Jeder Zweite hält ohne Einkommen höchstens drei Monate durch

- Eine ZHAW-Studie mit 963 Befragten zeigt: Die Schweiz spart, doch Sparen bedeutet nicht automatisch Sicherheit.
- Fast 83 Prozent sparen mindestens gelegentlich, aber knapp 45 Prozent kämen ohne Einkommen nicht länger als drei Monate über die Runden.
- Die Studie bildet vier Gruppen: «Verletzliche», «Starterinnen und Starter», «Resiliente» sowie «Entsparerinnen und Entsparer».
Herr und Frau Schweizer sprechen nicht gern über ihre Finanzen. Für eine Studie der ZHAW haben dies jedoch 963 Personen getan. Erst einmal bestätigt die Studie das Vorurteil, die Schweiz sei eine Sparnation. Trotzdem können knapp 45 Prozent der Befragten ihre Lebensweise nicht mehr als drei Monate weiterfinanzieren, sollte ihr Einkommen wegbrechen.
Sparen bedeutet also nicht unbedingt Sicherheit. Das ist die Haupterkenntnis der ZHAW-Studie. Sie identifiziert zwei Gruppen, für die es schwierig ist, aus den finanziellen Problemen rauszukommen.
83 Prozent sparen, 45 Prozent leben aber relativ unsicher
Vier Prozent der Befragten geben an, mehr auszugeben, als sie einnehmen. 13,2 Prozent sagen, sie würden nicht sparen. 39,7 Prozent sparen gelegentlich, während 43,1 Prozent angeben, regelmässig zu sparen. Somit sparen fast 83 Prozent mindestens gelegentlich. Die Schweiz spart also tatsächlich.
Trotzdem geben 14,8 Prozent an, über keine Reserve zu verfügen, würden die Einnahmen versiegen. 30,1 Prozent haben genug Angespartes, um drei Monate ohne Lohn auszukommen. Somit hätten fast 45 Prozent der Befragten nach drei Monaten Geldprobleme, verlören sie ihren Job. Hingegen sagen 23,6 Prozent, sie könnten über ein Jahr ohne Einkommen auskommen.
«Verletzliche» kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten
Aus den Antworten bildet die Studie vier Gruppen: die «Starterinnen und Starter» (sparen, höchstens drei Monate abgesichert), die «Verletzlichen» (sparen nicht, höchstens drei Monate abgesichert), die «Resilienten» (sparen, mehr als drei Monate abgesichert) und die «Entsparerinnen und Entsparer» (sparen nicht, mehr als drei Monate abgesichert). Letztere sind eine kleine Gruppe, die meist Rente bezieht. Das fehlende Sparen kann einen geplanten Vermögensverzehr in der Rentenphase widerspiegeln, vermerkt die Studie.
Finanzielle Sorgen tendieren dazu, sich zu kumulieren. Die Studie zeigt auf, wie die «Verletzlichen» und «Starterinnen und Starter» überproportional häufig Geld leihen und mehr Mühe damit haben, die Steuern rechtzeitig zu zahlen. Umgekehrt investieren «Resiliente» deutlich häufiger als «Verletzliche» und «Starterinnen und Starter».
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Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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