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Sunday, August 16, 2026

Waldbrand im Hohen Venn: Aktuell keine Evakuierungen in Monschau geplant

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Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen

Stand: 16.08.2026 • 13:31 Uhr

Wegen drohender Rauchbelastung hatte Monschau Bewohnern empfohlen, ihre Häuser zu verlassen. Jetzt die vorsichtige Entwarnung: Der Waldbrand in Belgien bewegt sich aktuell nicht weiter auf die deutsche Grenze zu. Aufatmen kann auch Hürtgenwald.

Der Waldbrand im belgischen Hohen Venn hat sich laut Feuerwehr seit der Nacht nicht mehr weiter auf Monschau in Nordrhein-Westfalen zubewegt. Die Einsatzkräfte bezeichnen die Lage als "statisch", wie der WDR berichtet. Der Wind komme derzeit aus Nord-Ost und wehe in Richtung Belgien.

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird", hieß es am Mittag auf der Homepage der Stadt Monschau. Zwischen der Feuerfront und den ersten Häusern auf deutscher Seite lagen nach Angaben der Behörden zuletzt weniger als zwei Kilometer.

Wie Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa sagte, zog die Feuerwehr schon in der Nacht einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte ab. "Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort." Die Feuerwehr beobachte die Brandentwicklung weiter und werde bei Bedarf die Kräfte wieder verstärken.

Evakuierungs-Empfehlung bleibt vorerst

Krüger sieht dem WDR zufolge aktuell zwar keine akute Veranlassung, Orte zu räumen. Die Empfehlung zur Evakuierung einzelner Teile der 12.000-Einwohner-Stadt bleibe aber noch bis zum Nachmittag bestehen. Dann will die Stadtverwaltung die Lage neu bewerten.

Auch eine Sprecherin der Stadt sagte der dpa: Es sei weniger die Feuerfront, die aktuell Sorge bereite, sondern man empfehle den Menschen wegen womöglich gesundheitsgefährdender Rauchbelastung die beiden Ortsteile Kalterherberg und Mützenich zu verlassen. Jeder Bürger und jede Bürgerin könne selbst entscheiden. Wer Unterstützung brauche, könne sich an die Stadt wenden.

Die Stadt Monschau hatte zuvor Bewohnerinnen und Bewohner mehrerer Ortsteile empfohlen, ihre Häuser wegen drohender Rauchbelastung zu verlassen. Betroffen sind laut dpa etwa 5.000 Menschen. Da gesundheitliche Gefahren durch den Rauch nicht auszuschließen seien, sollten sie bei Verwandten oder Freunden unterkommen.

Die Feuerwehr hat einen Teil der Einsatzkräfte wieder aus Monschau abgezogen.

Belgien kämpft mit historischem Waldbrand

Das Feuer im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat bereits rund 3.000 Hektar Fläche vernichtet, wie die belgischen Behörden mitteilten. Es ist der größte jemals in Belgien registrierte Waldbrand. Das Feuer in Belgien ist Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems zufolge mehr als doppelt so groß wie der bisherige Rekordbrand aus dem Jahr 2011, der rund 1.400 Hektar zerstörte.

In Belgien hofften die Einsatzkräfte auf kühlere und feuchtere Witterung, um den Brand unter Kontrolle zu bringen, sagte die Sprecherin der wallonischen Verwaltung, Stephanie Ernoux, der Nachrichtenagentur Reuters. Einsatzkräfte aus Deutschland und Luxemburg sowie die Armee und Landwirte unterstützen die belgischen Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Die Europäische Union entsandte nach einem Hilfegesuch Belgiens drei Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge.

Die am Samstag in Sicherheit gebrachten belgischen Anwohner sollten noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten wurden laut der Nachrichtenagentur Belga angewiesen, ihre Häuser zu verlassen - wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Häuser seien bislang nicht beschädigt worden, teilte das Büro des Gouverneurs der Provinz Lüttich mit.

Keine offenen Flammen mehr in Hürtgenwald

Auch in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Hürtgenwald , die etwa 20 Kilometer nördlich von Monschau liegt, waren am Freitag etwa 2.000 Menschen wegen eines Waldbrandes evakuiert worden. Dort entspannte sich die Lage: Am Samstagabend gaben Landrat Ralf Nolten und Bürgermeister Stephan Cranen bekannt, dass die Einwohner des Ortsteils Gey in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren könnten. Für Menschen in Krankenhäusern sowie Pflege- oder Senioreneinrichtungen, die Unterstützung bei der Rückkehr benötigten, richteten die Behörden eine Hotline ein.

Wie der Kreis Düren mitteilte, gibt es in Hürtgenwald keine offenen Flammen mehr. Die Löscharbeiten liefen aber weiter: "In diesen Stunden geht es vor allem darum, die Glutnester einzudämmen." Das gesamte betroffene Gebiet sei nun mit einer Schneise von etwa drei Metern umgeben, so dass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten. Mit 300 betroffenen Hektar war es laut Landesregierung der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes.

Autobahnausfahrten wieder frei

Die Straßenzüge in Gey sollten nach wie vor für die Einsatzkräfte freigehalten werden, appellierte die Kreisverwaltung. Die wegen der Löscharbeiten gesperrten Ausfahrten an der Autobahn 4 sind wieder freigegeben worden.

Der vom Menschen verursachte Klimawandel erhöht Wissenschaftlern zufolge die Wahrscheinlichkeit für heiße und trockene Wetterlagen, durch die sich Waldbrände schneller ausbreiten.

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