diesem Sommer haben sie vier Reisen angeboten, für unterschiedliche Altersgruppen.
Neben Wellenreiten bietet der Club auch ein Urlaubscamp für Windsurfen an sowie eins speziell für Mädchen und junge Frauen.
Es sind auf alle Fälle Ferien für die Seele.
Fabienne Schwerzmann, Leiterin
Schwerzmann, die Osteopathie studiert, betont: "Der Mehrwert von diesem Camp ist, dass wir über dieses Surfen uns und unsere Umwelt erfahren. Und wenn es nicht klappt, ist es auch okay, dann hatten sie hoffentlich Spaß auf dem Weg dahin."
Leitet das Camp des Social Surf Club: Fabienne Schwerzmann.
Quelle: ZDFJugendliche fühlen sich beim Wellenreiten frei
Das Wasser ist im Frühsommer zwölf bis 15 Grad kalt - immer die erste Hürde für die Wellenreiterinnen und Wellenreiter, trotz ihrer Neoprenanzüge. Und dann gilt es, ein Gefühl für die Kraft des Wassers und das Spiel mit der Brandung zu entwickeln. "Ich fühle mich sehr frei. Es ist gut, an nichts zu denken, einfach nur die Welle", sagt die 18-jährige Jasmeet Singh, die wie Mike vor dem Abitur steht und von einer Weltreise träumt.
Man kommt mit Liebe nach Hause und fühlt sich einfach wertgeschätzt.
Jasmeet Singh, Teilnehmerin des Social Surf Club
Sie ergänzt: "Wenn man zu Hause ist, kann es sein, dass es ein bisschen traurig ist, weil es dann oftmals fehlt. Aber die Erinnerungen sind da."
Thaksan Sothinathan, Sohn tamilischer Einwanderer, will Jugendliche mit Migrationshintergrund stärken. Mit dem Schulprojekt "Two Hearts" schafft er Räume für Gespräche über Herkunft und Zukunft.
01.12.2025 | 2:46 minDer Social Surf Club aus Hamburg übernimmt Verantwortung für die nächste Generation - stärkt Jugendliche fürs Leben mithilfe von Surfboards und gesponsorten Urlaubsreisen. Campleiterin Fabienne Schwerzmann resümiert: "Wir sind konfrontiert mit Scheitern, Kämpfen und Weitermachen, Frustration. Deshalb würde ich sagen: Das Meer und die Wellen bringen uns im Kleinen das ganze Leben bei!"
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