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Thursday, September 24, 2026

Neue VR-Brille von Meta: Ultrakompakt und 100 Gramm leicht

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Wine neue Kategorie von VR-Hardware hat Meta Platforms im Rahmen der Meta Connect vorgestellt. Neu an dem schlicht „Meta VR Glasses“ genannten Produkt ist die sogenannte Split-Architektur. Während die meisten autarken VR-Headsets Recheneinheit, Akku und Massenspeicher im Gehäuse selbst unterbringen, lagert Meta diese Bauteile in einen „Puck“ aus: ein separater, kabelgebundener Taschencomputer, der an die Hosentasche geklippt wird. Im Brillengehäuse verbleiben hauptsächlich Display, Linsen und Sensoren. Aus einem wuchtigen Headset wird dadurch ein schlanker Visor ohne Kopfhalterung, der mit rund 100 Gramm weniger als ein Fünftel des aktuellen Flaggschiffs Meta Quest 3 wiegt.

Die Apple Vision Pro hat den Weg für diese Architektur bereitet, indem sie eine kabelgebundene externe Akkueinheit eingeführt hat. Meta geht mit seinem Puck-Konzept nun deutlich weiter und erreicht dadurch einen Formfaktor, der sich einer gewöhnlichen Brille nähert und wie diese ohne zusätzliche Kopfhalterung getragen werden kann.

„Wir betrachten die Meta VR Glasses als etwas Neues und Eigenständiges. Sie ist kein Nachfolger der Meta Quest und ersetzt diese nicht“, sagt Brett Vogel, Leiter des Produktmarketings bei Meta Reality Labs zu heise online. VR sei historisch stark im Gaming verwurzelt gewesen und habe sich vor allem an technikaffine Early Adopter gerichtet. Mit den Meta VR Glasses wolle das Unternehmen weitere Hürden abbauen und VR für deutlich mehr Menschen relevant machen.

Der Konzern setzt dabei stärker als früher auf den Anwendungsfall des virtuellen Bildschirms, der zu Hause oder auf Reisen wahlweise als immersives Kino, Fernseherersatz oder virtueller Computermonitor dient. Dafür verwendet Meta erstmals hochwertige Micro-OLED-Displays, die gegenüber den LCD-Panels der Quest 3 einen deutlich besseren Schwarzwert, Kontrast und kräftigere Farben ermöglichen. Die Auflösung von rund 2,5K pro Auge ergibt zusammen mit einem schmaleren Sichtfeld eine Winkelauflösung von 37 Pixeln pro Grad (PPD), wodurch unter anderem Text sehr scharf dargestellt werden soll. Zum Vergleich: Meta Quest 3 kommt auf 25 PPD, Apple Vision Pro auf etwa 34 PPD.

Meta hat zudem eigens für die VR-Brille neue Pancake-Linsen entwickelt, die für ein klares Bild sorgen. Zur Helligkeit der Displays machte Meta keine Angaben, bestätigt ist jedoch Dolby-Vision-Unterstützung. Die Brille soll außerdem das erste IMAX-Enhanced-zertifizierte VR-Gerät werden und bei ausgewählten Filmen das erweiterte IMAX-Seitenverhältnis zu Hause zugänglich machen.

Meta VR Glasses mit schwarzem Visor, per Kabel mit einem separaten Rechen-Puck verbunden, der an der Kleidung befestigt werden kann.

Visor und Puck.

(Bild: Meta)

Passend zur Fokussierung auf Medieninhalte flankiert Meta die Hardware mit einer umfangreichen Content-Initiative. Disney+ soll ausgewählte Filme in 3D anbieten, während Meta seine eigene Kauf- und Leihbibliothek bis zum Start der VR Glasses auf Tausende 2D- und 3D-Titel ausbauen will. Mit James Cameron und Lightstorm Vision plant Meta für 2027 zusätzlich erstmals in 3D veröffentlichte Blockbuster. Auch Sport spielt eine wichtige Rolle: Gemeinsam mit verschiedenen Partnern sollen jährlich mehr als 100 immersive Live-Sportereignisse verfügbar sein, teilweise mit 180-Grad-Ansichten in 8K. Wie viele dieser Angebote in Deutschland zu sehen sein werden, bleibt abzuwarten.

Die Meta VR Glasses sind auf Mixed Reality und Alltagstauglichkeit ausgelegt: Schauen Nutzer nach vorne, sehen sie über die Passthrough-Kameras ein Videobild ihrer Umgebung samt digital eingeblendeter Elemente. Zur Seite besteht ein unverstellter Blick auf die reale Umgebung, da die Peripherie anders als bei den meisten herkömmlichen VR-Brillen nicht abgeschirmt wird. Für Fans immersiver VR wird Meta eine separat erhältliche Lichtdichtung als Zubehör anbieten.

