ESPNColts fire GM Ballard after home loss to Titans, cite 'necessary' changeThe Jerusalem PostTrump went from blasting Netanyahu to backing him - will it matter to Israeli voters? - analysisRTP DesportoRonaldo assumiu por telefone a Proença falta de "condições anímicas" para ficarDaily MaverickDIGITAL POLITICS OP-ED: Borders, ballots, court clashes — how the anti-immigrant movement is setting SA’s elections agendaFootball ItaliaMilan continue Krösche talks as €5-7m release clause emergesZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioCollider3 Best Movies to Watch on Netflix This Week (Oct 19-23)ESPN Deportes¿Cómo la fecha límite de MLB llevó a Guardians a playoffs?CBS NewsElon Musk pledges to give a SpaceX share to every U.S. childABC NewsIran live updates: Russia says it won't stop cooperating with IranABC News (Australia)What we know about China's new joint training facility in LaosThe Sydney Morning HeraldStudents blockade Louvre as France rolls out local curfews
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 19, 2026

Satire mit Tom Cruise: Warum floppt der Film „Digger“ so dermaßen?

Translate

Auch Social-Media-Kampagnen mit dem publikumsscheuen Tom Cruise erhöhen nicht die Zuschauerzahlen. Was macht Erfolg oder Misserfolg eines Films aus?

Zugegeben: „Nobody digs Digger“ ist ein arg offensichtliches Wortspiel. Doch es stimmt. Das ausbleibende Publikum beschert den Warner-Bros.-Studios, die den neuen Film von Alejandro González Iñárritu produzierten, nach aktuellen Berichten einen Verlust von bis zu 250 Millionen Dollar.

Anscheinend will niemand die bittere Satire über einen Ölmagnaten sehen, dem der Klimawandel und das Ende der Welt am faltigen Popöchen vorbeigehen, solange er nur seine Katze nominell am Leben erhalten kann. Selbst wenn der Magnat von einem der bekanntesten Gesichter der Traumfabrik gespielt wird: „Das Ende von Tom Cruise“ unkt eine Überschrift, ein „historischer Hollywood-Flop“ oder das „größte Hollywood-Fiasko aller Zeiten“ titeln andere.

Weil sich über Geschmack nicht streiten lässt, vor allem aber, weil es bei einem derartig profilierten Projekt um weit mehr geht, sind die Hintergründe interessant. Was also ist der wahre Grund für den Misserfolg?

Jenni Zylka schreibt hier regelmäßig über Film.

Das Branchenblatt Variety macht unter anderem die Risikobereitschaft des Studios, die sich in der ungewöhnlichen Paarung Cruise/Iñárritu zeigt, und das Desinteresse des Mainstream-Publikums an künstlerisch Ungewöhnlichem verantwortlich: „Selbst ein Duo mit einem solchen Renommee erhält heutzutage keinen Freibrief mehr, um einen Film zu drehen, der sich dezidiert nicht an ein Massenpublikum richtet“, schreibt die Zeitung.

Film floppt trotz Tom Cruise

Viele angebliche Analysen weisen zudem darauf hin, dass gerade Filme mit Tom Cruise üblicherweise den Großteil ihrer Einnahmen international einsammelten – und auch das scheint bei „Digger“ nicht zu funktionieren. Die Marketing-Versuche des sonst publicityscheuen Hauptdarstellers, die sich in seiner Präsenz bei Interviews zeigten, sowie eine neue Social-Media-Kampagne des Studios, die scherzhaft die schlechten Kritiken verarbeitete, verpufften ebenfalls.

All das sagt jedoch noch nichts über den Film an sich aus. Denn könnte es – in einer vorsichtig hoffnungsvollen Lesart – nicht sein, dass das Problem an „Digger“ mehr inhaltlicher Natur ist? Dass der Film einfach nicht ankommt, weil der breitbeinige Zynismus von Iñárritus Geschichte, der auch durch den als größtes Geheimnis seit der Rongorongo-Osterinsel-Schrift gehandelten Plottwist (der in Wahrheit eine ziemlich unwichtige Angelegenheit ist) nicht geschmälert wird, vielen potenziellen Zu­schaue­r:in­nen schlichtweg aufstößt?

Weil selbst Sandra Hüller in einer anstrengenden, unkomischen Schrei-Rolle ihn nicht retten kann? Weil in Zeiten, in denen zynische, menschenverachtende Milliardäre die Erde schröpfen, niemand mehr Filme über zynische, menschenverachtende Milliardäre sehen will, die die Erde schröpfen?

Andere Satiren sind erfolgreicher

Sondern vielleicht lieber ebenfalls außergewöhnliche Satiren über trottelige, aber gutherzige Ex-Partisanen, die rechten Militärfreaks ans Bein pinkeln? Oder, apropos Rongorongo, eine auf den Osterinseln spielende Satire, die zwar einerseits Ignoranz, andererseits aber auch Freundschaft und Todesangst thematisiert?

Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“, der Film mit der starken Linken, hatte bekanntlich im letzten Jahr einen Siegeszug durch Kinos und Preisverleihungen angetreten; Martin McDonaghs „Wilde Horse Nine“ mit einem menschen-, aber eindeutig auch USA-verachtenden, todkranken CIA-Agenten versucht es aktuell.

Und da die USA kulturell eh nicht der Nabel der Welt sind, könnte man nebenbei darüber jubilieren, dass ein Film wie „Vaterland“, der zu Messiaen und Bach-Musik behutsam die Verletzungen eines Volkes und einer Familie verarztet, hierzulande gerade die 500.000-Zuschauer:innen-Marke geknackt hat. Das freut einen dann auch wieder für Sandra Hüller.

Ein Packshot der Wochentaz-Zeitung mit einer neutralen Illustration auf der Titelseite.

10 Ausgaben für 10 Euro Die Wochenzeitung mit taz-Blick

Unsere wochentaz bietet jeden Samstag Journalismus, der es nicht allen recht macht und Stimmen, die man woanders nicht hört. Jetzt zehn Wochen lang kennenlernen.

  • Journalismus, der es nicht allen recht macht und Stimmen, die man woanders nicht hört
  • Jeden Samstag als gedruckte Zeitung frei Haus
  • Zusätzlich digitale Ausgabe inkl. Vorlesefunktion
  • Mit Zukunftsteil zu Klima, Wissen & Utopien
  • Mit Regionalteil „Stadtland“ für alles Wichtige zwischen Dorf und Metropole

10 Wochen für nur 10 Euro

wochentaz ausprobieren

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.