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Friday, August 28, 2026

UN-Konferenz gegen Wüstenbildung: Die Wüste braucht ihre Hirten

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Auf der UN-Wüstenkonferenz fordern indigene Gemeinschaften mehr Mitsprache. Doch die Diskussionen werden verschoben – dank der USA und Russlands.

Es war wohl eine eher ungewöhnliche Reisegruppe: Sie reisten 6.000 Kilometer durch Eurasien, mit Motorrädern, Pferden und Kamelen. Ihr Ziel: Die 17. UN-Konferenz gegen Wüstenbildung, kurz COP17, in Ulaanbaatar in der Mongolei.

Wissenschaftler und Aktivisten nahmen in Vorbereitung auf die Konferenz am „Silk Road Caravan“ teil. Auf ihrem Weg von den Steppen der Türkei bis zu den Ebenen der Mongolei begegneten sie Baumpflanzern, Viehhirten und Landwirten. „Jeder Halt auf dieser Reise hat eine einfache Wahrheit bekräftigt: Der Mensch steht im Mittelpunkt der Erholung des Landes“, sagte Yasmine Fouad, Exekutivsekretärin der Wüstenkonvention der Vereinten Nationen (UNCCD).

Am Freitag sollte die COP17 zu Ende gehen. Während zwei Wochen verhandelten Delegierte von knapp 200 Staaten über finanzielle und politische Maßnahmen, um Wüstenbildung und Dürre zu bekämpfen. Der „Silk Road Caravan“ durch Eurasien, den die UNCCD initiierte, sollte ein Zeichen für Zusammenarbeit und Freundschaft sein und darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Perspektiven von lokalen und indigenen Gemeinschaften für die Verhandlungen sind.

Nach außen vermittelt die Konferenz den Eindruck, diesen Appell ernst zu nehmen. Doch zu Beginn der diesjährigen Konferenz vertagten die Regierungen in der Eröffnungssitzung Diskussionen zur Geschlechtergerechtigkeit, zu Weideland und zur Einbindung der Zivilgesellschaft – wohl auf Einwände der USA und Russlands hin.

Protest für Mitsprache

Das Thema ist damit aber nicht vergessen: Mit selbst gemalten Schildern protestierten indigene Vertreter gegen die Vertagung. Die Konferenz hatte zudem den 26. August unter das Motto „Land and People“ gestellt – um einen besonderen Fokus auf die Beziehung zwischen Land und den Menschen zu legen, die für es sorgen.

Eine Beziehung, die intensiv und zugleich bedroht ist. Weidelandschaften und die von ihnen abhängige Viehwirtschaft sichern laut UNCCD die Lebensgrundlage von rund zwei Milliarden Menschen und tragen erheblich zur weltweiten Ernährung bei. Gleichzeitig lebten laut Weltklimarat IPCC im Jahr 2015 schätzungsweise 500 Millionen Menschen in Gebieten, die von Wüstenbildung besonders betroffen waren.

„Völker wie die Gabbra im Norden Kenias betreiben seit jeher Viehzucht auf dem Land ihrer Vorfahren. Wüstenbildung und Klimawandel machen es für sie zunehmend schwieriger, Weideland und Wasser zu finden“, sagt Kāwika Riley von Nia Tero. Auf der COP17 setzte sich Nia Tero für eine stärkere Beteiligung indigener Völker an den Verhandlungen ein.

Sie unterstützt die sogenannte Ulaanbaatar-Erklärung, die von Viehhaltern und indigenen Viehhaltern verabschiedet wurde. Sie betont, wie wichtig das Recht auf Mobilität für viele nomadische Gemeinschaften und ihre Tiere ist. Eine nachhaltig organisierte mobile Weidewirtschaft könne zudem zum Schutz von Klima und Ökosystemen beitragen.

„Die von indigenen Völkern praktizierten Formen der Weidewirtschaft sollten als wesentlicher Bestandteil von Bekämpfung des Klimawandels, zur Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt und zur Verhinderung der Wüstenbildung anerkannt werden“, sagt auch Kāwika Riley.

Weiden für die Zukunft

Ein neuer, von mehreren internationalen Organisationen und Forschungseinrichtungen vorgelegter Bericht, an dem auch die UNCCD beteiligt war, bestärkt die Forderung: Lange sei davon ausgegangen worden, dass Viehhalter zur Wüstenbildung beitragen. Sie könnten aber auch eine wichtige Rolle beim Erhalt des Bodens spielen. Gut bewirtschaftete Weidesysteme hätten einige der artenreichsten Landschaften der Welt geschaffen und erhalten, so der Bericht, den das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert hat. Und die Renaturierung von geschädigten Weideflächen lohnt sich: Sie generiere in der Regel 4 bis 6 US-Dollar pro investiertem Dollar.

Streit über die Umsetzung

Die Frage war nun gegen Ende der Konferenz, ob es bei Forderungen und Versprechen bleibt. Zu Beginn hatte UNCCD-Exekutivsekretärin Fouad wiederholt von dieser COP als einer „COP der Umsetzung“ gesprochen.

Nicht nur bei der Beteiligung der Zivilgesellschaft stellten sich die USA in den Weg. Schon auf der vergangenen COP16 war es zu keiner Einigung gekommen, wie und ob gemeinsam gegen Dürre vorgegangen werden soll. Die Frage ist, wie verbindlich neue Regelungen sein sollten und ob einzelne Nationen oder die internationale Gemeinschaft für die Umsetzung verantwortlich sind. Doch die USA verweigerten sich jeglichem internationalen Abkommen zur Dürrebekämpfung – weder verbindlich noch freiwillig.

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