Bei der Rechenplattform setzt Meta auf neue Technik. Im Puck arbeitet der Snapdragon Reality Elite, Qualcomms XR-Chipsatz der nächsten Generation, der Leistungssteigerungen bei CPU und GPU sowie besonders deutliche Fortschritte bei der KI-Beschleunigung verspricht.

Der Puck verfügt über einen USB-C-Anschluss, der sowohl zum Laden als auch als Videoeingang für externe Geräte wie PCs, Macs und Handhelds dient, ähnlich wie bei klassischen Display-Brillen. Alternativ lässt sich der Bildschirminhalt dieser Geräte auch drahtlos auf virtuelle Monitore in der VR-Brille übertragen. Der Akku soll im autarken Betrieb bis zu drei Stunden kontinuierlicher Wiedergabe hochauflösender Filme und Serien ermöglichen.

Ein weiterer Unterschied zu Metas aktueller Brillengeneration ist die Unterstützung von Gesichts- und Blickverfolgung. Bislang war Meta Quest Pro aus dem Jahr 2022 die einzige VR-Brille des Unternehmens, die diese Techniken unterstützte. Die Sensoren für das Eyetracking sind bei den VR Glasses hinter den Linsen verborgen, während die Kameras für das Facetracking an den Unterseiten der beiden Brillenbügel sitzen.

Innenansicht der Meta VR Glasses mit zwei Pancake-Linsen, Nasenauflage und offenen Seitenbereichen des Brillengehäuses.

Blick auf die Innenseite mit Pancake-Linsen und einsetzbaren Sehstärkenlinsen. Gut zu erkennen sind auch die Kameras für das Gesichtstracking an den Unterseiten der Bügel.

(Bild: Meta)

Das Zusammenspiel von Gesichts- und Blickverfolgung kommt bei Metas neu angekündigter Telepräsenz-Lösung „Hologram“ zum Einsatz, mit der mehr als zehn Jahre Forschung an Metas Codec-Avataren erstmals in ein Produkt einfließen. Dabei erzeugt die VR-Brille eine fotorealistische digitale Darstellung des VR-Nutzers, die Mimik und Augenbewegungen in Echtzeit wiedergibt. Gesprächspartner erscheinen durch die VR-Brille betrachtet im Raum, während Teilnehmer an Smartphone oder PC den Hologram-Avatar auf ihrem herkömmlichen Bildschirm sehen. Apple hat 2024 mit Personas ein ähnliches Konzept für die Vision Pro eingeführt.

Auch bei der Steuerung geht Meta neue Wege und setzt auf Alltagstauglichkeit. Anders als die bisherigen VR-Headsets des Unternhemens werden die Meta VR Glasses ohne Controller ausgeliefert und stattdessen mit einer Kombination aus Blicksteuerung und Handgesten bedient. Ein Bedienkonzept, das Apple mit der Vision Pro eingeführt und verfeinert hat. Alternativ lässt sich das Betriebssystem auch per KI-gestützter Sprachsteuerung bedienen. Wer möchte, kann nach wie vor die Touch-Plus-Controller der Meta Quest mit dem Gerät koppeln und verwenden, etwa für VR-Spiele, die solche Steuerung erfordern.

Die Meta VR Glasses sind rückwärtskompatibel mit der Spielebibliothek der Meta Quest. Zum Marktauftritt sollen zudem mehr als 75 Spiele verfügbar sein, die sich ausschließlich mit Handtracking steuern lassen, darunter eine neue Version des VR-Kultspiels Beat Saber.

Die Meta VR Glasses sollen in den USA 1299 US-Dollar kosten. Damit wären sie deutlich günstiger als die Premium-VR-Brillen Apple Vision Pro (3500 US-Dollar) und die Samsung Galaxy XR (1800 US-Dollar). Konkurrenz machen könnte Meta die für Herbst angekündigte Xreal Aura, die ebenfalls auf einer Split-Architektur basiert und in einem ähnlichen Preissegment liegen dürfte, jedoch auf Android XR und ein ganz anderes Display-System setzt.

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Zum Marktauftritt der Meta VR Glasses im Frühjahr 2027 will Meta verschiedenes Zubehör anbieten. Neben den bereits erwähnten Lichtdichtungen nennt das Unternehmen Sehstärkeneinsätze und ein Transportetui. Für bewegungsintensive Anwendungen soll außerdem ein Halteband verkauft werden.

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