Joshua Kimmichs bitterer Neustart unter Jürgen Klopp
Vielleicht wird Joshua Kimmich daheim in München den Rasen mähen. Zeit hat er dafür. Der 31-Jährige reiste nach dem 0:1 gegen Griechenland mit einem saublöden Gefühl vom DFB-Team ab - und das auch noch früher, als ihm lieb war.
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"Schwierig. Ich wäre gerne geblieben, aber ich verstehe auch, dass der Trainer noch andere Jungs kennenlernen möchte", sagte der Bayern-Profi. "Dementsprechend werde ich von zu Hause aus die Daumen drücken."
Klopp ändert seinen Plan nicht
Dass ihm die große Personalrochade von Klopp mit zwei Kadern in zwei Wochen nicht so recht passt, konnte Kimmich nur schwer verbergen.
Ich hatte bis zum Ende so ein bissel gehofft, zu bleiben.
DFB-Kapitän Joshua Kimmich
Doch der Bundestrainer blieb bei seinem Plan, dass auch der Kapitän für die zweite Länderspiel-Woche von Bord geht.
Viel Ballbesitz, viele Anläufe, wenig Ertrag: Die deutsche Nationalmannschaft tut sich gegen kompakte Griechen schwer und erlebt in Augsburg einen bitteren Abend.
27.09.2026 | 7:38 minNatürlich war die Enttäuschung nicht vergleichbar mit dem Schmerz nach seinem persönlich schon dritten WM-Debakel in diesem Sommer.
Aber es passte zur traurigen Dramaturgie im nächsten Kapitel seiner DFB-Karriere, dass er sich nach anfangs enorm engagierter Leistung gegen die Griechen zuerst einen krassen, noch unbestraften Fehlpass im Spielaufbau leistete und danach beim Gegentor von Dimitrios Kourbelis den Ball entscheidend abfälschte.
Vielleicht Tribünengast in München
Ausgerechnet in seinem Heimstadion in München gegen Serbien am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) nicht zum Aufgebot zu gehören, ist besonders nervig für den immer auf Einsätze hungrigen Kimmich. Er will ja auch noch Rekordnationalspieler werden. 34 Partien fehlen bis zu den 150 von Lothar Matthäus. Zwei gehen ihm jetzt in dieser Woche flöten.
"Es hat schon gezeigt, das Spiel, dass es auch einfach [...] eine Qualitätsfrage ist", sagt ZDF-Reporterin Lili Engels nach der Niederlage Deutschlands gegen Griechenland.
28.09.2026 | 3:03 minEin durch und durch fitter Kimmich, der in einer Länderspiel-Woche nicht beim DFB-Team ist, das hat es seit zehn Jahren - seit seinem Debüt ebenfalls in Augsburg beim 1:3 im EM-Test 2016 gegen die Slowakei - nicht mehr gegeben. Unter Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann verpasste er nur drei von 37 Spielen.
Schweinsteiger stärkt Kimmich
Ein Ex-Kollege und Ex-Weltmeister kann sich die DFB-Elf ohne Kimmich nicht vorstellen. "Wenn wir von hinten herausspielen müssen, ist der Einzige, der kreative Pässe spielen kann, Kimmich. Das ist der Einzige", sagte Bastian Schweinsteiger als ARD-Experte. "Wenn der nicht da ist, wird es schwierig."
Für Bundestrainer Jürgen Klopp mangelte es seiner Mannschaft gegen Griechenland an Überzeugung und Durchschlagskraft.
28.09.2026 | 9:45 minEinen Konflikt zwischen Kimmich und dem Bundestrainer zu konstruieren, wäre unseriös. Gemeinsam marschierten sie nach dem Flop gegen die Griechen voran Richtung Fankurve. Dennoch blieb schon bei der Kaderpräsentation vor knapp zwei Wochen der Eindruck, dass Klopps Statement keine bedingungslose Liebeserklärung war. Es war eher eine Aufforderung.
Klopp fordert Kimmichs Qualität
"Stabilität kommt nur von der Defensive, wie man defensiv arbeitet. Und da brauche ich jeden Einzelnen. Und da geht es jetzt einfach darum, dass er sich darauf einlässt. Das gilt für Jo wie eben für jeden anderen auch, natürlich. Ich habe da gar keine Zweifel", sagte der DFB-Chefcoach.
"Ich erwarte einfach, dass er sein Potenzial, das ja unbestritten ist, und die daraus resultierende Qualität bei uns eben auch jedes Mal voll einbringt", sagte Klopp über Kimmich vor dem nun missglückten Neustart.
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Quelle: dpa, Arne Richter/Klaus Bergmann
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 27.09.2026 um 23:48 Uhr in dem Beitrag "Schwache DFB-Elf verzweifelt an Griechenlands Defensivwall".
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