Gesamtkosten ab 0,03 Prozent : Auch Direktbank ING steigt in Wettlauf um Altersvorsorgedepot ein

Gesamtkosten ab 0,03 Prozent Auch Direktbank ING steigt in Wettlauf um Altersvorsorgedepot ein
26.10.2026, 19:44 Uhr

Mit dem Altersvorsorgedepot fördert der Staat Sparen für die Rente über die Börse. Banken liefern sich einen Preiskampf mit Mini-Gebühren. Nun folgt die ING, die sich von anderen Modellen abgrenzt.
Deutschlands größte Direktbank ING steigt in das Rennen um Sparer beim Altersvorsorgedepot ein. Das Institut mit über zehn Millionen Privatkunden hierzulande bietet ab Anfang 2027 zwei Varianten für ein Altersvorsorge-Depot, die ohne Depotführungs-, Wechsel- oder Ordergebühren auskommen und auch keine Ausführungsgebühren für Sparpläne erheben.
Damit begibt sich die ING in den Preiskampf unter Banken, die reihenweise Angebote mit niedrigen Gebühren für das Altersvorsorgedepot vorgelegen. Damit können Sparer ab 2027 üppige Zulagen vom Staat erhalten, wenn sie fürs Alter in Indexfonds (ETFs), Fonds und Anleihen investieren.
Die ING bietet ein Selbstentscheider-Depot, bei dem Anleger aus vielen ETFs und Fonds wählen können, beginnend ab einer Gesamtkostenquote von 0,03 Prozent. Dazu kommt ein fixes Standard-Depot aus zwei aktiven ETFs, das mit einer Gesamtkostenquote von 0,20 Prozent versehen ist. Die ING managt die Zusammensetzung der beiden weltweit anlegenden Fonds. Damit unterscheidet sich das Angebot von einer rein passiven Lösung, ist allerdings auch etwas teurer als andere Modelle am Markt, etwa die von Deka und von Neobrokern.
Kunde können ab einer monatlichen Sparrate von zehn Euro vorsorgen. "Altersvorsorge muss nicht für alle gleich sein, aber sie muss für alle einfach beginnen", sagt Burcu Civelek Yüce, der das Privatkundengeschäft der ING Deutschland leitet.
Staat fördert Altersvorsorge über die Börse
Beim Altersvorsorgedepot fördert der Staat Einzahlungen mit bis zu 540 Euro Zulage pro Jahr, pro Kind gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro. Förderfähig sind Einzahlungen zwischen 120 Euro und 1800 Euro pro Jahr.
Kapitalerträge wie Kursgewinne, Dividenden und Zinsen bleiben in der Ansparphase steuerfrei; sie werden erst in der Auszahlungsphase besteuert. Wer einen Riester-Vertrag hat, kann in das neue System wechseln und angespartes Guthaben übertragen.
Banken unterbieten sich
In der Finanzbranche ist ein Wettlauf um das Altersvorsorgedepot entbrannt, immer mehr Banken locken mit niedrigen Gebühren. Die Deutsche Bank etwa bietet ein von der Fondstochter DWS entwickeltes Standard-Depot an, bei dem die jährlichen Kosten in den ersten zwei Jahren 0,1 Prozent betragen sollen und danach 0,28 Prozent. Sie plant zudem ein Vorsorgedepot mit Beratung, für das pro Jahr ein Entgelt von 0,99 Prozent erhoben wird.
Und die Dekabank, die die Sparkassen mit Produkten versorgt, veranschlagt für ihr Standard-Depot 0,1 Prozent Gebühren pro Jahr. Besonders großer Preisdruck kommt von Digitalbanken wie Scalable Capital und Trade Republic.
Laut einer Studie der DWPBank planen mehr als 90 Prozent der befragten 88 Institute ein Altersvorsorgedepot - trotz des Preiskampfes, der es den Banken kaum ermöglicht, damit Geld zu verdienen. Kundenbindung und die Möglichkeit, mit einmal gewonnenen Sparern weitere Geschäfte zu machen, wiegen demnach schwerer als Wirtschaftlichkeit.
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