Im kommenden Winter: Verivox: Gaspreise könnten um 20 Prozent steigen

Im kommenden WinterVerivox: Gaspreise könnten um 20 Prozent steigen
12.09.2026, 04:23 Uhr
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Die Betreiber der deutschen Gas-Speicher warnen vor knappen Füllständen im Falle eines sehr kalten Winters. Aber auch die Gaspreise ziehen infolge des Iran-Kriegs stark an. Verivox zufolge dürften Privatkunden das bis zum Jahreswechsel im Portemonnaie spüren.
Das Vergleichsportal Verivox rechnet wegen des Iran-Kriegs mit einem weiteren Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. "Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, der "Rheinischen Post".
Storck betont: "Die Neukundenpreise für Gas bilden die Großhandelspreise besonders schnell ab und sind seit Februar um über ein Drittel angestiegen. Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich."
Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen. Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagte der Redaktion: "Deutschland ist besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt. Zudem sind Deutschland und die EU nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen."
Sorge um Mangellage
Die vergleichsweise gering gefüllten Gasspeicher in Deutschland schüren die Sorge um die Versorgungssicherheit im Winter. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht weiterhin keine akute Gefahr einer Mangellage. Die Betreiber der deutschen Gasspeicher halten im Fall eines sehr kalten Winters hingegen auch die Versorgung für nicht gewährleistet.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu knapp 55 Prozent gefüllt, EU-weit liegt der Schnitt bei knapp 67 Prozent. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Füllstand zum selben Zeitpunkt in Deutschland bei knapp 74 Prozent, in der EU bei gut 79 Prozent. Grund für die zögerliche Einspeicherung sind die seit Monaten hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Krieges. Die Sperrung der Straße von Hormus hat das weltweite Angebot an Flüssigerdgas reduziert.
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