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Sunday, October 4, 2026

Auf dem Rad, Moped, oder zu Fuß: Ukrainer wagen todesmutige Flucht aus abgeschnittener Horror-Stadt

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Auf dem Rad, Moped, oder zu FußUkrainer wagen todesmutige Flucht aus abgeschnittener Horror-Stadt

04.10.2026, 23:06 Uhr

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Seit Kriegsbeginn befindet sich die ukrainische Stadt Oleschky unter russischer Besatzung. Mittlerweile könnten die Zustände dort kaum menschenunwürdiger sein. Einwohner treibt es deswegen in die todesmutige Flucht.

Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinets, hat auf seinem X-Account Aufnahmen von Flüchtigen aus der Stadt Oleschky geteilt. "Dutzende Zivilisten verlassen die besetzte Stadt auf eigene Faust, ohne organisierte Evakuierung - mit Fahrrädern, Mopeds und zu Fuß. Sie wissen, dass auf dem Weg Minen lauern könnten", hieß es Lubinets zu den Aufnahmen.

Warum die Menschen den Weg trotz der Todesgefahr auf sich nehmen, sind die kaum zu glaubenden Zustände in Oleschky. Die Stadt liegt im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Cherson direkt an der Front. Die Ukrainer werfen den Invasoren vor, keine Versorgung zu gewährleisten und auch keine Hilfslieferungen zuzulassen. Monatelang sollen keine Nahrungsmittel angekommen sein.

"Zu bleiben bedeutet, ohne Nahrung, sauberes Wasser und Medikamente zu leben", hieß es von Lubinets. Er appellierte an internationale Partner, zu helfen, die Menschen zu retten. "Die EU hat bereits humanitären Zugang und einen sicheren Durchgang für Zivilisten gefordert. Jetzt sind konkrete Maßnahmen erforderlich. Das sind unsere Menschen. Sie sind noch am Leben. Helfen Sie uns, sie zu retten, solange es noch jemanden zu retten gibt."

Einwohner essen Unkraut

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder dramatische Berichte über die Zustände in Oleschky gegeben. Dem "Spiegel" sagte ein ehemaliger Einwohner der Stadt, der noch Kontakt zu dort Verbliebenen hat, dass sich in Telegram-Gruppen ausgetauscht werde, welche Arten von Unkraut ein Mensch verdauen könne und wie man es am besten zubereite.

Tetiana Hasanenko, Leiterin der Militärverwaltung der Stadt, sagte der Ukrainska Prawda, dass es Fälle gebe, in denen Familien Hunde verpeisten. Im Mai sollen zum letzten Mal offiziell Lebensmittel in die Stadt geliefert worden sein.

Die Ukraine hatte zuletzt Hilfsgüter per Drohnen nach Oleschky geliefert. Außenminister Andrij Sybiha teilte in einem aktuellen Beitrag auf X mit, dass die russische Blockade erneut durchbrochen worden sei. "Dieses Mal mit fast 400 Paketen und fast vier Tonnen Lebensmitteln, Medikamenten und Hilfsgütern."

Von Innenminister Iwan Wyhowskyj hieß es auf der Plattform, dass ukrainische Einheiten weiterhin alles in ihrer Macht stehende tun würden, um die Einwohner vor dem Hungertod zu bewahren. "Wir danken auch den Gemeinden, Bildungseinrichtungen, Spendern und Freiwilligen aus dem ganzen Land, die humanitäre Hilfsgüter gesammelt und diese Aktion ermöglicht haben", so Wyhowskyj.

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