Zwillinge sehen sich nach Trennung erstmals ins Gesicht

- Die am Kopf zusammengewachsenen Zwillingsschwestern Hiyab und Wuhbto aus Äthiopien wurden in den USA erfolgreich getrennt.
- Ein Team aus rund 30 Fachkräften führte den 25-stündigen Eingriff am 24. Februar in den USA durch.
- Kraniopagus-Zwillinge kommen bei etwa einer von 2,5 Millionen Lebendgeburten vor.
Hiyab und Wuhbto kamen in Äthiopien mit einer seltenen Fehlbildung zur Welt, die als Kraniopagus bezeichnet wird. Die Zwillingsschwestern waren am Kopf zusammengewachsen. Nun wurden die Mädchen nach einer komplexen Operation in den USA getrennt.
Ein Team aus rund 30 medizinischen Fachkräften führte den 25-stündigen Eingriff am 24. Februar im SSM Health Cardinal Glennon Children’s Hospital durch.
Jetzt können sich Hiyab und Wuhbto erstmals ansehen
Mehr als zwei Jahre lang waren Hiyab und Wuhbto am Kopf zusammengewachsen und blickten dabei in entgegengesetzte Richtungen. Obwohl die Schwestern einander hören konnten, hatten sie sich vor der Operation noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen.
Fast ein Jahr lang untersuchten Ärztinnen und Ärzte den Zustand der Schwestern und bereiteten sich auf die Operation vor. Ziel war es, den Mädchen die Chance auf ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Joanna Kemp, Ärztin am Cardinal Glennon Children’s Hospital, erklärte, dass ein Verbleib im zusammengewachsenen Zustand mit erheblichen langfristigen Problemen verbunden gewesen wäre.
«Noch nie zuvor konnten sie sich aneinanderkuscheln»
«Sie hätten in ihrem damaligen Zustand nicht funktionsfähig leben können und wären nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt, da die medizinische Versorgung dort nicht hätte gewährleistet werden können», sagte Kemp gegenüber Fox News.
Das medizinische Fachpersonal bereitete den komplexen Eingriff sorgfältig vor. «Am Tag der endgültigen Trennung wussten wir, dass wir Schritt für Schritt alles erreicht hatten, was möglich war», sagte Philippe Mercier, Chirurg am Cardinal Glennon Children’s Hospital.
Nach der Trennung konnten die Schwestern erstmals direkt miteinander interagieren. Spitalleiterin Kate Corbett sprach über die Veränderung im Miteinander der Kinder: «Noch nie zuvor hatten sie sich aneinanderkuscheln, nacheinander greifen und auf diese besondere schwesterliche Weise beieinander sein können.»
In einer Videobotschaft aus Äthiopien bedankte sich der Vormund der Zwillinge für die medizinische Versorgung, die die Mädchen in St. Louis erhalten hatten. Nach Angaben der National Library of Medicine kommen am Kopf zusammengewachsene Zwillinge bei etwa einer von 2,5 Millionen Lebendgeburten vor. Sie machen weniger als 6 Prozent aller Fälle von siamesischen Zwillingen aus.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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