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Friday, October 9, 2026

Fünf Jahre Pause: Bootstrap bekommt großes Upgrade auf Version 6

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Die letzte Hauptversion ist inzwischen fünf Jahre alt, doch jetzt meldet sich das Team von Bootstrap mit der ersten Alpha-Testversion von Version 6 zurück. Mit dem großen Upgrade steht eine Grundsanierung des Open-Source-Baukastens für Webseiten und Web-Apps an, teilte Mitgründer Mark Otto in einem Blogpost mit. Bootstrap 6 soll moderne Webstandards nutzen und neue Anpassungsmöglichkeiten bieten. Bestehende Webseiten werden sich dadurch aber nicht einfach umstellen lassen.

Ursprünglich entwickelt und 2011 als Open Source veröffentlicht hatte Bootstrap das damalige Kurzmitteilungsnetzwerk Twitter. Erst vor wenigen Jahren hatte das CSS-Framework seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Es wurde erschaffen, um Webseiten schneller und einheitlicher aufbauen zu können. Nach Angaben der Macher wurde Bootstrap bisher über 1,75 Milliarden Mal installiert – zum zehnten Geburtstag des Frameworks hatte das Projekt 394 Millionen npm-Downloads seit 2015 gemeldet. W3Techs bezifferte die Verbreitung Anfang August 2026 auf 13,8 Prozent aller Websites, im Dezember 2025 waren es noch 15,3 Prozent. Dass sich so lange wenig getan hat, bewegte einige offenbar zum Umstieg. Neuere Konkurrenten wie Tailwind CSS haben bei neuen Projekten zugelegt. Schon 2021 lag Tailwind CSS in einer Umfrage zur Entwicklerzufriedenheit unter CSS-Frameworks vor Bootstrap.

Bootstrap 6 wird laut Ankündigung nur noch aktuelle Browser unterstützen. Es läuft ab Chrome und Edge 130, Firefox 132 und Safari 18. Version 5 unterstützte noch Browser aus der Zeit um 2018, etwa Chrome und Firefox ab Version 60 sowie Safari 12. Grund hierfür ist, dass die neue Version Funktionen verwendet, die erst seit wenigen Jahren in Browsern verbreitet sind, etwa die automatische Hell-/Dunkel-Umschaltung, native Dialogfenster und Layouts, die sich an umgebenden Elementen ausrichten und nicht am gesamten Fenster.

Neu ist, dass sich Farben, Abstände und Rundungen künftig größtenteils direkt über CSS-Variablen ändern lassen, und das auch zur Laufzeit im Browser. Bisher mussten Entwickler dafür den Code neu kompilieren. Webentwickler können mit einem Wert viele Elemente auf einmal verändern, etwa bei der Rundung von Ecken. Gleiches gilt für Abstände.

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Mit neuen Namensschemata passt sich Bootstrap an Mitbewerber wie Tailwind an. Aus .d-md-none wird zum Beispiel .md:d-none, aus .col-lg-6 wird .lg:col-6. Und es sollen künftig weniger Skripte nötig sein: Ausklappbare Abschnitte (Accordion) nutzen jetzt Standard-HTML-Elemente des Browsers und brauchen kein JavaScript mehr. Das Dialogfenster basiert ebenfalls auf einem Browser-Standard. Hier kommt die Umstellung auf moderne Browser zum Tragen.

Viel verändert hat sich in den vergangenen fünf Jahren auch mit Blick auf künstliche Intelligenz. Bootstrap 6 wird auch auf die Nutzung mit KI-Assistenten ausgerichtet und liefert die Dokumentation als reine Textdateien (llms.txt, llms-full.txt), die sich leicht an KI-Programmierassistenten weitergeben lassen. Im Repository liegt zudem ein Ordner mit „Skill“-Dateien, also Anleitungen für KI-Agenten, etwa zur Migration auf Version 6. Die Maintainer wollen damit verhindern, dass Agenten veraltete oder falsche Hinweise nutzen.

Bootstrap 5 wird vorerst weiter unterstützt. Ein Update 5.4.0 soll noch kommen, bevor ein Termin für das Ende der Unterstützung angekündigt wird. Mark Otto begründete die lange Pause zwischen Version 5 und 6 damit, dass er sich auf sein Unternehmen Pierre konzentriert habe. Version 7 soll dann zügiger kommen.

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