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Saturday, October 24, 2026

Der Wunsch nach Aigner und das Schweigen des Kanzlers

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Sehen Sie die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim CSU-Parteitag 2026 hier in voller Länge.

24.10.2026 | 56:48 min

Es ist ein Wort an, aber kein Wort über Ilse Aigner, zu Beginn der Rede von Friedrich Merz. "Lieber Markus Söder, liebe Ilse Aigner, (...)": So beginnt der CDU-Vorsitzende seine Rede auf dem CSU-Parteitag in München. Doch allein die Erwähnung der in der CSU überaus beliebten bayerischen Landtagspräsidentin lässt die Delegierten in einen spontanen Applaus verfallen.

Die CSU, so scheint es, will den Kanzler dazu zwingen, dass er bei der Auswahl des Kandidaten oder der Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten an der christsozialen Wunschkandidatin nicht vorbeikommt. Die minutenlangen Ovationen für Ilse Aigner sind aber auch eine Antwort auf ein Zitat, das am gestrigen Tag aus dem Merz-Umfeld in die Öffentlichkeit lanciert wurde.

CDU: Anspruch auf eigenen Bundespräsidenten-Kandidaten

"Die CDU erhebt durchaus den Anspruch, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten zu benennen", zitierte die FAZ aus CDU-Parteikreisen. Ein Zitat, das wohl nicht zufällig anonym und nur wenige Stunden vor Parteitagsbeginn erschienen war. Für manchen eine gezielte Provokation, und dennoch eine, die in den Augen der CSU Friedrich Merz schwach aussehen lässt.

Beim CSU-Parteitag hat sich Parteichef Markus Söder erneut für Ilse Aigner als Bundespräsidentin ausgesprochen. Berichten zufolge wehrt die CDU sich jedoch gegen eine Festlegung.

24.10.2026 | 0:24 min

Denn sein Problem ist, dass er und die CDU offensichtlich über keine Kandidatin wie Ilse Aigner verfügen. Breit getragen und mit Unterstützung aus der SPD und von den Grünen versehen. Friedrich Merz lächelt während der minutenlangen Meinungsbekundung der CSU und schweigt zum Thema Bundespräsidentennachfolge. So steht diese Personalie, bei allen Beschwörungen zum Zusammenhalt, zwischen den Schwesterparteien.

Ein Kanzler macht sich Mut

Es ist ein anderer Kanzler, der in München an das Mikrofon tritt. Einer, der sich anders in der Wortwahl, anders in seiner Haltung gibt - aber reicht das? In den letzten Wochen war er oft - insbesondere nach den Wahlniederlagen der CDU - mit einer Art Selbstgeißelung aufgefallen. Jetzt versucht Merz es mit "Zukunftsmut", wie er es selbst nennt. Deutschland und die deutsche Politik müssten aufhören, das Land schlechtzureden.

Probleme seien nicht dazu da, sie nur zu beschreiben, sondern "wir müssen sie lösen", so Merz. Deutschland sei ein Land "mit außergewöhnlichen Stärken, mit außergewöhnlichen Menschen, mit einem starken Mittelstand, mit einem Weltklasse-Handwerk". Das klingt ganz anders als der Friedrich Merz, der noch vor ein paar Monaten verlangt hatte, dass die Deutschen mehr arbeiten müssten.

Beim CSU-Parteitag fordert Ministerpräsident Söder mit Blick auf eine mögliche Regierung unter Führung der Linken in Berlin eine Extremismusklausel für den Länderfinanzausgleich.

23.10.2026 | 2:23 min

Funke zwischen Merz und CSU springt nur schwer über

Doch der Funke scheint nur schwer überzuspringen in der Messehalle in München. "Wir klatschen ihm Mut zu", meint eine CSU-Bundestagsabgeordnete im Anschluss. Dabei hatte sich Merz wirklich bemüht, den Christsozialen zu gefallen, sie zu loben. Die bayerischen Kabinettsmitglieder Dorothee Bär, Alois Reinhard und Alexander Dobrindt seien "echte Leistungsträger". Letzterer sei einer der "besten Innenminister" der letzten Jahrzehnte.

Die CSU und ihr Vorsitzender Markus Söder machten "klare Ansagen" - nicht nur für Bayern, sondern für das ganze Land. Überhaupt brauche es jetzt eine Union, die gemeinsam handele, "die aber auch gemeinsam kämpft", verlangt Merz von der Schwesterpartei.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder fordert, mit der AfD „demokratisch in den argumentativen Nahkampf“ zu gehen, anstatt die Partei zu verbieten.

23.10.2026 | 6:49 min

Merz: Es geht "um die Zukunft unseres Landes"

Und er drückt die Knöpfe, die bei der CSU schon immer funktioniert haben. Derzeit vor allem die harte Kritik an politischen Gegnern. Es gehe jetzt "um die Zukunft unseres Landes", in der "eine radikale Linkspartei in Berlin ganz offen und unverschämt gegen Jüdinnen und Juden, gegen die Polizei, gegen das Existenzrecht Israels hetzt", so Merz. Und in der "eine radikale AfD jeden Tag daran arbeitet, Deutschland zu destabilisieren".

Mit Blick auf Berlin lobt er die "großen Verdienste für unser Land" von Grünen und SPD, allerdings sei es eine "schwere Belastung, wenn diese beiden Parteien mit dieser linksradikalen Linken in Berlin regieren wollen". Zum Abschluss bekommt Merz das Modell einer Rakete geschenkt, das für "das Streben nach Höherem" stehen soll, wie Markus Söder beim Überreichen sagt und damit den Ton vorgibt, was die CSU vom Kanzler nun dringend erwartet.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa ZDFheute Xpress am 24.10.2026 ab 15:10 Uhr und das heute journal am 23.10.2026 ab 22:00 Uhr.

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