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Saturday, October 10, 2026

Kein Instagram, kein Tiktok: Dieses Nati-Ass verzichtet komplett

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Das steht für die Schweizer Nati an.20 Minuten / Sarah Linder

Darum gehts

  • Nati-Verteidigerin Julia Stierli (29) aus Muri AG bestritt 57 Länderspiele und ist seit 2024 Profi beim SC Freiburg.
  • Sie verzichtet komplett auf Social Media und legt keinen Wert auf Starsein.
  • Stierli ist ausgebildete Physiotherapeutin und studierte an der ZHAW, während sie noch beim FC Zürich spielte.

Sie spielt seit 2017 in der Frauen-Nati. 57 Spiele bestritt sie bisher. Die 29-Jährige aus Muri AG nahm an zwei Europameisterschaften teil und an einer WM. Sie stellt sich ihren Gegnerinnen kompromisslos entgegen und hält den Laden hinten dicht. Von wem die Rede ist? Julia Stierli.

Dass diese Frage gestellt werden muss, um wen es sich handelt, passt zu Stierli. Die Nati-Spielerin zählt zwar seit Jahren zum engen Kreis der Nati und spielt in der Bundesliga, doch oftmals läuft sie unter dem Radar.

Julia Stierli sagt: «Es ist ein ruhiger, sehr bodenständiger Verein, und mir persönlich passt das sehr gut, weil man wirklich an sich arbeiten kann. Ich kann mich auf den Fussball konzentrieren.»

Julia Stierli sagt: «Es ist ein ruhiger, sehr bodenständiger Verein, und mir persönlich passt das sehr gut, weil man wirklich an sich arbeiten kann. Ich kann mich auf den Fussball konzentrieren.»IMAGO/Norina Toenges

Julia Stierli liebt es in Freiburg

Bestes Beispiel: Bei der WM 2023 in Neuseeland und Australien stand sie jeweils 90 Minuten auf dem Feld, wenn man nach dem Spiel jedoch nach Fotos von ihr bei den grossen Fotoagenturen suchte, fand man jeweils nur jenes vom Teamfoto. Stierli spielte damals einfach unauffällig gut.

Daran hat sich auch Jahre später nichts geändert. Seit ihrem Wechsel 2024 vom FC Zürich zum SC Freiburg ist sie Profi – und wurde immer besser. Abheben, das passt aber nicht zu Stierli. Gegenüber 20 Minuten beschreibt sie sich selbst als «ruhig und bodenständig». Sie mag es, in einer ruhigen Stadt wie Freiburg zu wohnen, in der sie im Gegensatz zu Zürich schnell in der Natur ist.

In Freiburg und auch beim SC gefällt es ihr. «Es ist ein Verein, in dem sich Spielerinnen gut weiterentwickeln können», sagt sie. «Es ist ein ruhiger, sehr bodenständiger Verein, und mir persönlich passt das sehr gut, weil man wirklich an sich arbeiten kann. Ich kann mich auf den Fussball konzentrieren.»

«Es war nicht einfach»

Dass es im Leben der Schweizerin aber nicht nur Fussball gibt, ist klar. Das Nati-Ass liebt es zu lesen, Velotouren zu machen und in einem Café zu chillen. Auch freut sie sich bereits jetzt auf die Zeit nach dem Fussball – auch wenn dies noch in weiter Ferne ist. So ist Stierli Physiotherapeutin.

Sie studierte an der ZHAW, als sie noch beim FC Zürich unter Vertrag stand. Eine stressige und sehr anstrengende Zeit. «Es war nicht einfach», sagt sie zu 20 Minuten. Es habe Jahre gegeben, in denen sie extrem gefordert worden sei. «Aber mit der Unterstützung der ZHAW und auch des FCZ war das möglich. Ich bin mega froh, dass ich es so machen konnte.»

Ihr Wissen als Physiotherapeutin hilft ihr auch in ihrer Karriere. «Es schadet sicher nicht. Im Fussball braucht man ein gutes Körpergefühl. Ich kann Dinge selber besser einordnen und weiss, was man machen kann. Das hilft sicher bei der Einschätzung», sagt sie und meint mit einem Lachen, dass sie dennoch nicht die erste Ansprechpartnerin ihrer Teamkolleginnen bei medizinischen Fragen sei. «Wir sind hier super aufgestellt, da braucht es mich nicht.»

Julia Stierli hat kein Social Media

Apropos: Ihr ruhiger, bodenständiger Charakter zeigt sich auch abseits des Platzes: Stierli verzichtet komplett auf Social Media. «Ich habe einfach kein Interesse daran», sagt sie und erklärt: «Ich bin nicht eine Person, die viel Wert darauf legt, was andere Menschen über mich denken. Mir sind die Werte und Meinungen meiner Familie, meiner Freunde und des Trainerteams wichtig. Aber was jemand denkt, den ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, ist mir relativ egal.»

Volle Stadien und viele Fans findet Stierli «schon cool». Mit dem Starsein kann sie jedoch wenig anfangen. Sie schätzt am SC Freiburg gerade die Ruhe und Bodenständigkeit des Clubs, sagt die 29-Jährige. Fussball sei für sie letztlich «wie ein normaler Job», vergleichbar mit einer Arbeit im Büro. Die zusätzliche Aufmerksamkeit brauche sie nicht: «Nur weil man Fussball spielt, ist man nicht grösser als andere Menschen.» Wenn Spielerinnen überhöht dargestellt würden, bereite ihr das noch immer Mühe.

Und genau diese Ruhe könnte auch für die Nati wertvoll sein, die so wie Stierli von der WM 2027 träumt. Für die Quali muss die Nati noch zwei Playoff-Runden überstehen – zuerst gegen Israel, dann gegen Kosovo oder Österreich. Machbare Gegnerinnen. Stierli sagt: «Wenn man diese Aufgaben nicht schafft, hat man es auch nicht verdient, an der WM dabei zu sein.»

Schweizer Programm WM-Qualifikation

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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